Monatsarchiv für Oktober 2005

 
 

Throwing a bone.

I never liked you. But I wish I did.

Nein, richtiger Throwing Muses-Fan war ich nie. Nicht mal im Ansatz. Und Kristin Hersh ist für mich eigentlich immer nur die personifizierte Fleischerei-Azubine der Rockmusik gewesen. Und obwohl das so ist, kann ich dem Geprügel von 50 Foot Wave – dem neuen Projekt der Metzgermeisterin – trotzdem einiges abgewinnen. Besonders dieser kleinen Quicktimeperle hier. I can bitch about another stupid summer! Geschnitten und am Stück, aber sowas von. Und ja, das ganze Album macht Zahnfleischbluten, aber das kann manchmal auch ganz passend sein.

Edit: Völlig übersehen, die Frau Hersh bloggt Sachen…

Wegen Dir.

Vielleicht lag es an seinem Alter, oder an der Tatsache, daß er einer von diesen Jungs war, die man in der Schule bestimmt auch scheiße gefunden hätte, und von denen man in 20 Jahren noch sagen wird, daß man sie in der Schule bestimmt auch scheiße gefunden hätte, und überhaupt: jemand der aus dem Osten kommt, und nicht weiß, was “Erdmöbel” sind, jemand, der völlig zielgerichtet auf diesen einen Aufriss aus war, und sich jetzt wahrscheinlich für den König der Welt hält, oder für den verfickten “Predator”, weil er für einen kurzen Moment diese eine Trophäe ergattern konnte, und ja normalerweise hätte mich das alles nicht interessiert, Du warst ja schließlich auch besoffen und in Feierlaune und überhaupt gut drauf, und ich hätte das alles sogar witzig gefunden, wären da nicht die ganzen Kolporteure drumherum gewesen, für die der gestrige Abend sicherlich ein Fest war, und die in dem Wissen um Dein neues zu Hause, auf das Du doch in den letzten Tagen so stolz geblickt hast, ganz schlimme Dinge von Dir denken und über Dich reden werden, obwohl Du doch eigentlich einer der besten Menschen bist, die man überhaupt als Freund haben und als Mensch kennen kann, und allein deshalb muß ich heute zwischendurch mal laute, grausame Musik hören, damit das alles aus meinem Kopf gespült wird, denn ich bin stinksauer, aber nicht, weil passiert ist, was passiert ist, sondern weil ich wegen dieser Scheiße nicht geschlafen habe, und meiner neuen Praktikantin jetzt völlig verpennt erklären muß, warum Briefbögen mit kunterbuntem Regenbogen drauf geschmacklos sind, ohne ihr dabei auf die Füsse zu treten, und weil ich mich mittendrin immer wieder fragen muß, was eigentlich aus Deinen Moralvorstellungen geworden ist, die Du mir kürzlich noch um die Ohren gehauen hast, und eigentlich wollte ich Dir auf diesem Wege nur sagen: wenn ich noch ein einziges mal dieses in sich schon verkrüppelt klingende “die geht mal garnicht!” höre, dann sage ich nur “selber!”.

LET THEM EAT THEIR TIES!

Herr Teilzeitgigant schüttelt mal eben ein Manifest gegen die Gema aus dem Ärmel: Fact is, the suits are hunting us down. They´re trying to squeeze every last cent from our already broken souls. Like a screaming, flailing, drooling, evil tentacled space lizard from hell they´re all over us. Sucking the life from our bodies, the marrow from our bones - shooing the flys from our eyes, because it´s THEIR FUCKING EYES! Ganz Groß!

Frage am Rande: Was spricht eigentlich dagegen, sich gar nicht erst bei der Gema anzumelden?

Früher…

da war ich eine Currywurst. Und die Bullette sagte Guten Tag, sagte Guten Tag.

Anmerkung: Mein Hirn ist heute im Weichspüler-Modus, weil die gestrige Spätvorführung von Romeros “Land of the dead” irnzwie haften geblieben ist.

popmusique, so nebenbei

Richtige Popmusique, so ohne viel Gedöns, aber mit immer gut am Rocken drin machen The Chalets. Kann man besonders hier an dieser Musik dran hören, die Herr Shhhh immer hört, bevor er Abends auf der Rolle geht. Und ja, mein Deutsch ist heute besonders defekt.

/Div.16 - Postfeiertagstrauma-Edition.

Und dann diese Podcastereien: Ich halte ja Podcasts eigentlich für nix anderes als “Blogging for people who can’t write ganze Sätze anymore!”. Zumindest pflege ich da als Befürworter des schelcht geschriebenen Wortes meine Vorurteile. Andreaseits: Podcasting ist auch nur die Demokratisierung des Radios, und Demokratisierung ist immer zu was gut. Deshalb dann mal ein Link zu einem Podcast mit heavy Selbstvermarktungs-Appeal und einer ziemlich charmant klingenden Moderatorin (nennt man das beim Podcasting eigentlich so?). Auch wenn ich der Frau Xinderella mit der tollen Stimme Begrifflichkeiten wie “junger Zeitgenosse” (haha!) und “Kettcar” (hahaha!) etwas übel nehme. Dennoch: Feine Seite. Nicht schlecht für einen Dienstag.

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Und dann dieser Dienstag nach dem langen Wochenende, imme noch völlig fertig von so viel Kreativität und Exzess und komischen Filmen, und plötzlich heißt es nur: Das da ist die neue Praktikantin, um die musst Du Dich jetzt kümmern, die bleibt 6 Monate. Und insgeheim denkt man: Die kommt mir irgenwie bekannt vor. Unangenehm bekannt. Und dann dämmert da was mit einer ziemlich peinlichen Flirtsituation vor längerer Zeit. Diese Stadt ist ein Mikrokosmos.

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Und dann dieser Mikrokosmos: Es ist schon bemerkenswert, daß die nicht vorhandene Identität dieser Stadt die Einwohner dazu zwingt, sich über Massenspektakel wie Coverbandveranstaltungen, Weihnachtsmräkte und Zweitliga-Fußball zu definieren. Und ja, ich schwimme zu 2/3 in diesem Sog mit, auch wenn ich das manchmal nicht wahrhaben will. Aber Fußball? Nein, danke!

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Und dann diese Musik: Was wäre das Wochenende ohne die neue Broken Social Scene gewesen? Andererseits: Die neue Depeche Mode hat auch ihre Momente (viele sogar!), und das sage ich, obwohl ich mit der Band nach dem Ausstieg von Alan Wilder (ca. 1995 oder so, auf jeden Fall das Jahr, in dem die Rednex mit Cotton Eye Joe 10 Wochen Nr. 1 in Deutschland waren – und da sag noch mal einer, das war früher besser!) definitiv abgeschlossen hatte. Aber irgendwie geht’s jetzt wieder, warum auch immer. Vielleicht liegt’s am Herbst.

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Und dann dieser Herbst: Ich beneide nicht oft, aber Frau Caro beneide ich um ihr Erdmöbel-Erlebnis. Meines ist leider schon etwas länger her, beinhaltete aber einen Stromausfall während des Konzerts, bei dem halb Siegen plötzlich dunkel war – was wiederum die Herren Erdmöbel nicht davon abhielt, einfach mit Grablichtern und ohne Keyboards das Konzert auf ganz reizende Art und Weise fortzuführen. Und man kann ihren Platten noch so oft gut formulierten Kitsch vorwerfen – die Konzerte sind große, schöne Momente.

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Ich bin Deutschland? Ich darf ja noch nicht mal wählen!