Monatsarchiv für November 2005

 
 

Zombies.

Es gibt kaum Dinge, die sich so gut anfühlen, wie 1000 frisch gepresste, in 19 Kartons abgepackte CDs, die irgendwo unter’m Arsch Schreibtisch darauf warten, verschickt zu werden. Noch besser fühlt es sich an, wenn Dir jemand an einem Sonn-/Montag um 2 Uhr Morgens, nach rund 11 durchgeratterten Stunden Arbeit, allen ernstes sagt, daß ersies noch unbedingt diesen einen Zombie-Film sehen möchte. Zusammenhänge gibt es dann nur insofern, daß man sich nach rund 3 Stunden Schlaf tatsächlich wie ein Zombie fühlt. Jedoch nicht bereut, so wenig geschlafen zu haben.

Helden der Jugend.

Schade irgendwie. Ralf Macchio, oder wie der hieß, war doch doof – Karate Kid haben wir doch eigentlich nur wegen dem da geliebt:

Rest in Peace, Mr. Miyagi.

Nieder mit den Freitagen.

Vorsätze für Freitage, an denen man beschliesst, wegen dieser martialischen Arbeitszeiten nach 0 Uhr noch loszuziehen, um wenigstens etwas runterzukommen.

1. Nie wieder mit nassen Füssen in die Dusche steigen. Nicht nur, daß ich mich immer noch Frage, warum nnur mein Duschvorhang, aber nicht mein Leben an mir vorbeigerauscht ist – das hört man ja sonst so oft in Unfallsituationen, von wegen “mein Leben ist an mir vorbeigerauscht. Nein, ich frage mich auch, warum ich mit profillosen Sneakern jedes noch so glatte Eis meistern kann, mich aber stattdessen im bisher sicheren Raum so arschbombig auf die Seite lege, daß ich heute eher halbseitig gelähmt als jungspundhüpferhaft bin.

2. Auf einen Rockergeburtstag gehen, und dann feststellen, daß es ein Sozialpädagogen-Geburtstag ist. Nichts gegen Sozialpädagogen, das waren alles ganz nette Leute, aber wenn man dann an jemanden gerät, der ca. 2 Stunden ununterbrochendarüberredetwietolldieliebeistundwieschöndasistdassmannächstesjahrauswandertunddassdieliebedanixgegenhataberflirtenisjawasanderesdasisjaokundüberhauptsiehstduerstauswie24, dann hilft auch kein Bier mehr.

3. Nachdem man gehört hat, daß zwischen zwei lieben Menschen was schlimmes passiert sein soll, sofort aufbrechen, und die einschlägigen Läden abklappern, um wenigstens der Verbleib einer von beiden Personen zu klären. Feststellen, daß die Stadt wieder mal schneller informiert ist, als man selbst, dann noch überhastet zur Tankstelle aufbrechen, um sein Handy neu aufzuladen, quasi die letzten Kröten rausgeschmissen, um sich irgendwie via SMS zu beruhigen, und dann auf die Frage “Alles OK!?!” nur “Ja, ja, alles fein” als Antwort bekommen. Da wäre man dann auch lieber bei den Sozialpädagogen geblieben, die hätten bessere Antworten gehabt.

4. Nachts um 4 auf der Couch mit einer Schalde Pistazienresten (auf der Brust abgelegt) einschlafen ist einfach keine gute Idee.

5. Die ersten vier Geschehnisse wurden durch Mobilfunk-Ganlanterie in Eiseskälte relativiert.

Dann…

…irgendwie so zwischendurch, nach drei durchgeratterten Magazinen und rund 3 Stunden Schlaf pro Nacht vs. 21 Stunden Arbeit in den letzten 3 Tagen doch noch mal ins Blog gucken, und feststellen, daß man den Text, den man eigentlich nicht posten wollte, doch gepostet hat, und dass der Text an sich ja immer noch keine Aussage hat, weil völlig konjunktisch und vage und eher so alkoholisiert runtergetippt, so ohne Sinn und Verstand, und gar nicht determiniert, sondern eher so “was wäre wenn?”-Style, von wegen Kryptik und dann doch nicht. Und den dann doch stehen lassen, weil man denkt, den hat ja jetzt eh jeder gelesen. Und sich dann ein bisschen schämen, so wie damals, als man als kleiner Junge Schafscheisse gegessen hat, weil man dachte, das wären Süssigkeiten. Hat einem ja auch keienr vorher gesagt.

