Monatsarchiv für Januar 2005

 
 

Zwei kleine Mäuse aus Biberau.

Feststellung vom Sonntag Vormittag:

Sweety Hertel

Den Jamba-Sweety gibt’s auch im ZDF, dort heißt er Stefanie Hertel, und ist im Gegensatz zu seinem gelbgefiederten Proll-Musikfernsehn-Pendant kein Küken-Rüde, sondern eine Sie.

Stefanie singt. Sonntagsvormittags im ZDF. Bevorzugt zum Pianoplayback über die Mondscheinsonate und ihren Liebling, mit dem sie schöne Momente verlebt. Daß ihr Liebling in Wirklichkeit Stefan Mross ist, und wahrscheinlich lieber Trompetenmusik als Beethoven mag, erfährt man Sonntags im ZDF nicht, da die Redakteure solcher Sendungen davon ausgehen, daß man sowas aus der einschlägigen Schlager-Boulevard-Presse weiß. Stefanie singt auch andere Sachen, zum Beispiel “Zwei kleine Mäuse aus Biberau”, ein Lieblingslied aus ihrer Kindheit. Auch das geht ganz stark in Richtung Jamba, oder vielmehr in Richtung Jamba-Ratten.

Sweety Hertel ist knapp 10 Minuten im ZDF zu sehen, trällernd, hüpfend, grinsend, und ich bin ziemlich verwundert. So verwundert, daß ich das erste Mal in meinem Leben nicht schlag(er)artig wegzappe, wenn oder weil etwas schlagerartiges im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen ist. Und plötzlich bemerke ich, woran es liegt: Die Klingeltonwerbung fehlt. Ja, richtig, da läuft die ganze Zeit Schlagermusik mit Sweety Hertel, sogar Schnappi tritt am Schluß noch auf, und man sieht begeisterte Menschen, junge Fans mit selbstgebastelten Schildern, auf denen “Stefanie, Du bist die Beste!” steht, und alte Fans, die rhythmisch klatschen und klatschen und klatschen, und nicht ein einziges Mal kommt eine Einblendung mit Hinweis auf den zu bestellenden Klingelton nebst Abo. Nichts. Und dabei ist doch die ganze Zeit Sweety zu sehen.

Da stellt sich mir dann die Frage, ob Jamba tatsächlich eine wirklich potente Zielgruppe vergessen hat. Schlagerfans würden sich definitiv das Schlager-und-Volksmusikstars-Klingelton-Abo runterladen, wenn sie es denn könnten - denn Schlagerfans sind Fans im wahrsten Sinne des Wortes. Treu bis hinten gegen. Mobilfunk-Anbieter könnten ebenfalls eine Menge Geld an und mit Schlagerfans verdienen, denn wenn man sich Schlager- und Volksmusikfans im Fernsehen anschaut, bemerkt man, daß die nun mal wirklich gerne und viel klatschen und latschen und klatschen. Und wenn solche Fans “Zwei kleine Mäuse aus Biberau” als Polyphon-Klingelton auf ihrem Handy haben, wollen die mit Sicherheit auch konsequent angerufen werden, damit das Klatschen ja nicht unterbrochen werden muß. Das muß man sich dann wie in dieser MTV-Kakerlaken-Klingeltonwerbung vorstellen: “Hey Alter, ruf mich sofort auf’m Handy an!”. Wobei dann wahrscheinlich jemand “Anneliese” statt “Alter” sagen würde - aber das ist sekundär.

Liebe Jamba-Macher, gleiches Recht für alle! Also ab mit Euch ins ZDF. Ich will auch nichts für die Idee.

Ein Herz für Grossmummerich!

Ich möchte an dieser Stelle, vor dem drohenden Wochenende, noch eine Lanze brechen, und auf eine mir wirklich wichtige Herzensangelegenheit Hinweisen. Der Grossmummerich, das Sinnbild des emanzipierten Mannes, das wirklich Beispielhafte Leitbild für alle, die nicht wissen, wie sie mit selbstbewussten Frauen, vorlauten Bloggerschweinen und Männern mit größerem Penis umgehen sollen, braucht Unterstützung. Deshalb erkläre ich das Freakshow-Jahr 2005 zum Jahr des Grossmummerichs, und rufe alle, die sich angesprochen fühlen, dazu auf, mit folgendem Banner bei dieser Aktion mit zu machen:

Ist das nicht Thomas Fue...?

