Monatsarchiv für Juli 2005

 
 

Eitelkeitscontent.

Mich würde zu gerne interessieren, warum die Menschen dieser Stadt ausgerechnet dann zum “Trend”-Friseur gehen, wenn ich gerade da hin will. In Anbetracht der Temperaturen da draussen ist es doch Wahnsinn sich die Haare schneiden lassen zu wollen. Gut, andererseits, ich bin ja auch nicht besser, wenn ich an solchen Tagen beschliesse, meine Immernochnichtpseudohipsterfrisur endlich zur Endlichpseudohipsterfrisur stutzen lassen zu wollen. Hipsterheerdentrieb. Also weiterhin schafwolldickes Gewusel auf dem Kopf, denn die Warterei tu ich mir beim besten Willen nicht an. Eitelkeit hin oder her, Pseudohipstertum hat auch Grenzen, und die sind bei mir irgendwo bei gefühlten 35 Grad Celsius.

Gerade in diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß ich da früher ganz anders war. Wesentlich eitler, wenn es um Haare ging. Mindestens alle drei Wochen musste da was gestutzt und geschnitten werden, sonst fühlte ich mich einfach nicht wohl in meiner Haut. Definition seiner selbst via Frisur, die aber um himmelswillen nicht danach aussehen durfte, als sei man gerade beim Friseur gewesen. Das hat sich mittlerweile gelegt, da ich für mich selbst erkannt habe, daß man sich auch mit einer Unfrisur irgendwie wohl fühlen kann, wenn man weiß, wie sie zu stylen ist.

Woher diese Affinität zur Frisur kommt, habe ich glücklicherweise recht schnell begriffen. Klassische Erziehungsneurose. Ich kann mich nämlich noch genau an diesen wilden Mopp auf meinem Kopf erinnern, den meine Mutter mir bis zur späten Grundschulzeit verpassen ließ. Also zu der Zeit, als man noch nicht unbedingt selbst entscheiden durfte, wie man aussehen wollte. Prinz Eisenherz war ein Dreck gegen dieses pechschwarze etwas von Pony oder Bubikopf oder wie man das auch immer nennen will, was da auf meinem Kopf gezüchtet wurde, und aufgrund seiner Länge alle zur Kommunikation wichtigen Geischtspartien bedeckte.

Dann kam irgendwann die Zeit der Rebellion gegen die Styling-Vorstellungen meiner Eltern. Ich wollte mehr Pop in meinen Haaren, und Luke oder Matt Goss von dieser unsäglichen britischen Jungspop-Band namens Bros (ich war jung!) waren damals Pop, also marschierte ich ganz alleine mit dem Plattencover (Vinyl, baby!) des ersten Bros-Albums (Push) zum Friseur, drückte es ihm in die Hand, und bat verschüchtert um genau jene kurzgeschorene Kurzhaarfrisur. “Deine Mutter wird mich umbringen, aber ich mach’s trotzdem!” war der ungefähre Wortlaut, als er mit dem Rasierapparat ansetzte, und kaum 30 Minuten später war ich völlig irritiert, als ich das erste mal sah, daß sich unter meinen pechschwarzen Haaren leicht abstehende Ohren und sowas wie Kopfhaut befinden.

Später dann, als die Pubertät an meine Hintertür klopfte, wurde dieser Fimmel mit der Postar-Frisur immer extremer, und im nachhinein ist es mir sogar ein wenig peinlich, damals diese Trendhurenallüren gehabt zu haben. Ich war Neil Tennant von den Pet Shop Boys, inklusive Dauerwelle (siehe Cover der “Actually”), dann irgendwann Vanilly Ice-artig mit einrasierten Blitzen im Nacken und ein paar Jahre später, in den letzten Stufen der hormonellen Rebellion, mit selbstgehobelter Psychobilly-Flattop-Frisur (das war die Docs-und-Leder-EBM-Phase) unterwegs. Was generell nicht so schlimm war (meine Mutter sah das GANZ anders!), wäre da nicht das Problem mit meiner mediterranen Abstammung gewesen, die zumindest in jungen Jahren recht offensichtlich war, und eben einfach nicht zu den idealisierten Superfrisuren passen wollte: Eine Neil Tennant-Gedächtnis-Frisur mit pechschwarzen Haaren sieht nun mal eher nach Sohn eines Eisverkäufers aus, und für den waschechten Psychobilly-Look war ich einfach zu unschuldig – und vor allem zu unblass.

