3. Ich hasse David Beckham.
Zum Thema: Pop sind 100 Zeilen Hass.
Aus der alten Freakshow:
ausgeknockt
Mein Herz schläferte mich heute Nacht mit “Gute Nacht”-Tee aus dem Aldi-Markt ein. Dir Wirkung hätte den Drogen aus “Fear and Loathing” alle Ehre gemacht. Mein Körper wurde schwer wie ein Haus, und meine Augenlider schlossen sich wie Gullideckel. Es fühlte sich an wie “Faking the books” von Lali Puna klingt, nur wesentlich hypnotischer, entspannender, unkontrollierbarer. Verloren im Schlaf. Ich erwachte, als mein Handy eines dieser undefinierbaren “Es ist ein ungünstiger Zeitpunkt, aber hier ist eine beschissene SMS für Dich, die Du besser nicht lesen willst!”-Signale von sich gab.
Ich öffnete die Augen, wusste, daß ich an einem Wohlfühlort war, und robbte aus dem Bett, um das Handy aus der Tasche meiner abgewetzten Jeans zu ziehen. Die Jeans war noch warm. Und das Handy glühte. Folglich war die Jeans auch nur warm, weil das Handy die ganze Nacht in meiner Tasche geglüht haben musste. Ich entnahm den schwer dechiffrierbaren Buchstaben auf meinem grellscheinenden Display, daß ich innerhalb der letzten 140 Stunden, die ich dank des Tees bewusstlos im Bett verbracht hatte, 1233 SMS bekommen haben musste. Und ein Klick auf das häßliche Posteingangs-Icon zeigte mir, wer der Absender war. David. David Beckham. Ich rief die letzte SMS von ihm auf und erschrack…
“ICH WILL AN DEINER SHORT RIECHEN,
DU SCHNUCKELIGER FUSSBALLHASE.”
Ich ließ vor lauter Entsetzen das Handy fallen. Weniger, weil David Beckham mich jetzt als Opfer seiner Sex-SMS ausgesucht hat, sondern viel mehr, weil ich schon seit Jahren damit zu kämpfen habe, meiner Umwelt den Beweis zu liefern, daß ich eindeutig nicht schwul bin. Und auch nicht im geringsten an homosexueller Liebe interessiert bin. Gut, die Gesichtsmasken, die Feuchtigkeitscremes, der volle Kühlschrank, das Bügeleisen, die Tatsache, daß ich gerne Shoppen gehe, das sind alles Fakten, die dafür sprechen, aber ein wenig Offenheit gegenüber solchen Dingen macht ja noch lang keinen Schwulen aus. Nur eine SMS von David Beckham, mit solch eindeutigem Inhalt, die könnte da schon diffamierend wirken. Ein 160-Zeichen Indiz für etwas, das nicht stimmt.
Ich hob das Handy wieder auf, begutachtete nochmal die letzte SMS und beschloß, ihm zu antworten. “LASS MICH IN RUH, DU ÜBERBEZAHLTES ARSCHLOCH. ICH BIN NICHT SCHWUL!”, tippte ich mit schlafbetäubten Fingern in das kleine Gerät. Die SMS verließ den heimischen SMS-Äther, bahnte sich ihren weg durch das unwettergetrübte Nordrhein-Westfalen, quer über das schöne, aber auch viel zu nasse Holland, Richtung London, wo sie sich unvermittelt in Victoria Beckhams nagelneues Sony Ericsson T 643B materialisierte, und mit einem sanften vibrieren in der linken Hosentasche einer viel zu kleinen Versace-Jeans auf sich aufmerksam machte.
Posh las die SMS, wischte sich kurz über den Mund, klappte den Klodeckel wieder runter, rannte schnellen Schrittes in den Ostflügel des Beckhamschen Palastes, über Edelholztreppen hinauf in Schlafzimmer Nummer 43, wo David nackt zwischen den Laken und zwei brasilianischen Haushälterinnen lag, schmiß das nagelneue Mobiltelefon mit voller Wucht gegen den teuren, erst seit letzer Woche über dem antiken Bett hängenden Barockspiegel und schrie mit kiksender Stimme: “DAVIIIIIID, ICH WILL DIE SCHEIDUNG!”.
Ich log legte mich wieder hin, und erwachte Stunden später erfrischt und glücklich mit einer wunderschönen Frau an meiner Seite. Ich musste Lächeln.


10. November 2004 um 15:27
Ich log legte mich wieder hin, und…
das ist ja 100prozent zitat!
aber mal im ernst: wenn sie die liste vervollständigen, dann zahl ich den deckel irnzwann!
10. November 2004 um 15:30
Jau, verbessert. Das ist halt der Haken an Altcontentverwertung. Dennoch, die 100 krieg ich voll…
10. November 2004 um 15:44
kacke, und ich heute mit studienkontenbescheid… muss ich schon was zur seite legen? sind sie ein
“guter”ausdauernder trinker?10. November 2004 um 15:47
Ich sach ma so: Wenn der Abend lang is, braucht’s auch viel Bier. Sie könn aber statt Deckelzahlen auch eine Kiste hinstellen, oder 1/2 Flaschen Bordoo. Geht alles, und is wahrscheinlich günstiger als Kneipe. Wobei: Wenn Sie da so am Auflegen sind, dann geht da wahrscheinlich auch was mit Deckel. Haha!
10. November 2004 um 19:03
Der Herr Shhhh trinkt ganz schön was weg. Ich weiss das nämlich seit Frankfurt und Berlin. Muss irgendwie in der Blogfamilie liegen….
11. November 2004 um 15:24
kasten pils klingt gut, kann man machen. sind sie am 25. hier, interpol? ist leider schon ausverkauft, aber vielleicht ham sie ja noch 1e karte gekauft (oder ebay, aber da gerade 2 karten à 50
neuroteuro)…16. Juni 2005 um 13:48
Die Story ist geil, wünschte, mir wäre das eingefallen. Ausserdem möchte ich wissen, wie Interpol war. Grüsse an die Spree.
5. August 2005 um 14:16
gays