Auf das wir uns auch 2005 wieder provozieren und drohen lassen, möglicherweise verklagt werden, und am Ende doch wieder ungesühnt davon kommen! So muß “Männlichkeit” aussehen.

Deutschland stirbt aus. Danke, “Lars”!

Ist das nicht Thomas Fue...?

Grossmummerich, 45 Jahre alt, die Kindheit bevorzugt in Hundehütten verlebt, aus Angst vor den lähmenden Schwertstichen der modernen “Amazonen”, denen er dennoch immer wieder zeigen will, wo und wie sein Hammer hängt. Um den Rosenliebhaber wird oft heftig “geklöppelt”, und Männer, ja, richtige Männer, die machen ihm am meisten Spaß. Vor allem wenn sie “Tiefgang” besitzen.

“Deutschland stirbt aus!”, sagen die Medien. Wenn ich mir da so bestimmte, plötzlich in den Referrern auftauchende Herzensschwerverbrecher nebst ihrem single.de-Profil anschaue (bei deren Antlitz ich merkwürdigerweise an letztjährige Blog-Drohgebärden in Form von Paragraph 185 StGB und ähnlichem Mumpitz denken muß), wundert mich das nicht.

Ich trage Schuld an Auschwitz.

Ja, ich gebe es zu, auch ich bin manches Mal genervt. Von der Zeit zwischen 1933 bis 1945. Von der medialen Aufarbeitung dieser Zeit. Von den Kinofilmen. Von dem Gerede um Schuld und Sühne, um Identität und neuem Stolz.

Geneanologisch gesehen trage ich keine Mitschuld an dem, was in Nazideutschland passiert ist. Das liegt glücklicherweise an meiner italienischen Ahnengalerie, die eher in den Bereichen Olivenanbau, Prostitution, klösterliche Arbeiten, Schmuggel und Gastarbeit beschäftigt war. Meine Großeltern haben sich einen Teufel um die Nazis geschehrt. Ist mir zumindest erzählt worden. Und meine Eltern kennen Nazideutschland nur aus dem Kino, aus Erzählungen, und vermutlich auch aus Büchern.

Aber selbst wenn da geschichtliche Verknüpfungen wären, trüge ich dennoch keine vererbte Schuld in mir - ich besitze ja den Freibrief der dritten Generation. Das geht wohl allen Menschen in meinem Alter so. Und Menschen in meinem Alter neigen auch schnell dazu, die Schuldfreiheit dann und wann noch mal etwas vehementer zu betonen. Aus einem inneren Zwang heraus, vermutlich. Man pocht dann auf den Freibrief. “Das war ja nicht unsere Generation!”, ist dann so ein Satz, der gerne fällt, zum Beispiel wenn es um Nationalstolz oder Identität oder deutschsprachige Popmusik geht. Und das verwundert mich jedesmal, denn es ist ja offensichtlich, daß ein 1970er-Jahrgang nicht Schuld am zweiten Weltkrieg gewesen sein kann - und es wird wohl kaum ein Mensch so dumm sein, Gegenteiliges zu denken. Und dennoch taucht er immer wieder auf. Der Schuldkomplex. Den ich nicht besitze. Den ich aber in Anbetracht des 27. Januars für mich selbst aufkochen möchte. Mit folgender Behaupung:

Ich trage Mitschuld am Holocaust! Wir allen sind mehr oder weniger Schuld am Holocaust. Krude Behauptung, mag man jetzt denken. Ist aber bei weitem nicht so krude,wie es sich liest. Denn ich meine keineswegs den bürokratisierten Völkermord. Sondern vielmehr das andauernde Mißverständnis zwischen Schuldfrage (was beispielsweise nationale Identität angeht) und Schuldfrage (auf menschliche Identität bezogen). Wenn ich dieser Tage die Bilder aus Auschwitz sehe, die Dokumentationen der Shoa betrachte und lese, die Zeitzeugen höre, dann beschleicht mich ein Weltekel. Ein Ekel vor dem Menschen an sich. Ein Ekel vor dem Menschen, der einen anderen Menschen nicht aus niedersten oder instinktiven Beweggründen hasst, sondern nur aus idealisierten Gründen. Sogesehen muß ich mich in gewissem Maße auch vor mir ekeln. Bei Pauschalisierungen, zum Beispiel. Wenn ich mich über die “lauten Ausländerjungs” im Kino, oder die unangenehme Kopftuchträgerin, oder den asozialen Ossi, oder den besoffenen Penner, oder den Typ mit der anderen Meinung aufrege. Spätestens da muß ich mich an die eigene Nase fassen, und mich aufrichtig fragen, wie nah diese an Oberflächlichkeiten festgemachte Vorverurteilung an der Nazi-Denke dran ist. Und für mein Empfinden ist die verdammt nah dran.