An die Zeit während und nach der Adoleszenz kann ich mich nicht so recht erinnern. Da war sicherlich auch was mit Frisurexperimenten, aber ich war ab da grundsätzlich immer der Typ Frischausdembett-Look, der ja heute, viele Jahre später, in allen Haarpflegeproduktwerbungen beworben wird. Und ich war Haargel-Addict, und bin das in Bezug auf eine Dickes-Haar-bändigende Portion “Murray’s”-Haarwachs (dicke Empfehlung für zum dickes Haar bändigen) immer noch – weil ich in Anbetracht der Massen auf meinem Kopf ungestylt nunmal immer noch wie ein verfilzter Yorkshireterrier (in Schwarz) aussehe, oder mir das zumindest einrede. Aber ehrlich gesagt ist mir das bei den Temperaturen eigentlich auch egal…

Irgendwas stimmt hier nicht.

Ich war mir ziemlich sicher, genau an dieser Stelle hier gestern etwas über die Yeah Yeah Yeahs und den Zusammenhang zu der Unspektakularitenz meines 30. geschrieben zu haben. Und dann mach ich gerade den Rechner an, und hier steht nix mehr! Wer hat meinen Eintrag gestohlen!? Ausrdm feheln mir neudings Bchstaben.

Gespräch mit meinem 20jährigen Ich anlässlich des bevorstehenden 10jährigen Jubiläums meines 20jährigen Ichs.

Ich (jetzt): Und, wie fühlen wir uns heute so?

Ich (damals): Ein wenig ausgelaugt vom Wochenende, etwas neben der Spur, aber ansonsten ganz in Ordnung.

Ich (jetzt): Jaja, hier auch. Mal so interesshalber ins Zeitraumkontinuum gefragt: Wie stellst Du Dir denn Deinen 30. Geburtstag vor?

Ich (damals): Oh, schwierige Frage. Das ist ja auch noch ne Ecke hin. Ich denke, es wird ein Riesenfest, wahrscheinlich mit Freunden und Verwandten und der ganzen Familie, und vielleicht sogar mit Frau, Kind und Hund, in meiner Derendorfer Villa am Pool. Is ja Sommer, da kann man ja auch mal draussen feiern.

Ich (jetzt): Pfffff! Frau, Kind, Villa, Hund, Derendorf?! Darf ich Dich beunruhigen? Freu Dich nicht zu früh!

Ich (damals): Wieso? Bin ich denn in 10 Jahren nicht erwachsen und gefestigt, reif und ökonomisch voll auf der Spur?

Ich (jetzt): Absolut nicht! Du bist schlimmer als jetzt! Gut, Du bist dann auch älter als jetzt, aber vergiss den ganzen Establishment-Kack. Da wird zwar einiges in die Richtung passieren, aber innerlich wirst Du weiterhin ein kleiner Junge sein, und das ist auch ganz gut so. Und Deine Einstellung wird definitiv zynisch sein.

Ich (damals): Zynisch? Heißt das, ich scheitere zwischendurc, finde mich dann damit nicht zurecht, und versuche das alles via schrecklichem Humor zu kompensieren? Das klingt aber traurig! So will ich nicht werden!

Ich (jetzt): Ach komm, jetzt mal mal nicht den Teufel an die Wand. Du wirst Spaß haben und die Zeit geniessen, definitiv. Du wirst ein paar Entscheidungen bereuen, aber unter’m Strich wirst Du trotz innerer Unruhe und ein paar etwas schwerwiegenderer Fehler weitestgehend glücklich sein. Echt gezz.

Ich (damals): Ja wie jetzt? Und nix mit Villa?

Ich (jetzt): Nö. Aber Du machst Musik in einer Band, trinkst öfters mal zu viel Alkohol, schreibst Deine Gedanken für alle Leute lesbar ins Internet, und wirst jeden Morgen um 6 Uhr von der Parfümfahne Deiner 82jährigen Nachbarin geweckt. Ausserdem wirst Du den lieben langen Werktag in einem Großraumbüro sitzen, die Bewegungen eines Mauspfeils auf einem 21″Monitor mitverfolgen, und Deiner Arbeitskollegin dabei zuhören, wie sie über Torschlusspanik und Erfolglosigkeit im Aufgabeln von Männern jammern wird. Du wirst ein paar sehr gute Freunde haben, die Dich zwar öfter mal wegen Deines Alters aufziehen, auf Parties und Konzerten jedoch selbst immer für alte Säcke gehalten werden, währenddessen man Dich auf Mitte 20 schätzt. Dein Konto wird meistens leer sein, Du wirst Musik mit Gitarren lieben, obwohl Du früher anders gedacht hast, und Du wirst entgegen aller Erwartungen nach langer, langer Beziehungszeit überzeugter Single sein und Dir deshalb von ehemaligen Arbeitskollegen zwischendurch mal Pornofilme auf DVD zustecken lassen, weil Dich das Fernsehprogramm an sich nicht mehr reizt. Deine Haare werden sichtbar ergrauen, und die Sache mit dem unterschiedlich ausgeprägten Haarwuchs unter Deinen Achseln wird sich auch klären…

