Ekel, musik-gewordener, Teil 2.

Hat ja auch lange genug gedauert.

Ein netter Leser wies mich heute via E-Mail darauf hin, dass unsere liebsten Magdeburger Goldbärengewinner, die kleinen Racker, deren Namen ich einfach nicht mehr nennen will, die Stimmbruchrocker, dieser letzte Rettungsanker des sicher untergehenden Schrottdampfers “Musikindustrie”, endlich Tour-Nachwuchs bekommen hat. Das ist eigentlich nichts schlimmes, denn es war ja abzusehen, daß da noch was geht, mit dem Dranhängen und Ausschlachten, dem schnellen Aufspringen auf den fahrenden Zug. Das wär also im Prinzip auch gar keine Zeile Blogeintrag wert, wenn die Mädels, die jetzt das nächste große Plastikpop-Ding werden, nicht Blog 27 hiessen, was mich wiederum ein wenig mit Ekel erfüllt. Diese Art von Ekel, die man zum Beispiel auch spürt, wenn man beim Autofahren Focus liest.

Mindestens genauso ekelhaft ist der in Internetz-Hipsprech-kompatible eckige Klammern geschriebene Albumtitel “lol”, der – genau wie die Band – überhaupt nicht zum lol-en ist. Um dem ganzen dann noch das letzte Häubchen abgelaufene Sahne aufzusetzen: Die Mädels covern. Zum Beispiel so Indie-Punk-Dinger wie Teddybears Sthlm – und da kann man auch mal beherzt den Zeigefinger heben, und die 70er Generation mal fragen, ob die eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben, ihre Kinder so zu verhunzen, und denen dann auch noch Coverversionen von haschrauchenden Punkomanen aus Vermont in die kleinen, zahnbespangten Münder zu legen.

Die machen vor garnix mehr halt, die von der Industrie. Ich dachte eigentlich, daß mit Caninus, der wohl ersten und einzigen “Pitbull-Grindcore”-Band der Welt, das Ende der Geschmacklosigkeit erreicht sei. Dann kamen die Magdeburger. Und jetzt das.

Manchmal, an so merkwürdigen Tagen wie diesen, wünschte ich mir, daß man das Internetz besser nicht erfunden hätte. Echt jetzt.
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Nachtrag: Gar nicht auszudenken, was da passieren kann, wenn die Kinder in den kommenden Monaten bei Google nach “Blog” suchen.


 
 
 

19 Kommentare zu “Ekel, musik-gewordener, Teil 2.”

  1. giant.braintrash
    7. Februar 2006 um 20:32

    Zum Glück kann man sich “den Werbespot von ‘Uh La La La’ schon anschauen, bevor er im TV läuft”! Ich hätt’s nicht ausgehalten, glaube ich.

    Besonders fies finde ich übrigens diese direktmarketingartigen VIP-Clubs, in denen sich die jungen Menschen anmelden müssen, um das Video in voller Länge sehen zu können oder sowas.

    Das scheint eine gängige Masche zu sein, ich hab das bei Chipz auch schon gesehen.

    Und jetzt bitte nicht fragen, was zur Hölle ich auf der Website von Chipz zu suchen hatte.

  2. neobe
    7. Februar 2006 um 21:01

    Da spüre ich es schon, eiskalt, den Rücken runter laufen. uuuhaaa

  3. ntropie
    7. Februar 2006 um 21:38

    Erinnert mich an West End Girls. Neinnein, natürlich nicht an den großartigen Song, sondern an die zwei Mädchen, die ausschließlich Lieder der beiden Herren covern.

  4. lester
    7. Februar 2006 um 22:13

    na flockich.
    ich hab mich natuerlich sofort angemeldet.
    ich will ja schliesslich auch vip werden und in teure klups rein.
    vielleich krieg ich dann ja sogar ein kind von bill (kreisch!).

    also, die freshen maedels tragen jedenfalls einen style auf, der einige semester aelter ist, als sie selbst.
    ich wusste gar nicht, dass 27 auch eine konspirative zahl ist.
    [jedoch ergaben meine ueberaus gruendlichen recherchen, dass das gen b 27 fuer morbus bechterew verantwortlich zu sein scheint. hm.]

    der eine von den teddybears sieht tatsaechlich aus wie mein nachbar.
    er isses aber nicht. ich hab schon gefragt.

    pitbull grindcore klingt mindestens so interessant wie milchspeiseeis leberwurst.
    oder jazziger death metal. lustig hingegen ist, dass kaniner auf schwedisch karnickel heisst, aber das nur am rande des verstands.