Natürlich käme unsereins nicht auf die Idee, die eigenen Feindbilder systematisch auszurotten. Ich glaube auch kaum, daß Mensch an sich zu so etwas fähig ist. Für so etwas braucht es die Monster mit den Ideologien, (die, wenn man es denn genau nimmt, jedoch auch Menschen waren - das “nur” spare ich mir hier). Die hat es in der Geschichte der Menschheit leider immer wieder gegeben, und wird es wohl auch immer wieder geben. Nicht nur in Nazi-Deutschland - dort jedoch leider Gottes besonders schlimm und unvorstellbar schrecklich. Dennoch denke ich, daß unabhängig von der ideologischen Motivation immer ein Funken Grausamkeit und Hass in jedem von uns steckt. Anders läßt sich auch nicht erklären, warum in all diesen historischen Eskalationen eigentlich fast alle an einem Strang zogen. Masse macht gemein, hat glaube ich Kant gesagt. Und da hat er recht. Was mich letztlich wieder zu meiner Empfindung führt:

Wir sind alle Schuld an solch grausamen Ereignissen. Egal ob Nazi-Verwandschaft, deutsch-singender Popstar oder Gastarbeiterkind. Da bin ich fest von überzeugt. Und das wird mir dieser Tage mal wieder besonders bewusst. Wenn ich an den Holocaust, an dieses Verbrechen an der Menschlichkeit denke. (Oder den “Beamten” Adolf Eichmann in einem 2stündigen Zusammeschnitt auf der Anklagebank sitzen sehe). Denn wir sind alle Menschen. Das macht uns schuldig. Das macht uns zu Monstern. Und das hat im Grunde nichts mit Nationalität zu tun - auch wenn das leider immer wieder der Aufhänger ist, den wir benutzen, um uns wie auch immer schuldig zu machen.

Pflichtlink: Shoa.de
Remix: Spreeblick!
Remix: Anke!
Remix: Eriador!
Remix: Eriador 2!
Bonus: Ein kleiner Auszug aus Serdar Somuncus großartigem Liveprogramm “Diese Stunde der Idotie”, in welchem er die Sportpalastrede von Goebbels demontiert. Serdar Somuncu - Arme Nazis!, 5,4 MB MP3.

Nur noch einen ganz kleinen zum Thema Klingelton

So sehen Marketingideen aus, die eine neue Ära einleiten. Hier am Beispiel Sweetie: In den nächsten Monaten werden uns noch etliche andere verfickte kleine Mistviecher mit nervtötenden Songs die Klingeltöne um die Ohren hauen, und es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis Sweetie in den Charts auftaucht. Danke, liebe Medien!
und Musik, dann reicht’s aber auch für diese Woche: Gestern Nacht, zwischen lähmenden Holocausterzählungen im Qualitätsfernsehen, der viel zu langen Branagh-Hamlet-Fassung und dem längst verdrängten Schund der Privaten dann Slut aufgeschnappt. Die Ingoldstädter Krachmacher, die sich ja eigentlich auflösen, anscheinend aber trotzdem noch für Bayern in Raabs Bundesvision-Song-Contest antreten. Schön und gut, denkt man da, Slut, auch noch live bei Pro 7, das gönne ich den Jungs von ganzem Herzen, auch wenn ich erwartet hätte, daß sie einen Auftritt beim Jacketkronenclown ablehnen würden. Und auch wenn sie eigentlich nie so richtig mein Fall gewesen sind, machen Slut dennoch verdammt gute Musik. Das muss man ihnen lassen. Zum ersten Mal rockt jemand bei Raab.

