Monatsarchiv für August 2005

 
 

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Obligatorischer Asia Argento-Fotocontent (statt Katze), weil sich Frauen mit Waffen hier immer gut machen und weil Land of the Dead anläuft – Romero und so. “Barbra, they’re coming to get you!”

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Die kurze Blogpause hier war eigentlich viel zu lang, und in Anbetracht des phänomenalen MONSTERS OF SPEX-Wochenendes müsste ich eimerweise Sätze hier reinkippen. Sätze über die neue Geschmackssicherheit der Spex-Redaktion, die mich immer wieder überrascht – und ja, ich krieche den Damen und Herren, die immer so komisch schreiben, gerne in den Hintern. Sätze über die liebenswerte Liebenswürdigkeit der STARS, über die Tatsache, daß ich mir seit Samstag sogar MAXÏMO PARK auf den Unterarm tätowieren lassen würde, wenn es keine Filzstifte gäbe, und daß BENJAMIN DIAMOND ein verdammt höfliches Stück ist. Ich könnte hier auch noch mal rekapitulieren, daß dieses halbe Bloggertreffen mit dem grüngewandeten Johnny, dem kurzgeschorenen Waldar (Bloggerscheisse!), der gestreiften Schwester Emily, Frau Saucool-Caro und Herrn Dave-Kay wirklich wunderbar in den sowieso schon perfekten Rahmen passte (nochmal 1000Dank an Frau C. für das phänomenale Geschenk), und daß ich es besonders genossen habe, während dieser marathonartigen Unternehmung einen meiner besten Freunde an der Seite gehabt zu haben. Aber: nix is, mach ich nich, is ja auch schon vorbei, und ich kann mich sowieso an nichts mehr erinnern.

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Ich könnte jetzt natürlich auch noch eimerweise Sätze zum Thema “Provinzclash” auskippen. Weil es sich einfach anbietet, über Geschmackskollisionen zu schreiben, die man spätestens dann zu spüren bekommt, wenn man knapp drei Stunden nach dem wirklich großen Maxïmo Park-Konzert in Si.-Niederschelden(-Ost) ankommt, um dort den Abschluss eines gerade ausklingenden Festivals zu besuchen. Aber ich will nicht über das grauenhafte Gefühl nachdenken, das mich beschlich, als wir dort eintrafen, und den letzten Klängen der headlinenden Hardrock-Band kaum aus dem Wege gehen konnten. Auch wenn ich das als gebürtiger Düsseldorfer ungern sage: Ich wäre lieber in Köln geblieben.

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Ich könnte natürlich auch ausführlich darüber schreiben, daß die anschliessende After-Show-Birfday-Bash-Party gar nicht mal so verkehrt war, auch wenn man nach 48-Stunden Spex-Turnier nicht mehr wirklich in Partylaune ist. Aber irgendwie ging es ja doch, der Spaßfaktor war zwischenzeitlich trotz hippiesquer Musikauswahl nicht zu verachten, und selbst die kurzzeitigen Aussetzer wegen ein paar emotionaler Verflechtungen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir wieder drauf und dran waren, uns bandintern gegenseitig Bier vom Körper zu lecken.

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Natürlich böte es sich an dieser Stelle auch an, über die vergangenen zwei Werktage zu berichten, die man damit verbrachte, popkulturelle Gemeinsamkeiten zu finden, Textunsicherheiten bei Privatfernsehnebendarstellern auszubügeln, das kaputte Internet wieder herzustellen, sich über die erwachsenen Kioto Hotel (die in Wirklichkeit *Revolverheld* heißen, und mindestens genauso grauenhaft sind!) aufzuregen und nebenbei die Formel hinter neuem deutschen Pop gefunden zu haben.

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Aber warum sollte ich das tun?

woodstöckchen.

Vom werten Herrn Andreas rübergeworfen bekommen, jetzt also auch hier die Geschichte mit der Betreffzeilenpoesie meiner letzten 10 E-Mails:

Re: Korrekturen
Svetlana 26 y.o. Russia new mail for you
Re: Selbstbefriedigung
OVERSCHMIDT / Der Newsletter
s.36 david gray kommt nicht rein
Re: Mehr Ouzo
AW: Rammstein-Treffen die 2. *)
die 7,99 EUR anzeige ist jetzt auf dem ftp
WG: [5502031_AMM_September] Softproof
Fwd: bitte setzen und festhalten / jetzt kommt ein karton

*) Einladung, bei einer Coverband mitzumachen. Und nein, ich geh nicht hin!