Ich (damals): Ach, hat das mit den Achselhaaren doch was mit der Erdrotation zu tun, wie ich das immer vermutet habe? Und wieso Gitarrenmusik? Das ist ja ekelhaft! Nein, da bleib ich lieber wie jetzt, jung und jeck, und voller Pläne. Das klingt mir nämlich irgendwie zu unlustig, was ich da gerade höre. Da ändert sich ja dann fast gar nichts in den nächsten 10 Jahren!

Ich (jetzt): Oh doch, da ändert sich einiges, aber ich kann und will Dir jetzt nicht sagen, was das genau ist. Nur so viel: Du wirst es zu schätzen wissen, manchmal verteufeln, aber grösstenteils zufrieden sein mit dem was da ist.

Ich (damals): Und ich werde meine Gedanken ins Internetz stellen? Das ist ja irgendwie völlig bescheuert? Wer macht denn sowas, das ist doch minderbemittelt!

Ich (jetzt): Nein, in der Zukunft werden das viele machen. Die meisten sind Nerds, die irgendwas mit Medien machen, andere wiederum sind Jammerlappen, die sich austauschen wollen. Du wirst als Jammerlappen anfangen, später dann in einem Buch veröffentlicht werden, danach elendig vernerden, und am Schluss nur noch gequirlten diametralen Mist von Dir geben - zum Beispiel Interviews mit Dir selbst. Dein Freundeskreis wird das alles lesen, und Dich für degeneriert halten. Aber das würden sie auch tun, wenn Du nichts schreiben würdest.

Ich (damals): Na das sind ja phantastische Aussichten. Und was ist mit der Liebe?!

Ich (jetzt): Du wirst öfters mal Morrisseys ‘Love is just a miserable lie!’ zitieren, ansonsten wirst Du zwischendurch auch mal lieben und geliebt werden. Eine Deiner grössten Lieben heißt Balisto und ist Lila.

Ich (damals): Weißt Du was, Du alter Sack? Ich will das alles nicht hören! Mein Leben wird mit 30 toll, und nicht so bescheuert wie das, was Du mir da gerade verklickern willst, und ausserdem fand ich Morrissey schon immer scheiße. Und jetzt zieh Leine, ich will hier Duke Nukem 3D weiterzocken, und bin dann nachher noch im Frankie’s verabredet. Ich hab also keine Zeit mir so einen Mist anzuhören!

Ich (jetzt): Naja, wie Du meinst. Dann viel Spaß noch. Und falls Dich in den nächsten 10 Jahren irgendjemand fragen sollte, ob Du ab einem gewissen Punkt in Deinem Leben gerne auf eigenen beruflichen Beinen stehen willst: SAG NEIN!

Ich (damals): Verpiss Dich endlich!

Thees erklärt den alten Säcken…

und Spiegellesern, was die Magie der Festivals ist. Der Sommer fängt gerade an, sich dem Ende zuzuneigen.

Fünf fliegende Köter.

Und dann stellt der eigene Kopf wieder diese bemühte Frage, warum man nicht öfter mal sowas macht, statt ständig wie ein langsam alternder Planet in vorgebenen Umlaufbahnen durch die Nacht zu schlingern. Sowas meint: Tanzveranstaltung. Also nicht Tanzveranstaltung wie in Diskothek oder Club oder Nacktbar, sondern Tanzveranstaltung mit fünf jungen Amerikanern, die zu Vivaldi mit dem Skateboard über die Bühne brettern und einen 1A-Breakdance auf Calypso abliefern - laut alter-Sack-Anmerkung neben mir ist Calypso übrigens der Trend dieses Sommers, aber da ich Musik hasse, ist das wahrscheinlich an mir unbemerkt vorbeigerauscht. Aber Apropos hassen: Ich hasse es, anderen Menschen auf Bühnen bei Tanzdarbietungen zuzuschauen. Ich kann Ballett und Ausdruckstanz ungefähr genauso viel abgewinnen wie VHS-Klöppelkursen. Und ich erinner mich da auch gerne immer wieder mal an jenen Moment vor ungefähr zwei Jahren, wo ich im Rahmen eines architektonischen “Multimedia”-Projekts mit Laptop und Synthie auf einer Bühne zugange war, und plöttzlich Ausduckstänzerinnen vor mir herrobbten - darüber hatte man mich im Vorfeld der Veranstaltung nicht informiert, und dementsprechend muß ich wohl ein Gesicht wie Urinieren mit Nierenstein gemacht haben. Wenn junge Frauen Architektur tanzen…