  5. vib
    7. Februar 2006 um 23:10

    Ehm….. ja. Ich bin sprachlos. Die touren jetzt zusammen mit der Band ohne Namen? Ist das denn noch jugendfrei? Ich meine, da könnte ja Nachwuchs bei entstehen - oder? Ach nee, die sind ja eh alle geklont und so Reagenzgläser sind als Tourgepäck recht unpraktisch.

  6. Andi
    8. Februar 2006 um 12:32

    Drei mal dürft ihr raten, welchen Zweck dieser überaus phantasievolle Bandname wohl verfolgt; da läuft doch grad so’n Hype (oder war das schon wieder?).

  7. p7Blogger - Das Weblog von Spike » Blog Archiv » Uh La La La - das singende Blog 27
    8. Februar 2006 um 17:01

    [...] Bin grad auf Spreeblick am lesen, da lese ich was von “Blog 27″ - kein Plan was das seien soll denk ich mir. Aber der Hinweis kommt noch im selben Artikel. Da ist nämlich auch die Rede von Tokio Hotel oder wie die Jugend sagt: TH . Hmmm - nun gut - Gott sei dank finde ich den Link zum Artikel bei Herrn Shhhh, der mehr über diesen seltsam klingenden Namen für ein (wie ich zuerst dachte) Weblog zu berichten weiss. Also hin da, und was muss ich lesen: Anscheinend handelt es sich um die nächste Generation zahnspangentragender Teenies die ins grosse Musikbusiness katapuliert werden. Dann war ich auch noch auf deren Webseite, welche unter http://www.blog27.de begutachten kann. Dort gabs dann auch eine kleine Hörprobe in Form eines Videoausschnittes des aktuellen Songs “Uh La La La” - und ich hatte es ja bereits beim lesen des Songtitels geahnt - natüüüüüürlich !!! Klar - ein Cover! Da ich ja bekanntlich mehr der Freund der elektronischen Musik bin, konnte mich dieser jedoch nicht grad vom Hocker reissen - aber nun weiss ich wenigstens was “Blog 27″ ist. [...]

  8. robert|craven
    8. Februar 2006 um 17:52

    würg

    Gerade hab ich diesen Beitrag bei Herrn Shhhh gelesen.
    Und Tom (oder Bill? Wayne …) ist doch ein Mädchen! Er tourt jetzt in einer Doppelrolle quer durch Deutschland. Erst tritt er mit einem Klon als “Blog 27″ auf und anschließend mit …

  9. SvenK
    8. Februar 2006 um 18:06

    Och also langsam wirds echt langweilig. Leute, das geht vorbei! Die A-Teens und wie sie alle hiessen sind damals auch ohne Sterbehilfe von mitt-dreissiger Bloggern verreckt. Lasst doch die 8-13 jährige Zielgruppe ein bischen kreischen, Frisuren nachahmen und Kind sein.
    Aber echt mal.

  10. emo-boy
    8. Februar 2006 um 19:56

    niedlich.

    aber eine echte gefahr geht von den damen nicht aus. akute uebelkeit mal ausgeschlossen. die idee ein paar minderjaehrige maedels in chucks und h&m-modelle vom letzten jahr zu stecken, gabs vor ein paar jahren schonmal, da hiessen die play. hat auch nicht funktioniert.

    und nur weil sie mit unseren lieblingen (deren t-shirts inzwischen zum kultobjekt bei den herren meiner gesellschaftsschicht geworden sind) touren, steht das juengste gericht (der musikgeschichte) nicht bevor.

    diese caninus machen mir da schon eher sorge. was kommt als naechstes? electropop mit koerperteilen? brainy - das singende gehirn? ich wage kaum zu uebertreiben.

  11. r0ssi
    8. Februar 2006 um 21:44

    mal wieder ein googlenapping im sinne? nanana! ;-)

  12. wtf
    9. Februar 2006 um 07:39

    Wie wäre es dann mit der Band Prussian Blue ? Einfach mal.. yahoo’n.

  13. eva
    9. Februar 2006 um 14:42

    “Wichtige Dinge: Glücklich zu sein und keinen Terrorismus mehr!”

    gefunden im steckbrief von girl 1- das ist schon spooky…

  14. Klappstuhl
    11. Februar 2006 um 20:06

    Ich merke es war eine gute Entscheidung meinen Radio aus dem Haus zu verbannen, ansonsten würde ich was mitbekommen von diesem Cover-Versionen Trash…

  15. Dark Walter
    13. Februar 2006 um 18:18

    Meine Fresse, was kommt als nächstes?