Ich reiche weiter an: Professor Waldar, Herrn Sportraucher und Herrn Einbecker, damit der da so ‘ne Liste draus macht. Übernehmen Sie!

Junge, deutsche Härte!

Hier, für alle geldgeilen BWL-Studenten in den Chefetagen der Majors und alle Fans von richtig authentischen U16-Teenie-Bands: “school is out” von den grandiosen Masters of Dark Fire. Und ich rausch mich jetzt aus, und geh dann Hot Hot Heat gucken, und Go!Team und The Arcade Fire,

Morgen, wenn sie mich wegbringen…

…werde ich vielleicht zugeben müssen, daß ich entgegen der selbstauferlegten Reglementierung, keine Befindlichkeitstexte mehr schreiben zu wollen, ab und an dann doch welche schreibe. Zum Beispiel an Tagen wie diesen, wo sich mein durch Insektenbefall, Schlafmangel, akute Schlamperei und billige Unterwäsche zerschundener Körper mühsam durch die Stunden schiebt. Zwar mit konkretem Ziel vor Augen – Revolution, warmes Bier, laute Musik, better Spaßkultur dank Spex – aber dennoch irgendwie undeterminiert. Es mag daran liegen, daß ich mich im Moment einfach nicht wohl in meiner Haut fühle. Männer haben seine Tage. Es mag vielleicht auch daran liegen, daß ich zwischen der elendigen Skrotum Motel-Diskussion und dem furchtbar viel Zeit in Anspruch nehmenden Job, der furchtbar viel Zeit in Anspruch nimmt, ein paar wirklich wichtige Dinge nicht mitbekommen habe – Dinge, die vorbeirauschten vorbei, obwohl sie mir zeitweilig wesentlich mehr bedeuteten, als Rausch.

Zum Beispiel der Abschied von Angelika Express, einer Band, die meinen Sommer 2003 gemacht hat, und der ich als Möchtegernmusiker viel zu verdanken habe (auch wenn’s bis auf zwei legendäre Exzesse, einen Haufen Gröhlparolen, einen kleinen Exkurs in “Lost - die Kölner Fassung” und einen mittelmässigen Versuch, Rockabilly mit Techno zu mischen, eigentlich nichts gebracht hat). Ohne Salz in Wunden streuen zu wollen: Die erste Platte ist und bleibt nach wie vor ein für mich wichtiges Werk in Sachen neue deutsche Hemdsärmeligkeit, und wird auch die Zeiten überstehen, in denen die Charts nur noch mit schlechten Liedern über Wassermassen geflutet werden. Und ich verwette meinen mückenstichgepiercten Arsch darauf, daß ich auch in 10 Jahren noch irgendwann Nachts durch die Rinnsteine deutscher Städte kriechen, und “Ich wär so gern wie Francoise Truffeaut…” gröhlen werde. Alles gute, Teenage Fanclub girls!

Ebenso hinterrücks ergriff mich der Tod von Bob Moog. Und nein, ich gehöre nicht zu den Jungs, die den Namen Moog nur deshalb kennen, weil die Schreibweise so hip aussieht und Moog mit zwei O geschrieben wird, genauso wie “cool”. Ich bin User. Ich besitze zwar keinen Moog, besaß aber mal eine Sherman Filterbank, die auf den Bauplänen der legendären Moog-Filter basiert. Mein Virus Indigo emuliert alte Moog-Klassiker wie den Minimoog. Ich benutze immer wieder diverse Plug-Ins wie den Moog Modular, die durch und durch Moog sind. Ich weiß, was Moogerfoogers sind. Ich würde mir, genügend Kleingeld vorrausgesetzt, sofort den Voyager zulegen, ohne ihn vorher zu testen. Ich kann einen Moog raushören. Immer. Weil ich ein blasierter Synthnerd bin. Eine Gearwhore. Weil ich damals, als ich noch ein cooler Großstädter und kein uncooler Provinzler (oder umgekehrt) war, öfters das Vergnügen hatte, bei richtigen Nerds abzuhängen. Bei Typen, die eine verschrammelte SH101 an der Küchenwand hängen hatten, und deren Juno so aussah, als wäre er ein Aschenbecher. Typen, die ihre Geräte wie den letzten Dreck behandelt haben. Bis auf den Moog, den behandelten sie mit Respekt. Weil er im Gegensatz zu den anderen Geräten klang. Wirklich klang. Fingerfühlbar klang. Un wer einmal am Cut-Off-Filter eines echten Moogs gedreht hat, weiß, warum ich das Wort “Klang” jetzt zum vierten mal benutze.