…hat das nix mit den fünf jungen texanischen Lausbuben zu tun, die laut alter, dicker Choreogaphendiva (”Sie könnten ein wenig Bewegung vertragen!”) auch auf Europa-Tournee keinen Alkohol und Tabak anrühren dürfen. Ich hatte also, nach dem gestern anscheinend mein gesamter noch vor Ort verweilender Bekanntenkreis beschloss, lieber alleine oder zu zweit und vielleicht auch zu dritt bei was auch immer im Bettchen zu bleiben, das Vergnügen dieser Tanzveranstaltung beizuwohnen. Zugegeben, mir war langweilig, und ich mußte unbedingt etwas unternehmen, und deshalb zog ich es auch vor, das alleine durchzuziehen, damit keiner behaupten kann, ich sei jetzt definitiv am Zenith meines fingierten Gay-Jahres angekommen. Aber ich bereue es dennoch nicht, denn auch wenn mich das wirklich komplett bekloppt gemischte Publikum (60 % junge Tanz- und Ballettschülerinnen mit leicht blasiertem Gehabe, 36 % Establishment-Kulturfuzzi-Schickeria, 1 % abgehalfterte Hiphop-Opas und 3 % “Meine olle Frau hat mich mitgeschleppt!”-Männer) anfangs ordentlich irritiert hat, und ich mich generell ja sowieso darüber aufrege, wenn man bei lauter Musik nicht rauchen darf, war es seit langer Zeit mal wieder ein wirklich extrem kurzweiliges Vergnügen. Da flogen fünf junge, gar nicht mal so fit aussehende Kerle wie brennende Gummibälle durch die Luft, verdrehten Gliedmaße wie weiche Spaghetti und zuckten zu völlig abwegiger Musique wie endorphinüberlastete Roboter durch die Gegend. Ohne sich dabei all zu ernst zu nehmen, und das war wohl auch der springende Punkt, der den kleinen Club zum überkochen brachte. So sehr, daß man sogar zwei Zugaben einklagte, die jungen Männer jedoch bis auf ein wenig Freestylegehopse nix weiter im Programm hatten.

Der Rest des Abends endete dann irgendwie bei Gesprächen über den Zusammenhang von Hitlers juristischer Unantastbarkeit und schlechten amerikanischen Pornoproduktionen, und auch wenn ich mich jetzt immer noch nicht dafür begeistern kann, wenn Menschen sich vor Publikum zu Musik ausdrücken wollen, würde ich die fünf texanischen Strassenköter jederzeit wieder besuchen. Wie würde Paris Hilton so klug sagen: That’s hot!

Konversationsfetzen, die ich in den letzten 24 Stunden vor, hinter und neben mir aufgeschnappt habe…

Antichrist!
Weil Du zwei Lungen hast.
Er will aber keinen Sex.
Gonzo.
Wo die da herkommen.
Die war auch schon mal dümmer.
Als ich Postbote war.
Das alte Schlampentier.
Beziehungskisten.
Hier hatte ich mal einen geilen Abend.
Sie hat ein Bier über mich geschüttet.

Katzensachen.

My Leopard’s navigation skills are totally crap…

Schlach gemacht.

Einen Schlag gemacht: Proberaumpunkrock + Couchgeflirte + Filmideen + Bandinterna + Alkohol + no sleep ’til Siegen central + vegetarischer Brotaufstrich pur + leere Weckerbatterien = 11.21 Uhr. Fuck the norm.

sell it like it is

Nach dem ich die gestrige Nacht damit verbracht habe, ausführlich über meine mir manchmal dann doch recht peinliche musikalische Sozialisation mit und durch Depeche Mode anhand des wirklich überoffensichtlichen Coolnessfaktors eines hinter seinen Keyboards onanierenden operierenden Alan Wilders zu erläutern, wird ausgerechnet heute der neue Depeche Mode-Song aus dem im Oktober erscheinenden Album ins Netz reingeleaked. Und obwohl ich “Precious” im Gegensatz zu den völlig überflüssigen Songs auf Ultra und Exciter ein gewisses Potential zugestehen muss, bleibe ich dennoch felsenfest davon überzeugt: Die Herren hätten sich 1997 mit dem Ausstieg von Herrn Wilder auflösen und statt elendiger Legendenausschlachtung irgendwas mit Sportwetten oder Meditation machen sollen.

