Monatsarchiv für April 2005

 
 

When hell freezes over…

Ja, ich gestehe, meine Mutter wollte, daß ich entweder ein Mädchen oder ein Priester werde, und da ich kein Mädchen geworden bin, war ich 13 Jahre lang Messdiener in einer für NRW ziemlich wichtigen katholischen Kirche. Und daß ich dem Verein relativ spontan, aber dennoch entschieden (und vor allen Dingen nicht grundlos) den Rücken gekehrt habe, lag auch an Menschen wie Ratzinger.

So wenig mich das Ergebnis dieser Papstwahl überrascht, so sehr ärgert es mich im nachhinein doch, daß die Erz-Konservativen mal wieder am längeren Weihrauchfaß Hebel sitzen.

clash.

Now I got a job
But it don’t pay
I need new clothes
I need somewhere to stay
But without all of these things I can do
But without your love I won’t make it through…

Movement.

It’s like a fat guy in a tshirt doing all the singing…

Nach draussen gehen, gröhlen. Movement.

Oz.

Das Wetter bewegt sich in die richtige Richtung, nicht kalt, nur manchmal noch kühl, und selbst Dein Kopfkachelmann muß schmunzeln. Ab und an blickt die Sonne zu Dir herunter, wärmt Dich von innen, und schenkt Dir den Augenblick, den Du gebraucht hast, um endlich zu begreifen, das nicht alles gut wird, aber vieles besser werden kann. Der kitschige Kleinkinderchor in Deinem unausgeschlafenen Hirnwindungen leiert unentwegt etwas von “Laß die Sorgen Sorgen sein”, und die wie Jean Gabin aussehende Traurigkeit hält sich die Ohren zu, und verzieht sich in ihren Keiderschrank, weil eine neue, buntere Garnitur ihr den schon zu lange besetzten Platz auf Deinem Kleiderständer wegnimmt. Kein Grund mehr, die Schultern wie ein faltiger Trenchcoat auf einem alten Metallbügel hängen zu lassen, und der Umwelt damit unbewusst zu signalisieren, daß Du die Last der Welt auf Deinen Schultern tragen möchtest, weil Du Dich irgendwann, irgendwo auf negativ gepolt hast, und eben einfach schuldig sein willst. Der Frühling stützt Dich, mit aller Kraft, die Schwerkraft ist plötzlich sowas von egal, ein Lächeln zieht Dich nach oben. Du blickst zwar immer noch auf die Trümmer, die Du hinterlassen hast, und dieser Blick betrübt dich. Aber aus irgendwelchen Gründen sind jetzt Kraft und Willen, ein für alle mal aufzuräumen, deutlich spürbar. Ob es Dir gelingen wird, bleibt unklar. Aber Du fühlst zumindest, daß es jetzt klappen kann, weil die Möglichkeiten urplötzlich da sind. Aus dem nichts gekommen.

Für einen kurzen Moment denkst Du an den Zauberer von Oz. Und an schlecht geschriebene Befindlichkeitstexte. Und an Uschi Glas, um wieder nüchtern zu werden.

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Zeit ist relativ:
Feststellen, daß 8 Minuten zu viel und 8 Stunden viel zu wenig sind.

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Die wirklich netten Begrüssungsmomente erleben:
“Hey, Du siehst ja aus wie ausgekotzt!”.
Die unfeinen Antworten darauf geben:
“Geh doch zu Deiner Frau, wenn Du Streß haben willst.”

§

In der Mittagspause miterleben, wie ein Araber seine Frau auf offener Straße mit einem Gürtel verprügelt. Mit der Situation überfordert sein. Einerseits den Reiz verspüren dazwischen zu gehen, diesen Kerl umzuschubsen, eben irgendetwas zu machen, um dieser verabscheuungswürdigen Situation ein Ende zu bereiten. Andererseits offensichtlich die Feigheit geerbt haben. Gut, daß die Polizei nicht gezögert hat.

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Die einen (wunderbaren) Ohrwürmer.
Let me take you down
cos I’m going to
Strawberry Fields

Die anderen (neuen) Ohrwürmer.
I am all alone this time around,
Sometimes on the side I hear a sound,
Places parallel, I know it’s you,
Feel the little pieces bleeding through,
And on 
And on…

Bringt es eigentlich Unglück oder Glück, wenn man auf eine Batterie tritt?

£

“Ich rauche so viel, ich brauche mittlerweile 2 Feuerzeuge pro Tag.”

