Monatsarchiv für Januar 2006

 
 

Die anderen Kinder…

…können ja meinetwegen (zurecht) dem ausufernden Rock der Arctic Monkeys verfallen, und im Moment sowas von 2006 sein, wie’s nur geht. Aber ich bin noch 2005. Aus Prinzip. Weil es da viele gute Sachen gab, die noch nicht aufgedeckt und der breiten Masse mit einem wilden Lächeln vor die Füsse gespuckt wurden. Und da ich in Anbetracht der russischen Temperaturen lieber “shoegaze” als “rocke”, also lieber versponnen auf meine übergrossen, durchfrorenen Treter starre, als mit wildem Getöse nach noch mehr Krach zu verlangen, schmeiß ich jetzt auch noch mal zwei 2005er Entdeckungen in den Raum, in der Hoffnung, daß man da zwischen den verreckenden Krokussen, die letzte Woche noch aufspriessen wollten, auch noch mal an die schönen Dinge des Lebens zurückdenkt. Zum Beispiel den ersten warmen Milch-Shake oder die erste Körperbehaarung oder das erste Mal Johannes B. Kerner besoffen gucken und immer “Häh?” sagen.

Die wunderbaren Giant Drag habe ich seit Dezember in den Ohren, und das zurecht. Man denke an den Zucker von My Bloody Valentine und den Tee von Rilo Kiley, man denke an Geschmackskombinationen wie Zimt und Senf oder Schal und Socke oder Wurst und Marmelade, an so ein verschrobendes Mann/Frau-Ding, was ja auch irgendwie auf die Band zutrifft (man lese sich mal die Bandbio durch, das ist herzzerreissend gut!). Das, was dann hörbar rauskommt, klingt so, und so klingt auch die ganze Platte, die ich zumindest allen Rilo Kiley-Fanatikern uneingeschränkt empfehlen kann. Mit wunderbaren Titeln wie “Kevin is gay” und “My dick sucks”, und jeder Menge Schrammelschrammel, das sind ja dann auch so Garanten für Indie-Success, oder wie man das auch immer nennt, wenn im Untergrund plötzlich alle durchknallen und Deine Lieder mitsingen…

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Das da auf dem Bild sind Giant Drag, die sehen eigentlich auch ganz ganz attraktiv aus, ich hab die Rümpfe aber weggeschnitten, weil ich die Socken von der Frau Giant Drag so scharf finde. Das erinnert mich an Lemurenschwänze, irgendwie.

Empfehlung Nummer zwei ist mehr was für alle verschrobenen Geister, die sich bei Lost in Translation eine Träne aus dem Kimonoknopfloch gedrückt haben - nicht wegen des Films, sondern wegen des unglaublich guten Soundtracks, den ja niemand geringerer als Bloody Valentine Nudelkopf Kevin Shields produziert hat. Wer My Bloody Valentine mochte - und ich mochte die wirklich - der wird die Engineers zumindest nicht schlecht finden. Das ist nicht unbedingt einer MBV-Coverband, aber die Herren sind schon verdammt nah dran, und klingen in ihren besten Momenten nach einer Badewanne voll Honig. Was dann dieser Song von der wirklich tollen Platte “Engineers” beweist. Übrigens finde ich das ziemlich clever, wenn Album- und Bandname identisch sind, weil man die CD dann auch mal falschrum ins Regal stellen kann, ohne was zu verwechseln. Sowas nennt man dann Konzept-Album.

Nachtragend dann noch: Ich, und damit meine ich mich, finde die neue Placebo-Platte ungefähr so spannend wie Spülwasser vom Vorabend, und warte im Moment eigentlich nur drauf, das mir irgendjemand völlig illegal ein mp3 der neuen Yeah Yeah Yeahs-Single zukommen lässt. Die kursiert ja angeblich schon in den Internetzen. Sagt man.

Sollte man dann…

…vielleicht heute Abend ab 18 Uhr doch mal bei den Kollegen von koelncampus.com in den Stream reinhören. Der Herr Waldar stellt da ein Album vor. Jetzt nicht irgend eins, sondern ein besonderes.

Deutsche Natur.