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“Was läuft da denn furchtbares bei Ihnen, Herr Shhhh?”
“Das sind Clap Your Hands Say Yeah! Und sagen Sie jetzt nichts dummes, sonst sage ich Ihrer Mutter, dass Sie als Kind immer auf die Katze vom Nachbarn gepinkelt haben!”

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Was ich mich immer noch frage: Wieso benutzen 90 % aller Grafiker der Musikindustrie in Zeiten von DSL ISDN-basierte DFÜ-Systeme wie Leonardo? Sind die wirklich alle so doof wie ihre Arbeitgeber, oder ist das die generelle Abneigung gegen all things Internetz, die da praktiziert wird?

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Es ist immer von Vorteil, einen Architekten mit Kühlschrank im Haus zu haben.

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“Sind Sie in irgendeiner Form Teilhaber einer Gesellschaft?”
“Jep, GBR…”
“In welchem Rahmen?”
“Musikgruppe.”
“Aha, dann verdienen Sie also kein Geld damit.”

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Ska?!

Es juckt sowas von in den Fingerspitzen…

…und ich hab heute im Verlauf dieses sehr enervierenden Tages schon ein paar Mal versucht anzusetzen, aber immer wieder Apfel+A und wech gemacht. Und trotzdem ist da diese ganze Zeit diese fiepsige kleine, ein wenig nach Angela Merkel klingende Stimme in meinem Kopf, die sagt: “Shhhh, mach es, komm, Du willst es doch auch, Du kleines, mieses Stück. Denk doch mal drüber nach, sie tun es doch auch ständig. Mit jedem Satz den sie von sich geben trieft lokale Verachtung aus ihrem Mund, und dennoch tun sie es, so als sei Bigotterie tatsächlich kein Fremdwort, obwohl es das ja ist, und das weißt Du selbst, aber sie wissen es nicht, und allein deshalb mußt Du das jetzt stehen lassen und nicht noch mal diese Apfel + A und wech-Nummer machen. Also schreib es…” Und wieder mache ich Apfel + A und wech, und wieder sind die sorgsam runtergeratterten Buchstaben auf dem Schirm verschwunden, während ihr Nachhall in meinem Kopf kleine Dellen in meinen Schädelknochen schlägt, sodaß ich mich mit jedem weiteren Gedanken an das, was ich da schreiben wollte, ein wenig deformierter fühle, aber es will ja auch raus, es muß ja auch irgendwie raus, ich kann es nicht einhalten, ich platze sonst, und morgen ist es ja auch schon wieder soweit, wenn die da sich dann selbst feiern, und ich erst zu ganz später Nachstunde dort auftauche, weil das mal irgendwie auch mein Laden war, und ich mich dann jedesmal frage, ob die jünger, oder ich älter, oder wir alles zusammen werden, während mir dann einer von denen, wahrscheinlich auch ein Zugereister, erzählt, wie scheisse diese Stadt doch eigentlich ist, und wie schlimm es ist, daß hier immer wieder nichts los ist; und wenn das Morgen auch passiert, werde ich den Flyer mit dieser Internetadresse zücken, den ich heute in einer müssigen, völlig überfressenen, dönerisierten Mittagspause gefunden habe, und dann werde ich so arrogant wie möglich sagen: “Aber auf dem Flyer und auf Eurer Internetseite steht doch, das ihr was dagegen tun wollt, und das ist doch auch gut, da muß man doch nicht gleich wieder schimpfen, nur weil das hier anscheinend zum guten Ton gehört, und seit doch mal stolz, daß ihr nach so vielen Jahren der gastronomischen Leere endlich mal wieder was auf die Beine stellt, und überhaupt, wo ist mein Wodka!”, oder ich werde sagen “Penis, wo ist mein Wodka!”, und werde dann meinen Wodka runterschütten, mich furchtbar alt fühlen und dennoch für wahlweise 24 oder gefärbt schätzen lassen, und mich dann mit den Älteren über die Jüngeren unterhalten oder wahlweise mit einer 21jährigen Japanologiestudentin zu elendiger Dancehallmucke tanzen, um am Schluss eventuell das Gefühl zu haben, ich hätte mich wenigstens ein kleines bißschen daneben benommen, weil das in Kleinstädten wie dieser nun mal so ist, mit den Dingen, die man gesehen haben will, und die da tatsächlich passiert sind; ich hab ja schließlich auch schon mal das Baustellenkranpositionslicht mit dem Mars verwechselt, ich hab für Autosuggestion absolutes Verständnis.

Oder ich mach jetzt wieder Apfel + A und wech, und bleib Morgen einfach zu Hause.