Manchmal wundere ich mich darüber, wie doof ich eigentlich bin. Alltagsuntauglich.

Fast ein Verbrechen.

Klassiker, den man immer parat haben sollte, wenn die innere Hysterie erwacht und in einem Anflug von unkontrollierbareer Endorphinausschüttung alle Kleiderschränke ausräumt, Schuhe aus dem Fenster schmeisst, mit Zanhpasta übergrosse Ahornblätter auf den Badezimmerspiegel schmiert, und Busfahrern den Stinkefinger zeigt: Broken Social Scene, Almost Crimes. Please remove the silly Ohrschutz, this one has to be heard unerhört loud.

Note to myself: In 24 Stunden ist die Hälfte geschafft.

n.

Yeah, yeah, yeah, yeah!

p.s. Irgendwann zwischen Paris und Mailand völlig Abwegiges in Erwägung gezogen: Ein Dackel als Haustier. Wegen des Coolnessfaktors.

Trunken und genau, Homeedition.

Aud volliges Unverständnis stossen. Im Ernst. Frustrierte 55jährige verlieben sich nach 7 Jahren in frustrierte 27jährige, und Du sitzst genau dazwischen, bist villeicht kurz davor, Dich wenn überhaupt zu veknallen, versuchst das alles vielleicht zu verstehen, verstehst es aber nicht, und endest mit zwei frustrierten 20jährigen irgendwo bei Bier, Wasser und Krümeln am Tresen, und fragst Dich dann, wieso Du Dir überhaupt einreden konntest, jemals frustriert gewesen zu sein, wenn doch jeder wesentlich frustriertrer ist als Du. Sie scheinen alle Frustration zu atmen, und Dir in den unpassendstens Momenten vor die Füsse zu kotzen. Und just in dem Moment denkst Du: Wie frustrierend ist das eigentlich, jetzt gerade ich zu sein, und nicht wer anders woanders. Und dann denkst Du: “Ich hatte mal einen Klassenkameraden, der hieß Anders!”, und Du weißt, egal wie bekloppt Du in Deiner emotionalen Infrastruktur auch sein magst, im Gegensatz zu den anderen bist Du normal.

Mal ernsthaft völlig vulgär um 5 Uhr Morgens besoffen hingerotzt: Ihr mit Eurer hausgemachten Emoscheisse, Ihr seid es doch selber schuld. Fick doch Baby Melanchlolie, die hat man sich doch eh selbst ins Haus geholt. Und Türen kann man immer irgendwie verriegeln.

p.s. Liebe Exexexexexs, Ihr habt alle recht gehabt, das Leben ist eine Scheibe. Und auf meinem Grabstein wir tatsächlich irgendwann “Ich bin’s schuld!” stehen. Wahlweise auch “Der nächste bitte”, aber das ist beim Nuhr geklaut, das gibt Ärger bei den Erben. Apropos Erben: Nie wieder Kinderhefte gestalten. Sucks. Realy. Aporpos “Realy”: Beim Kampf um Zirkus oder Sparkasse bin ich anscheinend der kontoauszugdruckende Löwembändiger.

p.p.s. Besoffen bloggen ist auch irnzwie arsch,

Sagen wir mal…

…die Strokes und Zoot Woman hätten ein gemeinsames Kind der Liebe. Dann klänge das so.

Da geht noch was bei The Changes. Verwette ich meinen behaarten Hintern drauf

Die inneren Baustellen.