Und dann, urplötzlich, in einer kurzen Sekunden, die ich damit verbrachte, einen Bauchnabelflusen näher zu untersuchen, während die Herren Slut immer noch rockten und rotzten, blendete der TV-Total-Praktikant das ein, was ich im Leben nicht erwartet hätte: BESTELLE DEN AKTUELLEN SLUT-HIT “WHY POURQOIS” ALS KLINGELTON AUF DEIN HANDY! Schrecksekunde! Der Bauchnabelflusen schwob sanft zu Boden, ich begann leise vor mich hin zu sabbern, und war vermutlich den Rest der Nacht paralysiert.

Ich nehme es Slut nicht übel. Wäre ich einer von diesen Indie-Polizisten, müsste ich jetzt rummeckern, irgendwas mit “Sellout!” schreien, und alle meine Slut-Vinyls als Brotmesser benutzen. Da ich jedoch keine einzige Langspielplatte der Band Slut besitze, und mich auch nicht berufen fühle, die geschmacklich korrekt orienitierte Exekutive zu spielen, rege ich mich eher über die Industrie auf, die auf solche Ideen kommt. Kein Vorwurf an Slut: Denn ganz ehrlich gesprochen, würde ich den Zerbel mit Raab-Live-Auftritt und Klingelton auch mitmachen, solange denn wirklich “live” gespielt werden dürfte, und ich mich garantiert in meinem musikalischen Kontext frei und ohne Einschränkungen bewegen könnte. Ich weiß nicht, ob das meine Bandkollegen ähnlich sehen, aber ich denke schon.

Traurig und schlimm ist eben nur, daß sogar im Falle Slut, die jetzt dank Raab vielleicht einen kleinen Durchbruch verbuchen könnten, eher ein Klingelton als ein physikalischer Tonträger beworben wird. Daß es wahrscheinlich sogar Menschen gibt, die sich den Klingelton gezogen haben. Daß der Klingelton wohl mittlerweile zum vermeintlich guten Ton gehört, wenn man denn die breiten Massen erreichen will. Und daß er im Falle Slut seit gestern wahrscheinlich erfolgreicher sein wird, als die aktuelle MCD. (Ach, was war eigentlich noch mal eine MCD!?!)

So sehr ich Herrn Briegmann und die Universal gestern noch verflucht habe: Heute empfinde ich Abscheu gegenüber denjenigen, die ihm die Millionen Euro mit dem Download von Klingeltönen eingebrockt haben. Denjenigen, die Jamba mit jedem Anruf das Geld in den gelbgefiederten Rachen werfen. Tötet Sweetie! Kinder, auch ihr macht die Musik kaputt!

Unter diesen Gesichtspunkten

ist Spiegel Online eigentlich auch nur ein Blog.

Liebe Universal Music, Lieber Frank Briegemann,

Wir erwirtschaften mit Klingeltönen schon einen Umsatz im einstelligen Millionen-Euro-Bereich…

Allein für diesen Halbsatz müsste man Euch Eure Veröffentlichungen mit schmackes links und rechts um die Ohren donnern, und Euch den ganzen Tag lang mit Eurer eigenen Klingeltonkacke malträtieren - am besten aus einer überdimensionierten 2000 Watt Anlage, Schnappi und Sweetest Poison rund um die Uhr, als 24 KB/S MP3, illegal, bis ihr so richtig schön weich im Kopf seit seid. Obwohl: Weich seit seid ihr da oben ja schon, das lässt diese Aussage zumindest vermuten.

2006 geht es also dank der wachsenden Popularität von Klingeltönen wieder bergauf mit der Musikbranche? Am Arsch! Warum nicht gleich Klartext? Kann ich auch gerne vorformulieren. Will ich auch kein Geld für. Wenn nächstes Mal SpOn oder Planetopia anklingeln, einfach folgendes sagen (vorher copy/paste nicht vergessen, ist ganz einfach):