Bob Moogs Tod geht mir nicht nahe, weil sich eine Legende einer vermeintlich musikalischen Revolution verabschiedet hat. Bob Moog war sicherlich eine Legende, aber für mein auf essentielle Dinge wie Bier, Prossecco, Sex, Pete Doherty und Synthesizer reduziertes Universum sind auch die vorwitzigen Japaner, die dieses kleine, beschissene Plastikteil Namens TB303 auf den Markt schmissen, ohne zu wissen, was sie damit anrichten würden, irgendwie Legenden. Der Erfinder des Fairlights auch. Oder die Jungs von Buchla. Oder Wolfgang Palm (Waldorf PPG). Oder die Herren bei Access. Nein, Moogs Tod geht mir Nahe, weil er im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern Instrumente mit eigener Seele baute, und mittels seiner Instrumente einen Trademark-Sound erschuf, der im Gegensatz zu den vielen kurzlebigen Eigenheiten diverser elektronischer Musikinstrumente von ewiger Prägnanz sein wird (um himmelswillen, hab ich das geschrieben!?). Moog hat sich sein eigenes Denkmal gesetzt, seine Vision von Klang. Das haben die bei Korg in 30 Jahren nicht hinbekommen. (Der komplette Moog-Passus hätte eigentlich im trashkurs stehen sollen, aber ich bin nun mal ein phlegmatischer Rabenvater!)

Naja, und dann war da ja noch die Sache mir den Kommentaren hier, zum Thema TH. Man könnte mir da Kommentar- und Ranking-Geilheit vorwerfen, zumal ich den Klops Anno dazumal ja schon mal mit Hilbert gebracht habe. Aber ernsthaft: Nein, Rankings interessieren mich nicht die Bohne, dafür blogge ich nicht, das interessiert mich nicht. Das Thema TH habe ich mir bereits Anfang des Monats rausgepickt, zu einer Zeit, als der Monsun noch lange nicht in aller Munde war - einfach nur, weil es mich wirklich angeekelt hat. Warum, steht in den dementsprechenden Einträgen. Und daß mein Ekel nicht unbegründet ist, beweist die Reaktion auf den ganzen Mist. Ich muß mich damit leider Gottes seit ca. 6 Wochen wieder beruflich auseinandersetzen, mit eingekauften Themen, mit Payola, mit Marketing rund um Popkultur, und allein deshalb stösst mir sowas ganz übel auf.

Und gerade heute Nacht, wo ich der knapp einwöchigen Arbeit rund um bezahlte Majorthemen, beschissene Acts, und schlechte Bands, die mit wenig Aufwand bis hinten gegen hochgepusht werden zumindest für diesen Monat ein Ende setzen kann, werde ich auf all das trinken. Auf verstrahlte Teenies und gebastelte Bands, auf Angelika Express, auf Bob Moog, auf Pete Doherty, auf alle coolen Blogger, auf das Wochenende mit Maximo Park und Tomte und Benjamin Diamnond und Hothotheat und den lieben Menschen drumherum.

Und auf meine Befindlichkeit! Rock, fucker, rock!

p.s. Dieser Text ist von vorne bis hinten im Ichhabdenjobendlichfertich-Feiersuff entstanden. Ich bitte das zu entschuldigen!

p.p.s Song zum Text: Morrissey - Don’t make fun of daddy’s voice.

Feeling Doherty.

6 Überstunden-Nächte, zahllosen Kippen, seitenlanges “der Industrie in den Arsch kriechen”. Und immer noch kein Ziel in Sicht. Feeling my inner Doherty. Spätestens ab Donnerstag Nacht werde ich Laternenpfähle begatten. Omas auf Bushaltestellen werfen und in etwa so viel trinken, daß ich mit den Fingern in meinen Ohren plätschern kann.