Ich bin ja gefühlt staatenlos. Als immer noch italienischer Staatsbürger mit hoher Affinität zu Pasta, Korruption, Exorzismus, Sauerbraten und deutschem Bier, hab ich mich eigentlich nie um eine deutsche Staatsbürgerschaft bemüht. War mir egal, ich fühl mich europäisch, teils rheinisch, und ansonsten sehr Indie - also nix mit “Du bist Deutschland” oder “I (heart) Berlusconi”. Jacke wie Hose.

Wenn ich dann aber in der Presse-Info einer noch unbekannten bald-major-Band den Satz “…fünf Songs deutscher Natur sind in den Reihen zu finden.” lese, spüre ich dennoch so ein leichtes Kribbeln in der Speiseröhre. Ich glaube sogar, daß sich beim Lesen mein linker Zeh ziemlich heftig verknotet hat und mein Fusspilz wieder ausgebrochen ist.

Kann natürlich auch Einbildung sein. Sprache ist ja immer relativ, vielleicht hab ich das auch nur falsch gelesen. Und mein Deutsch ist sowieso kaputt.

Wieso…

…bekommt man die dicksten Pickel immer so kurz vor den besten Verabredungen? Und wieso bekommt man mit 30 überhaupt noch Pickel? Und wer wäscht eigentlich meine Wäsche, während ich warte!?

Ich würd ja so gern…

…mehr schreiben. Von wegen Kontinuität und so. Ich hätte auch genügend Anlaß. Jetzt mal vom realen Leben abgesehen, würden allein die nächtlichen Kopf-Eskapaden der letzten 14 Tage ausreichen, um ganze Websiten zu füllen. Ich sag nur: Träume, in denen mal wieder Tomaten auftauchen, die mit mir sprechen, und die sich kontinuierlich weigern, verzehrt zu werden.

Ich könnte auch eine Abhandlung über ekelerregende Fotos abliefern, oder mich über die Echo-Nominierungen aufregen, oder dem Holgi-Holger mal für den lieben Kommentar im vorrangegangen Eintrag danken. Ich könnte auch was über die Bemerkungen meiner Arbeitskollegin posten, die heute ein Referrat zum Thema “Warum ich keinen gutaussehenden Frauenarzt haben will” hielt.

Aber ich hab keine Zeit. Im Moment bekomme ich sogar vom Rumsitzen feuchte Achselhölen, und das will was heißen, denn normalerweise schwitzen wir Italiener ja nur, wenn sich jemand über unser Gemächt oder unsere Familie lustig macht.

Schwitzen: die Band, und dann noch der nine-to-open-end Job hier, das frisst Momentan Sekunde um Sekunde auf, und man kann froh sein, wenn man dazwischen nochmal zum Atmen kommt. Geschweigedenn alle E-Mails beantworten kann, die hier tagsüber so eintrudeln.

Aber is ja nur im Moment so, wird auch wieder besser – und spätestens, wenn ich einen Deo-Roller gefunden habe, der auch wirkt, schreibe ich auch wieder mehr. Und bitte jetzt keine Insider-Tipps a la “Kristallstein” oder “öfter Waschen”.

Du erkennst mich am debilen Lächeln.

(Achtung, massivste Eigenwerbung!)

Hallo die Damen und Herren,

als Bassist Discobrede heute früh die verklebten Äuglein öffnete, spürte er tief im inneren seines Verdauungstraktes, das irgendwas anders was als sonst. Er erhob sich von seiner samtseidigen Gesundheitsmatratze, streckte und reckte sich kurz, und erschrack – seine Finger machten nicht das, was er wollte. Sie verharrten stocksteif in gichtiger Position, so als hätte man sie in der Nacht zuvor mit einer Überdosis von Omas Hemdkragenstärke eingesprüht.

Bingobrede erhob sich mit irritiert wackeligem Gang aus seinem Schlafgemach, trottete durch den aus Wettspielen und Plattenverkäufen finanzierten Flur, der die größe einer arabischen Reitsporthalle hatte, und betrat das karmesinfarbene Wohnzimmer, welches Dank seiner überdimensionierten Kristallglasfenster erleuchtet war wie die Abflughalle des JFK-Airports in New York.