Da kann man dann auch um 00:25 Uhr immer noch im Büro sitzen, ein völlig pleonastisches (geiles Wort, heute gelernt) Heft gestalten, das Eltern dazu verleiten soll, Kindern überteuerte Hörspiele und DVDs zu kaufen, und sich dann doch wundern, wie merkwürdig das Leben manchmal ist. Wechselhaft. Noch unberechenbarer als das Wetter. Die innere Kaltfront weicht wohliger Wärme, die man längst abgeschrieben hatte – und man möge mich für den letzten Satz erschiessen, bitte. Und unterdessen läuft im Hintergrund der Realplayer, und spult fantastomatische Live-Momente aus dem britischen Untergrund ab. Hier rein, und auf “Watch” klicken, und sich dann über ganz wunderbare Videomitschnitte von wunderbaren Konzerten wunderbarer Bands wie LCD Soundsystem, Bloc Party, DFA 1979, Zoot Woman, Noisettes, die heute frische entdeckten The Long Blondes, meine langen Lieben Yeah Yeah Yeahs und The Kills und noch viel, viel, viel mehr wundern (ich sag nur “Zeigenbock Kopf”!). Und das Ganze auch noch modemfreundlich. Warum sagt einem eigentlich vorher keiner, daß das Leben manchmal so einfach sein kann? Und daß einem entfernt Geglaubtes manchmal näher ist, als man glaubt?

Edit: Die Schweine haben sogar Podcasts. Warum zur Hölle gibt es hier keine Clubkultur dieser Art? Du bist Deutschland? Am Arsch.

Hot Long Blonde Bacterias

Jetzt muß ich aber mal ganz fix das ganze Emo-Zeuchs runterschlucken, und ein bisschen Freude teilen – kann man ja bei dem fiesen Novemberwetter auch mal machen, bevor man in noch mehr Selbstmitleid versinkt, und wieder anfängt, der Praktikantin Aufträge á la “Besorg mal ein Hanfseil!” zu geben.

I love the long blondes

Ich bin diese Woche auf zwei wunderbare Spätzünder der Marke “Wer uns nicht bald kennt, ist ganz doof und darf nie wieder mitreden…” gestossen. Als erstes wären da die in London oder auf einem anderen Planeten ansässigen The Long Blondes , ein femininer Vinylrausch, der irgendwie tiefer in den 80ern rumgräbt, als diese ganzen anderen Retrospacken, die sich Indie nennen, aber eigentlich Major sind. Was man auf meiner Tageshymne “Autonomy Boy”
aus der 7″-Split-Single The Boyfriends/The Long Blondes hört, mag im ersten Moment verstörend klingen – aber unter der völlig kalten, schweren, leicht hysterischen Haube pulsiert ein zynisches Meisterwerk von Song, das sogar alte New-Wave-Legenden wie Blondie oder Siouxsie And The Banshees zurecht in die ZImmerecke verweist. Und ja, auch die Yeah Yeah Yeahs sind nicht so weit weg. Beziehungsweise dachte ich beim 18. Hördurchgang tief in den hintersten Ecken meiner Zirbeldrüse für einen kurzen Moment an die ersten Ausläufer der düsteren Depeche Mode-Phase (irgendwo zwischen Black Celebration und Music For The Masses – wahrscheinlich wegen des kehligen Gesangs, garantiert aber, weil der Song als solcher irgendwie von der Atmosphäre her reingepasst hätte.

I love the hot springs

Fundstück Nummer 2 fällt wieder in die Rubrik “Darum sind Kanadier die besseren Musiker, und Kanadierinnen die begehrenswerteren Frauen”.The Hot Springs kommen aus Montreal – woher auch sonst? – und sind genau das, was passiert, wenn zwei maulige Punkmädchen und zwei weinerliche Slackertypen eine Band gründen, und dem Rest mit ein paar wirren Ideen den Stinkefinger zeigen. “Bacteria” ist ein bißschen Pop, bißschen Indie, bißschen Punk, heißer Feger vorne am Mikro (siehe Videos auf der Homepage), und ‘ne ganz große Liebeserklärung (”Your slime, your scum, I love you, and your bacteria!”) – was will man mehr?

So, und nachdem ich das jetzt losgeworden bin, kann ich das Emozeuch ja wieder hochwürgen, und mich weiter in Selbstmitleid suhlen – is ja auch erst Mittwoch, da kann man auch mal deprimiert sein. Bäh.