Biber am Arsch?

Verstehe ich das jetzt richtig? Soll der Saunabiber seines natürlichen Lebensraumes verwiesen werden? Kein lustiges Internetz mehr? Scheisse, doo.

Brief an ein Insekt.

Liebe, wahrscheinlich immer noch vollgesogen an meiner Schlafzimmerdecke hängende, und mit Sicherheit sehnsüchtig auf meine baldige Heimkehr wartende Mückendame,

ich weiß, Du kannst nicht anders. Wäre ich eine Mücke, ginge es mir wahrscheinlich ähnlich – ich müsste ständig zustechen und Blut saugen, wenn jemand wie ich Nachts fast unbekleidet, leicht verschwitzt und habltot vor sich hinschnarchend in meinem Bett liegen würde. Daß Du das jedoch innerhalb der letzten 7 Tage ganze 47 Mal gemacht hast, gibt mir wirklich zu denken. Und nein, ich mache Dir jetzt nicht zum Vorwurf, daß ich aufgrund der ständigen Juckreizbekämpfung an den unmöglichsten Stellen – und mit “unmöglich” meine ich tatsächlich “unmöglich” – aussehe, als hätte ich in den letzten Nächten ein SM-Studio für Kleintiere und Hauskatzen besucht. Nein, vielmehr Frage ich mich, was an Koffein-, Nikotin- und Alkoholgetränktem Blut so besonders sein soll? Sicher, wenn ich da mit 2kommanochwas Promille im Koma liege, macht Dir das natürlich auch Spaß, einen kleinen Schluck zu nehmen und eine Party mit Deinen kleinen, geflügelten Insektenfreunden zu feiern. Und daß ich mich in so einer Situation wehre, hast Du ja auch nicht unbedingt zu befürchten. Aber andererseits denke ich mir, daß das auch für Dich kein Dauerzustand sein kann – ständig im Rausch durch’s Zimmer fliegen, und dann Morgens Kater im Kopf und Katze auf der Zunge. Deshalb möchte ich Dich, um Deiner eigenen Gesundheit willen, an dieser Stelle höflich dazu auffordern, wenigstens heute Nacht Deinen Rüssel von mir, meinem Intimbereich und sonstigen Körperteilen, die Dir anscheinend gefallen, wegzulassen. Denn wenn ich mich morgen Früh nur wegen Deiner halbgaren Einstiche schon wieder in irgendwelchen Besprechungen vor fremden Leuten im Schritt, am Po und sonstwo kratzen muß, sehe ich mich leider dazu gezwungen, die Insektengitter wieder vom Fenster zu nehmen, und der reichhaltigen Spinnenpopulation, der ich irgendwann mal Hausverbot erteilt habe, Zutritt zu meiner Wohnung zu gewähren.

Oder Paral, und dann fliegen aber die Federn aus der Kiste.

Alles Liebe,

Herr Shhhh.

Suck it up…

it’s only a bloody nose.

Umlaufbahn.

In den rührenden, trunkenen, sehnsuchtsvollen Momenten zwischen Spaß und Selbstzerstörung, wenn Zeit nicht mehr wichtig, zu spät und zu früh ist, und man mit einem Schulterklopfen Vergangenheit und Gegenwart von der Schultern klopft – genau dann stellt man fest, wie wichtig genau diese rührenden, trunkenen, sehnsuchtsvollen Momente sind.*

*) Verklärte Promillepseudopoesie in der Umlaufbahn zwischen Restefickern und Erstsemestern.

Werte Leserschaft,

kann mich irgendjemand von Ihnen binnen kürzester Zeit irgendwie mit Musique dieser nifty* Band namens Lolita Storm versorgen? Es reicht auch eins von diesen digitalen Dingern, die man per E-Mail verschicken kann (an herrshhhh ät gmail döt com). Ich wäre Ihnen zutiefst dankbar, und würde dem Spender ein Wort in einem neuen Song widmen, oder so.

Alles liebe,

Herr Shhhh

*) Ich mein, ernsthaft, E-Punk hin, DHR her, “Girls fucking shit up!”, das muß man ja schon wegen des Titels lieben.