Er blickte hinaus, ließ seinen lasziv verstörten Blick über die sinnlich geformten Hügellandschaften der Provinz schweifen, und wusste plötzlich, warum seine Finger heute mal nicht fingern wollten: Es war kalt in Deutschland. Verfickt arschkalt, wie man bei uns Musiker zu sagen pflegt. So kalt, daß selbst die profilierten Finger eines Dingobredes keine Abdrücke auf dem Griffbrett seiner mit Platin und Juwelen versetzen Bassgitarre hinterlassen würden.

Discobredo drehte sich vom Fenster weg, blickte in den Raum, und rief mit bebender, schroffer, dumpfer, herrschender Stimme: “Telefon! Kachelmann!”. Der von seiner letzten Gage finanzierte Bequemlichkeitscomputer setzte sich mit einem digitalen Klickern und Klackern in Bewegung, und wählte eine schweizer Nummer - unterdessen schlurfte der gefrorene Bassmann Richtung Badehalle, um seine weiche Haut mit eine wenig warmen Wasser zu benetzen.

“Kachelmann?” dröhnte es aus den Lautsprechern der Dolby Sorround 28.1 Freisprechanlage, als Discodromo gerade auf der goldenen Schüssel saß, um das zu erledigen, was ein Mann mit Talent am Bass morgens nun mal zu erledigen hat. “Jörch, bistdudas!?” hallte es aus des Bassisten Mund, und es klang wie Quellwasser, das samtweich auf den gekachelten Fußboden perlt. “Jawohl, ich!” antwortete der bärtige Schweizer Wettermann aus den Lautsprechern. Discomann holte tief Luft, und setzte mit donnernder Stimme und heruntergelassenen Hosen an: “Hömma, Du Arsch, mach sofort die Temperatur da draussen wieder auf normal. Meine Pfoten sind wegen Deiner Wetterkacke eingefroren, und ich muß heute noch üben, da ich am 14.1. mit den beiden Arschlöchern ein Konzert spiele…”

“Kann ich nicht, lieber Disco…”, antwortete der Kachelmann. “Nicht so, nicht wenn Du so schroff und böse und gemein und herrisch und mürrisch bist. Denn heute ist…”

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…heute ist nicht irgend ein Tag. So wie Bill Murray seinen Murmeltiertag oder Harry Weijnfort den Tag hatte, als er entdeckte, daß “Der Preis ist heiss!” eine Arbeitsmaßnahme der deutschen Butterfahrten-Industrie ist, haben wir heute den Tag des Lächelns. Denn ab heute ist das Les Mercredis-Debüt-Album “Lächeln kostet extra” im gutsortierten Tonträgerfachhandel erhältlich (wenn nicht im Regal unter “Bassistenpop mit Grössenwahn” dann garantiert bestellbar). Also überall und nirgendwo.

Wem der Gang zum Plattenmann zu umständlich ist, oder wer vermeintliche Versprecher vermeiden will, wenn er nach der Platte fragt, der kann auch ganz bequem online und so. Zum Beispiel bei WOM, JPC, unserer Labelseite, beim Vertrieb und vielleicht sonst wo, da kann man auch mal das Google-Orakel befragen, das hat ja immer Antwort auf alles, auch auf Wetterfragen.

Und wer auf Covergedöns und physikalischen Tonträger verzichten kann, also lieber den Spirit der Festplatte beschwören will, der darf in den kommenden Tagen auch mal bei Finetunes, Musicload und im Itunes-Shop stöbern – da gibt’s zwar im Moment noch nix, aber die entzückende Labelpraktikantin und Hauszofe André hat gesagt, daß das ab kommender Woche auch mit diesen neumodischen, digital signierten MP3-Dingern geht, und zwar für vergünstigte 8.99 Euro, was für 14 Songs irgendwie so gut wie nix ist – vorallem wenn man mal drüber nachdenkt, wie viel Strom, Kippen, Bier, BiFi und zwischenmenschliche Katastrophen in dieses Album geflossen sind.