¢

Das immer größer werdende Loch in der Lieblingsjeans, welches an diesen einen Moment erinnert, an dem ich ausnahmsweise mal nicht grundlos zu Boden ging.

WITH LEAK: Und Trent Reznor betrat mein Büro, sah, was sich auf meinem Rechner abspielte, scheuerte mir eine, stellte sich dann in die Zimmerecke, und fing bitterlich an zu weinen.

Hitachi is gay.

Klar, sowas kann man auch machen, wenn man neue Festplattentechnologien bewerben will.

Gedanken zur gestrigen Beckmann-Sendung

(Gäste: Proto-Bundesperäsident a.D. Richie Weizsäcker, Silberblickmond Rehlein Steffi Kloß, die Tante von Juli, und Herr Beckhanman.)

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Richard hätte ich gerne als Opa gehabt.
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Die Silbermondfrau sieht aus wie ein Rehlein, aber sie spricht sehr, sehr schnell, was Rehe wiederum nicht tun, und rennt ausserdem in diesem komischen Goth-Look rum, der sie wiederum nachdenklich wirken lässt, obwohl sie das glaube ich gar nicht ist. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich sie extrem anziehend oder einfach nur nervig finde. Sie könnte als verschreckte Sekretärin in “Der Untergang 2″ mitspielen. Oder wahlweise in 20 Jahren Yogakurse für Rehe geben. So wie die Karven.
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Bautzen ist eine Stadt mit schönen Frauen, aber einem Scheißnamen.
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Die Juli-Frau, deren Vornamen ich immer vergesse, sieht aus wie Franzi von Almsick. Ausserdem kommt sie aus Giessen, und Giessen ist gay.
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Beide reden immer über ihre Band. Komischerweise hat man aber nicht die Bands eingeladen, sondern nur deren attraktive Aushängeschilder. Ich versuche mir einen kurzen Moment lang vorzustellen, wie Herr Sportraucher dort anstelle von Annett Louisan sitzt, und irgendwas über Heiraten und Ausverkauf und Provinzpop erzählt. Ich trinke schnell einen Schluck Bier, um das Bild zu verdrängen. Dennoch stellt sich mir die Frage: Wenn man sexy aussehen muß, um für’s TV relevant zu sein, was zur Hölle hat dann Tim Mälzer im Fernsehen verloren?
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Die Juli-Frau sagt, daß sie oft komische Angebote von Kerlen via E-Mail bekommt. Das macht sie sympathisch, daß sie tatsächlich E-mails liest. Daß 45jährige auf sie fliegen, mach mich eher skeptisch. Ist Single-Deutschland wirklich schon so weit unten?
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Bundes-Richard umschifft geschickt die Tatsache, daß er keine der D(r)amen, geschweigedenn ihre Musik kennt, freut sich aber, als er von Backmaus die drei Alben der Bands geschenkt bekommt. “Spitze, 42 Euren gespart!” scheint er zu denken.
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Die kleine Louisan ist die älteste in der Runde, wirkt wie auf Helium, sagt aber ab und an ganz nette Sachen. Zum Beispiel, daß sie nie über ihr Privatleben spricht. Und daß sie erst vor kurzem geheiratet hat.
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Zwischendurch fällt der obligatorische Neue Deutsche Welle-Vergleich, der immer dann fällt, wenn jemand deutschsprachige Musik macht. Ich beschliesse plötzlich, nur noch englisch zu denken, damit ich später mal sagen kann: Ich hab mit NDW nix zu tun, ich denke ja englisch.
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Nach gefühlten 3 Stunden schalte ich den Fernseher aus, und weiß jetzt eigentlich auch nicht viel mehr als vorher.

An elaborate dream.