    Eine neunjähriger Gangsta Rapper den sie Teilzeitgigant nennen?

  16. stefanie
    14. Februar 2006 um 19:29

    ok bitte hip-hop musik

  17. StylaJulia53
    22. April 2006 um 15:18

    naya leute ich habe nichts gegen euch aber wie ihr jetzt so über die abgeht mein gott nochmal das sind kinder lasst sie leben nur weil ihr nicht berühmt seit müsst ihr hier nicht so ablästern mein gott seit ihr aber eifersüchtig nur weil ihr nicht berühmt seit und weil ihr nicht singen könnt können die weiber doch ncihts für, ich finde das einfach nur PEINLICH von euch.hahahahaah…ich finde blog 27 auch nciht perfekt aber es gibt schlimmere ich sag nur TOKIO HOTEL :O Antonia:O

  18. StylaJulia53
    22. April 2006 um 15:19

    Ihr seit einfach nur PEINLICH , die jetzt so ablästern über blog 27 Guckt euch doch mal an eyy

  19. Ralf
    17. Mai 2006 um 10:38

    Ich habe von der ganzen Sache mit Blog 27 lange Zeit nichts mitgekriegt, weil ich die ganzen Geschehnisse der Kinder-und-Jugend-Musik-Welt nicht verfolge. Inzwischen habe ich mich jedoch im Netz nachinformiert und sehe nun, dass dahinter ein aggressives und ausgeklügeltes Marketing-Konzept steht, das offensichtlich darauf ausgerichtet ist, Kinder und Teenager als Zielgruppe anzusprechen, wie es ausschaut in dem Sinn, dass Kinder und Teenager sich mit den beiden Stars aufgrund deren niedrigen Alters identifizieren können, und gleichzeitig suggeriert wird: „Schaut her, die beiden sind erst 13 und die können und dürfen schon so viel, haben schon so viel erreicht, sind so cool, groß und selbstständig, und deren Eltern fördern auch noch deren Karriere.“, womit die jungen Stars als Idole für Kinder aufgebaut werden. Dadurch werden Kinder verleitet, und in ihrer Naivität halten sie auch Show für das echte Leben und gleichzeitig wird ein gewisser Keil zwischen Kindern und Eltern getrieben, denn ihre Eltern würden ihnen das nicht erlauben.

    Somit und dank des „genialen“ Namens des Duos „irren“ nun etliche Kinder alleine im Internet auf der Suche nach ihren Idolen herum und schlagen in Blogs, Foren u. ä. auf, die von den Suchmaschinen ausgeworfen werden (also richtig vorausgesehen).

    Gleichzeitig gibt es eine Menge durchschnittlich ein wenig älterer Anti-Fans, insbesondere aus Polen und nun auch aus Deutschland, die vom massiv gepushten Marketing-Produkt Blog 27 genervt sind, und die teilweise ihr Land musikmäßig in den Dreck gezogen sehen. Es ist ein Kampf zwischen Fans und Anti-Fans zu verzeichnen, der sich in Blogs und Foren verbal abspielt und in Fan- und Anti-Fan-Sites zur Schau getragen wird. Zudem ist derzeit ein regelrechter Video-Wettkampf auf YouTube im Gange, wo Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen, um Blog 27 zu schmähen (die Mehrzahl) oder zu loben.

    Und apropos Ekel, weil 12/13jährigen gecoverte Lieder in den Mund gelegt werden: Das interessiert doch heutzutage niemanden mehr, was sich offensichtlich auch die Manager und Produzenten gedacht haben. Zwei Videoclips sind da auffallend (siehe wiederum YouTube, die polnischen Anti-Fans zeigen damit auf, wodurch sie zu ihren Bezeichnungen für Blog 27 gekommen sind): Der zu „Uh la la la“, wo die beiden Mädchen als „kleine Verführerinnen“ tanzen dürfen, und eine Sylvester Show-Version von „Hey Boy“, wo sie sich als „kleine Nachtclubtänzerinnen“ (die Atmosphäre, das Outfit, der Tanz und das Lied zusammen lassen kaum eine andere Sichtweise zu) betätigen dürfen. Also, bittschön, wenn schon Ekel und Empörung, dann auch besonders darüber.

    Was ich von den Eltern der beiden Kinder-Stars und der Musikbranche inzwischen halte, nach all dem was ich erfahren konnte, kann ich hier nicht schreiben, der Ausdruck „verantwortungslos“ wäre im Vergleich dazu äußerst mild.

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