Um das ganze Debakel abzurunden, machen wir am 14.1. die Nach-Release-Sause, und zwar gleich doppelt. Zum einen im Siegener VEB (Schleifmühlchen), bei einem Soli-Konzert zu Gunsten einer karitativen Geschichte, die nix mit dem exzessiven Lebensstil unseres Bassisten zu tun hat, und ein paar Minuten später dann in der Siegener furcht:bar, oder jetzt auch Vortex Club gennant (Weidenau, Bahnhof), wo der Herr Wied und ich, also der Herr Shhhh, also ich, getreu dem Motto “Es gibt keine Scheissmusik, es gibt nur Leute, die nicht mipm Ahsch dazu wackeln können!” die liebsten Lieblingsplatten auflegen, und zwar im stündlichen Wechsel, damit wir das mit dem Arschwackeln auch stundenweise vormachen können. Und Herr Discobredo-Bassist ist die ganze Zeit zugegen, und beantwortet gerne alle Fragen, zum beispiel auch, woher er den Kachelmann kennt, und warum der Klang auf seinem Klo so phänomenal ist.

Und bevor ich jetzt überhaupt kein Ende mehr finde: Danke an alle, die uns in den letzten 3 1/2 Jahren geholfen haben. Kauft die Platte, die ist für Euch!

Gruß,

Herrr Shhhh.

Erwähnenswert:

Der angeekelte, von meiner Kollegin als “Ist Dir schlecht!?” interpetierte Gesichtausdruck, der über meine Gesichtsmuskulatur huschte, als ich gerade eben entdecken musste, daß “Down In It” auf der neuen Tiga-Platte tatsächlich ein Nine Inch Nails-Cover sein soll. Merken: Die Spex hat auch nicht immer recht.

Was mir das bedeutet.

Natürlich merkst Du dann so ganz nebenbei, beim Zähneputzen vielleicht, oder beim aufreissen der Nudelpackung, daß Du innerlich viel ruhiger geworden bist, und diese Ruhe vielleicht auch nach aussen ausstrahlst, oder eigentlich ziemlich sicher nach aussen ausstrahlst, weil die Nudelpackung plötzlich mühelos aufgeht, und die Hälfte der 500 Gramm Rigatoni nicht Richtung ungeputzem Küchenfussboden nudelt, und weil die Zahnpastatube mal nicht aussieht wie eine von King Kong zertreten Banane.

Und natürlich fragst Du Dich dann, wie die anderen diese Ruhe wohl interpretieren – ob die denken, daß das jetzt wieder so eine Phase der gemeinsamen Ausgrenzung ist, oder ob da nicht doch völlig unbewusst jemand einen ganzen Eimer Reife in Deinen flausigen Kopf geschüttet hat. Und Du selbst denkst und fühlst letzteres, weil Du da plötzlich dieses Korrektiv an Deiner Seite hast, diesen Menschen, der im Gegensatz zu den Menschen von früher nichts sagen muß, damit Du wenigstens versuchst, etwas zu ändern. Dieser Person, die einfach da ist, mit Dir ist, und wegen der Du plötzlich ganz von alleine auf den Gedanken kommst, die Zahnbürste auch mal häufiger zu wechseln, und die Tonnen von alkoholrestgetünchtem Altglas (aus Singlezeiten) endlich in den Altglascontainer zu verfrachten, und einfach auch mal zu spülen, weil Deine Küche ja auch irgendwie reifer aussieht, wenn sie blinkt. Und dann taucht plötzlich diese Analogie auf, zu früher, wo Du allmöglichen Schwachsinn erzählt hast, um selbst zu blinken – und dann merkst Du, daß es so wie Du jetzt bist damals vielleicht besser gewesen wäre, weil Du heute einfach die Klappe hälst, gar nicht drüber nachdenkst, ob Du nun blinkst oder nicht, sondern lieber die Küche blinken lässt, denn Du selbst weißt ja, daß Du nicht blinken kannst, mit all den Macken, den offensichtlichen und weniger offensichtlichen, aber zumindest spürbaren.