“Wir erwirtschaften mit Klingeltönen schon einen Umsatz im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, nicht zuletzt dank der Jamba-Abhängigkeit des Viacom-Konzerns, und der strunzdoofen Zuschauer, die sich den Müll auf ihre zum Telefonieren völlig ungeeigneten Scheißhandys runterladen. Die Musiker und deren Musik sind uns dabei eigentlich scheißegal, die brauchen sowieso kein Geld, und die können ihre Sachen ja in die P2P-Netzwerke stellen. Und wir brauchen die Musiker eigentlich auch nicht mehr, denn für einen erfolgreichen Klingelton braucht es niemanden mit guten Ideen. Musik als Kunstform ist eh überbewertet, und hat sowieso noch nie für uns funktioniert. Hauptsache wir verdienen weiterhin an dem, was wir als ‘Musik’ verkaufen. Übrigens planen wir derzeit ein paar Klingelton-Sampler, um da auch noch mal so richtig abzusahnen, und bald werden sogar die Videoclips mit Klingeltönen unterlegt, damit jeder weiß, was Sache ist. Bis spätestens Ende 2006 muss das auch im dreistelligen Millionenbereich gekracht haben, denn mit längerfristigen, intelligenten Lösungsansätzen haben wir’s ja noch nie so gehabt. Aber wem sag ich das.”

Nachtrag: Mit der dazugehörigen Meldung, daß ab April die offiziellen Klingeltoncharts eingeführt werden, beschleicht mich das ungute Gefühl, daß die Musikindustrie soeben mit dem Schaufeln des eigenen Grabes fertig geworden ist. Hat ja auch lang genug gedauert…

Frau Eriador, guck ma hier!

happy borfday frau e.

Meine Liebe, die liebste Frau Eriador hat heute (also am 22., und nicht wie oben dank des amerikanischen Servers am 21.) Geburtstag, und deshalb wünsche ich ihr auch von dieser Stelle aus alles Liebe, Gesundheit, Erfolg und einen guten Start ins nächste Lebensjahr, das hoffentlich eines der besten überhaupt wird.

Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, würde ich Frau E. ein Privatflugzeug kaufen, dieses in kunterbunten Farben bemalen und ihr einen Eddie Vedder-Imitator als Piloten engagieren, auf daß er sie überall hin fliegt, und bei den Durchsagen aus dem Cockpit immer wie Eddie Vedder klingt und singt. Leider habe ich weder das nötige Kleingeld, noch kenne ich jemanden, der so klingt und singt wie Eddie Vedder, und so muß ein bescheidenes Häuflein an Geschenken herhalten, welches ich ihr innerhalb der nächsten 24 Stunden überreiche. Ich hoffe, sie freut sich auch so

Ted Leo Reloaded

Nur damit noch mal klar ist warum jambagesponsertes Musikfernsehen scheisse ist, die deutsche Plattenindustrie keine Ahnung hat, und man in diesem Frühjahr ein Ted Leo-Konzert besuchen sollte: Where have all the rude boys gone…

MP3 via Tedleo.com.

Herr Shhhh, der Nerd, seibernd.

Achtung, dicke Werbeunterbrechung…

Virus TI Polar - hier von irgendeinem Fuzzi auf der NAMM fotografiert. Erscheint in den nächsten Wochen für sehr teuer Geld.

Jetzt kommt nerdisches: Wer den Indigo kennt, wird sich wundern. Im rechten Bedienfeld bleibt alles beim alten: Zugriff auf die zwei Cutoffs und die dazugehörige Filter-Envelope, sowie die Gesamt-Hüllkurve. Im Mittelteil tut sich auch nicht viel neues (OSC, Sub-OSC, FM, etc.), sieht man mal von dem weissen (!!!) Display und den drei Value-Reglern ab. Links wird’s richtig spannend: Direktzugriff auf die Modmatrix, den Arpeggiator und die Effekte. Wenn ich da an die Klick- und Drehorgien des Indigo denke, die letztlich immer dazu geführt haben, daß ich von den Bandkollegen als Knöppedreher bezeichnet wurde, bzw. immer mehr gedrückt als gespielt habe, wird mir beim Anblick des Polar schon ein wenig anders.

Was man hier nicht sieht: USB-Anschluss hinten, um das Teil direkt in den Sequencer einzubinden. Keine Ahnung, wie das aussehen wird, aber allein schon der Versuch, endlich den 500 Jahre alten Midi-Standard abzusäbeln, zählt. Auch hinten: Ein großes Access-Logo, das pulsiert. Und zwar synchron zur im Arp eingestellten BPM-Zahl. Da fragt man sich zuerst, was das soll. Wenn man jedoch schon mal mit einem tauben Drummer gespielt hat - und die sind meistens taub - dann weiß man’s.

So, genug Werbeunterbrechung. Weiter mit der Tagesordnung…