Da ist dieser subtile Anfang, eine verwaschene Klaviermelodie, eine Stimme, die wie in Handtücher gewickelt klingt, sanft aber dennoch eindringlich klagend zu Dir spricht, und sich gegen kaum wahrnehmbaren, aber dennoch dröhnenden Verkehrslärm durchzusetzen versucht. Traurig versucht sie Dir zu sagen, daß Du die Fragen selbst stellen mußt. Die Stimme rettet sich in einen zuckersüßen und dennoch abgrundtief traurigen Refrain hinüber, das Klavier wir einen Hauch eindringlicher, melodramatischer, die Fragen konkreter. Ist wirklich alles an seinem Platz? Die Stimme verwischt mit der fehlenden Antwort. Die Antwort liegt bei Dir. Die Antwort liegt in Dir, Du mußt nur hinschauen, Du sollst Dich nicht davor fürchten. Denn Angst ist hausgemacht, sagt die Stimme in der zweiten Strophe, jetzt nicht mehr mono vermummt, sondern stereo in Deinem Kopf. Und wenn Du erkennst, das auch die größte Angst nur Illusion ist, bist Du der Star in Deinem verkorksten Leben, und kannst Dich zurecht bejubeln lassen, Dich von dem langsam immer fragiler klingenden Klavier einspinnen lassen, und Dich der Freude über die Erkenntnis und dem bittersüßen Fadeout hingeben.

Und dann sind diese verdammtem 5 Minuten von “Right where it belongs” zum hundersten Male durch, und Du drückst auf Repeat, und stellst schon wieder fest: Scheiße, ich bin seit neuestem ein Nine Inch Nails-Fanboy, und Trent Reznor hat da anscheinend mal eben “Hurt Part 2″ abgeliefert. Und ja, die Platte ist noch NICHT draussen, aber wir sind ja hier im Internetz.

Just for the record:

Bob Geldof hatte recht.

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Und dann war da die Sache mit dem Videodreh am letzten Donnerstag, wo wir drei Herren mit Instrument und Mikro zuerst bei Abenddämmerung zum Playback auf einem Acker rumhoppsten, dann das Set in die sozialen Randzonen dieser Stadt verlegten, wo wir von jungen Menschen nach Sinn und Zweck der Aktion gefragt wurden (”Iss den fur MTIWI odar was?”), und am Schluß im lokalen Jazzjamsessionschuppen das Finale drehten, wo sich ein Meer aus dummen Gesichtern mal wieder fragte, warum wir keinen Drummer haben, und wieso wir eigentlich keine Coversongs wie beispielsweise “Summertime” drauf haben. Schön, daß der Song zum Video mit der Textzeile “Na dann herzlichen Dank / Ihr macht mich krank / mal im ernst ihr tut mir leid…” endet. Da hat man wenigstens noch ein inneres Grinsen, auch wenn man äusserlich schon längst aufgegeben hat.

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Aufregung mit Hunger verwechselt.

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Joe Strummer wiederentdeckt. I’ve got Rock’n'Roll in my soul. Und das ich, als ausgewiesener Elektronikbastard.

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Desperate Housewives: Irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, als habe man versucht, Sex and the city mit Six feet under zu mischen. Ich mein, hallo, es geht um eine Verstorbene, die ein paar ratlose, mit ihren Beziehungsleben völlig überforderte Freundinnen hinterlässt, und das alles aus dem Jenseits kommentiert. Conclusio: Amerikanische TV-Erfolgsformate sind auch nichts anderes als Popmusik. Klauen sie bitte das Erfolgsrezept.

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Was mich wiederum auf den perversen Gedanken bringt: Was würde eigentlich passieren, wenn man antville und twoday zusammenpackt? Mir schweben da Headlines a la “Wie ich gezz ma 1 Sex mit 2 gehappt hab, obwohl einklich nich.”

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Gestern Abend beim Wäschefalten dann doch noch den Blick in den Pro7-Superfilmfilmfilmblockbusterknüller LOST gewagt. Der Pilot (also jetzt im Sinne von Pilotfilm, nicht im Sinne von: der Typ am Steuerknüppel, der alles versemmelt hat!) war solala. Aber endlich Vermutung bestätigt zu sehen, daß der eine von diesen überdrehten Neben-Hobbits tatsächlich Heroinabhängig ist, und daß die das im Herrn Der Ringe nur nicht zeigen durften, das war so richtig schön.

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Ich gestehe: Die neue Helden-Platte gefällt mir schön. Herr Grötzbach, bitte schlagen Sie mich nicht.

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Ich gestehe auch: Ich hätte gerne ein paar Hochwasserhosen a la Johnny Knoxville. Und die Lache. Wenn ich Lache, klingt das immer so, als würde man ein Kaninchen erwürgen. Wenn Johnny Knoxville lacht, klingt das mehr nach erwürgtem Rammler. Hysterisch, aber männlich.

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Liest hier einklich irnzjemand mit, der Ahnung von Booking hat, oder in einer Bookingagentur arbeitet? Bitte eine E-Mail an mich, es gibt was zu gewinnen. Haha.