/DIV.12

Ich wollte ja heute eigentlich einen längeren Text über ein prägendes Erlebnis mit einer meiner unzähligen Cousinen abliefern. Wahlweise auch was über meinen Onkel mütterlicherseits, der in der Camorra ist, und diese Position schon des öfteren zu Gunsten meiner mir leider größtenteils unbekannten Verwandschaft ausgenutzt hat. Unter anderem auch gegen die Kirche…

Aber nix da. Irgendwie rast und rauscht heute alles an mir vorbei, die Jobs stapeln sich gerade wie Fleischereiaufschnitt beim Vegetarierbrunch, und selbst die Zigaretten rauchen heute schneller als sonst. Und in so einer Situation macht das Reflektieren über unlautere Cousinenbegebenheiten und Morddrohungen gegen rollige Priester einfach keinen Spaß.

Was mich wiederum erschrickt, denn ich frage mich gerade, wieso ich eigentlich unter Streß kreativ sein kann wie sau, aber in einer identischen Situation so reflektionsfähig wie ein Burger bin.

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An Pfingsten fahren sie dann wieder alle auf diesen grünen Berg, wo ein paar alte Menschen ein paar sehr große Zelte errichtet haben, und in diesen Zelten ein paar noch ältere Menschen spielen lassen, von denen man dachte, sie seien längst tot. Das größte Zeltkulturfestival Südwestfalens könnte in Anbetracht des Lineups (Marianne Faithfull, Canned Heat, Ten Years After, Iron 30minutensongs Butterfly, Hot Chocolate und noch so Zeuchs) auch “Dawn of the dead” heißen, tut es aber nicht, weil Kultur hier in der Region nun mal nie und nimmer für die unter 30jährigen gemacht wird. Für die unter 40jährigen auch nicht. Ich werde morgen Abend trotzdem hinfahren (aus Verpflichtung gegenüber Kunden), mir die einzige “Jugendveranstaltung” mit Mousse T. angucken, wahrscheinlich nach 5 Minuten ins Nebenzelt huschen, und mich besinnungslos begiessen. Und ich nehm den Digiknips mit, weil ich da eine gewisse Verpflichtung verspüre, das Festival der Untoten zu dokumentieren. Denn wenn irgendwo Freakshow angesagt ist, dann da.

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Morgens die Kollegen mit “Mahlzeit” zu begrüssen gibt mir neuerdings so ein undefinierbares “Working Class Hero”-Gefühl.

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Apropos Mahlzeit: Who took the cork off my lunch? W.C. Fields

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Apropos Korken: Bier (be)kommt mir nicht mehr (in den Bauch). Ich kann nicht unbedingt sagen, daß ich in den letzten Wochen viel getrunken hätte. Aber dieses Ritual, sich ab einer gewissen Uhrzeit dann doch eine Flasche zu gönnen, hat sich ganz leise und hinterrücks eingeschlichen und manifestiert. Und zum ersten mal in meinem Leben merke ich, wie mein Körper auf diese schlechte Gewohnheit reagiert. Deshalb ab jetzt: Wenn Alkohol, dann nur noch Wein. Wobei ich mir jetzt schon überlege, wie merkwürdig das auf unseren Konzerten aussehen muß, wenn ich die Kanne Bordeaux mit mir rumschleppe.

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Heute früh ein lilafarbenes T-Shirt mit goldener Aufschrift “Pomona Bay” angezogen. Kurzzeitig überlegt, aus welchem H&M-Jahr das grauenhafte Teil ist, und wo es die ganze Zeit versteckt war. Desweiteren überlegt, das “B” mit einem “G” zu überkleben, um jetzt vollends Band- und Blogkonform zu sein. Den Gedanken wieder verworfen, weil das T-Shirt an sich schon schlimm genug ist.

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Sich einfach mal wieder wegen/mit/auf/an freuen.


 
 
 

8 Kommentare zu “/DIV.12”

  1. Sebas
    12. Mai 2005 um 13:02

    Guten Wein gibt es ja auch im attraktiven und konzertkompatiblen Tetrapack. Hab’ ich bei The Bates gelernt. Grausame Geschichte. Muss ich irgendwann mal bloggen

  2. MC Winkel
    12. Mai 2005 um 13:17

    Das war der Sommer 2001, junger Mann! :)

  3. Herr Shhhh
    12. Mai 2005 um 13:19

    Kann sein. Ich hab das nie angehabt, weil ich das scheußlich fand. Aber heute früh habe ich mich so geschmacklos gefühlt…

  4. Herr Shhhh
    12. Mai 2005 um 13:20

    Herr Sebas, rückense ma raus mit der Geschichte. Der Bates-Zimbl is ja jetzt bei uns auf’m Label, da muß man wenigstens wissen, mit wem man zu tun hat.

  5. Sebas
    12. Mai 2005 um 14:32

    So viel vorab - halten Sie den Tetrapack-Rotwein von ihm fern. ;) Geschichte folgt dieser Tage.

  6. brauchtesdas.twoday.net
    12. Mai 2005 um 14:43

    Was ziehe ich denn mal f

    Pfingsten hei

  7. zoso
    12. Mai 2005 um 14:59

    Hier zu dem versemmelten Trackback kann ich aber nix, woa? ääährlisch nisch.

  8. Herr Shhhh
    12. Mai 2005 um 15:09

    Wordpress, Umlaute.

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