Zwei kleine Mäuse aus Biberau.

Feststellung vom Sonntag Vormittag:

Sweety Hertel

Den Jamba-Sweety gibt’s auch im ZDF, dort heißt er Stefanie Hertel, und ist im Gegensatz zu seinem gelbgefiederten Proll-Musikfernsehn-Pendant kein Küken-Rüde, sondern eine Sie.

Stefanie singt. Sonntagsvormittags im ZDF. Bevorzugt zum Pianoplayback über die Mondscheinsonate und ihren Liebling, mit dem sie schöne Momente verlebt. Daß ihr Liebling in Wirklichkeit Stefan Mross ist, und wahrscheinlich lieber Trompetenmusik als Beethoven mag, erfährt man Sonntags im ZDF nicht, da die Redakteure solcher Sendungen davon ausgehen, daß man sowas aus der einschlägigen Schlager-Boulevard-Presse weiß. Stefanie singt auch andere Sachen, zum Beispiel “Zwei kleine Mäuse aus Biberau”, ein Lieblingslied aus ihrer Kindheit. Auch das geht ganz stark in Richtung Jamba, oder vielmehr in Richtung Jamba-Ratten.

Sweety Hertel ist knapp 10 Minuten im ZDF zu sehen, trällernd, hüpfend, grinsend, und ich bin ziemlich verwundert. So verwundert, daß ich das erste Mal in meinem Leben nicht schlag(er)artig wegzappe, wenn oder weil etwas schlagerartiges im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen ist. Und plötzlich bemerke ich, woran es liegt: Die Klingeltonwerbung fehlt. Ja, richtig, da läuft die ganze Zeit Schlagermusik mit Sweety Hertel, sogar Schnappi tritt am Schluß noch auf, und man sieht begeisterte Menschen, junge Fans mit selbstgebastelten Schildern, auf denen “Stefanie, Du bist die Beste!” steht, und alte Fans, die rhythmisch klatschen und klatschen und klatschen, und nicht ein einziges Mal kommt eine Einblendung mit Hinweis auf den zu bestellenden Klingelton nebst Abo. Nichts. Und dabei ist doch die ganze Zeit Sweety zu sehen.

Da stellt sich mir dann die Frage, ob Jamba tatsächlich eine wirklich potente Zielgruppe vergessen hat. Schlagerfans würden sich definitiv das Schlager-und-Volksmusikstars-Klingelton-Abo runterladen, wenn sie es denn könnten - denn Schlagerfans sind Fans im wahrsten Sinne des Wortes. Treu bis hinten gegen. Mobilfunk-Anbieter könnten ebenfalls eine Menge Geld an und mit Schlagerfans verdienen, denn wenn man sich Schlager- und Volksmusikfans im Fernsehen anschaut, bemerkt man, daß die nun mal wirklich gerne und viel klatschen und latschen und klatschen. Und wenn solche Fans “Zwei kleine Mäuse aus Biberau” als Polyphon-Klingelton auf ihrem Handy haben, wollen die mit Sicherheit auch konsequent angerufen werden, damit das Klatschen ja nicht unterbrochen werden muß. Das muß man sich dann wie in dieser MTV-Kakerlaken-Klingeltonwerbung vorstellen: “Hey Alter, ruf mich sofort auf’m Handy an!”. Wobei dann wahrscheinlich jemand “Anneliese” statt “Alter” sagen würde - aber das ist sekundär.

Liebe Jamba-Macher, gleiches Recht für alle! Also ab mit Euch ins ZDF. Ich will auch nichts für die Idee.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Zwei kleine Mäuse aus Biberau.”

  1. schlager
    28. Juli 2005 um 14:54

    schlager

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