Und während Du diese Zeilen schreibst, und Reife noch mal Reife sein lässt, Dich also in wirren Zeilen verflausulierst, und Dir warmen Prossecco reinschüttest, weil Du gleich wieder das machst, was Du nie tun wolltest, und das nun mal mit warmem Prossecco in der Blutbahn einfacher ist als ohne, singt Thees im Hintergrund rum, von wegen Wand und Herz und Strassen und Gassen. Und Du bist Dir sicher, daß Thees nicht “Ich war ein guter Junge, heute mache ich mich schick…” sondern “…heute mache ich Musik.” singen wollte, ihm das aber zu platt war – wobei letzteres wirklich logischer klänge, andererseits aber auch nur nachvollziehbar wäre, wenn man Musiker ist. (Dafür dann aber immer was mit “Strassen” und/oder “Stadt” reinbauen, das ist auch nicht besser, das haben wir doch alle schon irgendwann mal so geschrieben, so tomtesque-verwirrte Zu- und Umstandsbeschreibungen, von wegen am Ort gefangen sein und sowas. Pffft.) Und im nächsten Moment fragst Du Dich, was Du gleich anziehen wirst. Und dann stellst Du fest, daß das hier eigentlich eine Rezension der neuen Tomte-Single werden sollte, die ganze Sache Dich aber mit der typisch tomteischen (bitte in den Duden aufnehmen!) emotionalen Gewalt von Deiner eigentlichen Intention abgebracht hat, und Du jetzt wieder so gefühlsduseliges Zeug von Dir gegeben hast, daß Du selbst nicht ganz verstehst, und deshalb ja auch nie schreiben wolltest. Und das ist dann der Trick bei Tomte, daß die Dich gefühlsmässig immer wieder dahin schubsen, wo Du nicht mehr hin wolltest. Und Dir immer wieder einen Anlass geben, mehr zu schreiben, aber weniger zu sagen als eigentlich notwendig ist. Oder umgekehrt. Ist nach 4 Minuten auf Repeat eigentlich auch egal.

Tomte Bandseite

Keine Ahnung, wo das jetzt wieder aufgetaucht ist, aber ich dachte mir, bevor ich hier ein Update auf Wordpress 2.0 mache, und danach der Lokalzeitung mal wieder erklären muß, warum Pop in der Provinz nicht funktioniert, liefer ich hier noch was kleines zum Ohren reinstecken. Das Duo nennt sich Psapp, die machen nach eigenem bekunden Musik mit kleinen lustigen Geräuschen, und wer Moloko und Lamb und überhaupt vermisst, wird sich mit der Nummer hier ein wenig wohler fühlen. Ich tu’s. Aber ich fühl mich ja auch in der Provinz wohl, also heißt das erstmal nix. Übrigens erinnern mich die kleinen Quitschgeräusche an diesen uralten Schwarz/Weiss-Film mit diesem Typen, der plötzlich schrumpft, und in der Schlußsequenz mit einer Nähnadel gegen eine Art Keller-Tarantel kämpft. Das Brot sah immer sehr lecker aus, fand ich.

Rundumschlag der wirklich letzten Kalenderwoche.

Ich hab Haare am Arsch, weil wir unsere Pre-Release-Party in einem Friseur-Salon veranstaltet haben. Und das war irgendwie klein und fein und wunderbar, da so zwischen Spiegel und Stühlen zu stehen, und den verdattertern Menschen einen vorzuspielen.

Auch Haare am Arsch hatte King Kong, bei dem ich fast, und meine wunderbare Begleitung ganz eingeschlafen bin/ist. Herr Jackson sollte, nicht nur aus persönlichem Interesse, wieder Splatter-Filme drehen.

Herr TEILZEITGIGANT ist nicht nur ein Teilzeitgigant. Das kann man ruhig noch mal erwähnen, da Herr Teilzeitgigant so ganz nebenher noch ein wunderbares kleines Label betreibt, und tolle Sachen veröffentlicht, die ich gerade neben der Arbeit an einem ominösen Remix guotiere.

Wunderbar klein sind auch die skandinavischen The Knife, die vor ein paar Jahren mal ein nettes Album namens “Deep Cut” draussen hatten, das ich damals leider ignoriert, heute früh aber wieder ausgegraben habe, weil ich mich die ganze Zeit gefragt hab, woher ich 1. die Stimme aus der aktuellen Royksopp-Single “What else is there” und 2. diesen kuscheligen José González-Song aus der Fernseh-Werbung für Fernseher kenne, und wieso ich beides miteinander verknüpfe, obwohl da keine offensichtlichen Gemeinsamkeiten sind. Und dann fiel mir folgendes auf:

1. José González - Heartbeats
2. The Knife - Heartbeats
3. Ich besitze ein verschrobenes, musikalisches Gedächtnis.
4. Theoretisch müssten The Knife dank der Fernsehwerbung jetzt mehr Geld als Onkel José verdienen.

Trotz aller Kuschligkeiten mag ich die Knife-Version lieber. Das liegt aber eigentlich nur an den billigen Synthbässen, die ich da raushöre und selbst gerne benutze (Für die Nerds: Das ist ein Virus B, der da bläst, da verwette ich meinen behaarten Hintern drauf!).

Gestern auf Anraten der Traumfrau hin einen rauchfreien Tag eingelegt, diesen aber nach knapp 7 Stunden unterbrochen, weil ich das Gefühl hatte, innerhalb besagter 7 Stunden 20 Kilo zugenommen zu haben. 2006 rauchfrei? Lieber bauchfrei!

Und dann noch der Fragebogen vom Wortschnittchen, den fand ich so gut, den musste ich haben, obwohl ich diese Dinger eigentlich nicht mag:

Zugenommen oder abgenommen?
Überwiegend abgenommen, gegen Ende eher zugenommen.

Haare länger oder kürzer?
Gleich. Tendenz länger, aber wen sche(e)rt’s?

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleichbleibend blind gegenüber bestimmten Dingen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Gefühlt mehr, umstandsbedingt garantiert weniger.

Der hirnrissigste Plan?
Verleihfahrräder der Deutschen Bahn auf Bushaltestellen-Häusschen abzustellen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Verleihfahrräder der Deutschen Bahn auf Bushaltestellen-Häusschen abzustellen. Ein paar völlig unnötige Verfolgungsjagden mit der Polizei und ein paar überdimensionierten Türstehern geliefert.

Der beste Sex?
Garantiert.

Die teuerste Anschaffung?
So’n MP3-Dings.

Das leckerste Essen?
Ich weiß, wer’s gekocht hat, ich weiß aber nicht mehr, was es war.

Das beeindruckenste Buch?
Mark Haddon - Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone.

Der ergreifendste Film?
Gab’s dieses Jahr nicht. Das Dawn Of The Dead-Remake war nicht ohne, aber ergreifend war daran nur Johnny Cash im Vorspann…

Die beste CD?
Eine? Stars - Set Yourself on Fire. Und Les Mercredis, aber das muß ich ja sagen, das steigert den Selbstbeweihräucherungs-Quotienten.

Das schönste Konzert?
Eigenes: Les Mercredis bei Futura Bold.
Fremdes: Stars, Gebäude 9, Köln.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Gefühlt mit N., real mit Photoshop, Quark und Cubase.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Gefühlt mit N., real mit N.

Vorherrschendes Gefühl 2005?
Hanfseil.

2005 zum ersten Mal getan?
Neben den nicht jugendfreien Sachen: Siehe oben, Stichwort Verleihfahrrad und Verfolgungsjagd.

2005 nach langer Zeit wieder getan?
Vertraut. Und Lasagne.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Bestimmte zwischenmenschliche Eigenheiten meinerseits.
Diverse Werktags-Exzesse.
Die Sache mit dem Schreibtisch.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Zirkus oder Sparkasse-Theorie.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ein Liebesbrief an eine Person, die noch nie einen Liebesbrief bekommen hat.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Gab’s mehrere – sicherlich das Metric-Shirt, mein Weihnachtsgeschenk, und ein paar andere Dinge.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Du bist seltsam, aber komisch!”

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Auch wenn das die naheliegendste Antwort ist: Das können andere besser beurteilen.

2005 war mit 1 Wort…?
Achterbahn.