Phonoverband kills Music.
Mal was zum Thema:
Als ich gestern Abend die 32. Privatkopie der aus dem Internet gezogenen Arctic Monkeys-CD zog, um sie als kulturell hochwertigen Mitesser-Ausdrück-Spiegel zu benutzen, fiel mir ein, daß ich mich ja noch gar nicht zu der Geschichte geäussert habe. Von wegen Privatkopie, Kopierschutzknacker, Bagatell-Klausel, beziehungsweise Urheberrecht. Darum ging’s ja eigentlich beim neuen, vom Kabinett verabschiedeten Gesetz. Geistiges Eigentum. Nichts gegen Frau Zypries, ich verstehe vieles, zum Beispiel auch das da, aber generell ist doch diese ganze Urheberrechts-Debatte hausgemachter Unsinn. Allein deshalb, weil der Urheber des geistigen Eigentums, gar nicht gefragt wird, was er denn davon hält. Beziehungsweise in dieser ganzen Geschichte keinerlei Rolle spielt.
Wer hier tatsächlich mit der Holzhammermethode seine Standpunkte durchsetzen will, lässt sich ganz leicht rausfinden, wenn man sich mal die Augen beim geschätzten Deutschen Phonoverband wundliest. Eiskaltes Kotzen. Da steht dann zum Beispiel:
Leider war auch das Jahr 2005 noch kein Jahr der Trendwende für den deutschen Phonomarkt. Zwar setzten sich die starken Umsatzrückgänge der Jahre 2000 bis 2003 nicht fort, dennoch ist der Phonomarkt von Umsatzzuwächsen noch weit entfernt. Der Umsatz laut Verbandsstatistik fiel um 4,6% von 1,572 auf 1,500 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz der Branche einschließlich der nicht an der Verbandsstatistik teilnehmenden Firmen immerhin noch um 0,4% von 1,753 auf 1,746 Milliarden Euro.
Ganz dickes Stirnrunzeln. Zum einen, weil hier mit Zahlen jongliert wird, die jegliches Vorstellunsvermögen sprengen. 1,500 Milliarden Euro Umsatz verbucht der Phonoverband in einem Jahr, und das schafft manch ruchloser kolumbianischer Drogenbaron nicht in 10 Jahren. Woraus sich diese Zahl erschliesst, ist mir unbekannt. Wir reden hier aber von Umsätzen, die aus Material generiert werden, dessen Urheber nicht der deutsche Phonoverband, und genauso wenig die daran angeschlossenen Plattenfirmen sind. Will also heißen, der Phonoverband bereichert sich am lebt vom – jetzt mal ganz laienhaft gedacht – Output des Künstlers. Muss davon leben. Das hat zwar fast schon parasitären Charakter, wenn man es so hinstellt, aber es klingt irgendwie logisch. Weiter im Text…
Noch immer sind illegale Musikangebote im Internet und Musikkopien auf Rohlingen ein dominierendes Problem für den legalen Musikmarkt. Vergangenes Jahr wurden laut Brennerstudie der GfK 439 Millionen CD-Äquivalente (CD- und DVD-Rohlinge) und damit 3,5-mal mehr CD-Einheiten mit Musik kopiert als CD-Alben verkauft. Die Zahl von Musikdownloads aus illegalen Internetquellen stieg von 383 (2004) auf 415 Mio. (2005). Wäre die kopierte Musik gekauft worden, hätte sie einen Umsatzwert von rund 6,3 Milliarden Euro gehabt.
Nochmal Stirnrunzeln. “439 Millionen CD-Äquivalente” wurden mit Musik bespielt. Sagt die GFK. Da fragt sich mein innerer Konsument: Woher wissen die das? Vermutlich geht die GFK vom Absatz an Rohlingen aus. Und natürlich kauft man sich Rohlinge nur, um Musik zu brennen. Sagt die GFK. Sagt der Phonoverband. Dass unsereins mittlerweile seinen kompletten mp3-Bestand auf dem Rechner hat, und gegebenenfalls mal was auf seinen mp3-Player schiebt, der Rohling in dem Sinne eigentlich so gut wie gar nicht mehr zum Einsatz kommt, weil das Medium CD als solches im Alltag fast schon obsolet geworden ist, wird dabei gar nicht in Erwägung gezogen. Sicher, es gibt sie noch, die Brenner, aber wie viele sind das denn bitte, die sich ein Original kopieren, wenn sie das Album an sich schon 3 Monate vorher auf dem Rechner haben? Sicher, es ist so oder so ein Delikt, wir reden hier schließlich davon, daß dem Künstler das Zubrot aus der abverkauften CD flöten geht…
…haha! Wenn das denn so wäre! Denn am Verkauf des physikalischen Tonträgers bereichtert sich eigentlich nur die Industrie, und ich kann da mein Liedchen von singen, denn wenn ich meine eigene CD kaufe, zahle ich in bestimmten Läden beispielsweise satte 14.99 Euro. Bei (nicht geistigen) Produktionskosten von knapp 50 Cent und einem von mir festgelegten Händlerabgabepreis von 7.50, hätte ich als Künstler pro Les Mercredis-Album normalerweise 7 Euro Gewinn gemacht. Wenn da nicht noch die Industrie, respektive die Plattenfirma zwischensteckte. Gut, unsere ist kulant, aber den Lohn meiner Arbeit kassiere dennoch nicht wirklich ich, sondern die Industrie. Und was mit den draufgeschlagenen 6.49 Euro passiert, weiß auch nur der Händler Henker. Bei einem normalen Plattenvetrag würde ich pro verkaufter CD vielleicht 1 Euro Gewinn machen. Und selbst die bleiben mir nicht, weil die Plattenfirmen normalerweise ihre Produktionsvorschüse zurück haben wollen. Deshalb werden Live-Konzert zum Beispiel immer teurer, denn von irgendwas muß ich als Künstler ja auch leben, wenn ich mit meinen CDs schon kein Geld verdienen kann.
Wenn man das jetzt mal auf große Abverkäufe ummünzt, kann man also sagen, daß die ganzen Popsternchen eigentlich nur dafür da sind, damit Frank B. von der Universal beispielsweise Abends frisch gezapftes Jever bekommt, und kein PET-Bier aus dem Discounter trinken muß. Damit das so bleibt, werden dann zum Beispiel Acts “gemacht”, und so lange beworben werden, bis der per se schon leicht mürbe Anteil der Bevölkerung willenlos zugreift. Neben Frank B. wollen dann auch noch die alten Säcke (und das sind wirklich alte Säcke!) aus dem Phonoverband Abends ihren teuren Weinbrand trinken, und deshalb werden das immer mehr und immer blödsinnigere Acts und Ideen und was weiß ich, was da tagsüber noch so im Fernsehen vertickt wird. Und die Zermürbungstaktik ist streckenweise so subtil, daß man das nicht wirklich mitbekommt: ich kenne beispielsweise ein Musikmagazin, das zu 95 % von gekauften Inhalten lebt. Da werden streckenweise vierstellige Summen bezahlt, damit ein zweiseitiges Feature besonders lobhudelnd ist. Merkt natürlich keiner. Nennt sich Marketing. Hat aber, wenn wir mal ehrlich sind, nichts mit Musik zu tun.
Manchmal merkt die werte Hörerschaft es aber doch, wir sind ja schliesslich nicht alle komplett doof. Dann stellt sich eine gewisse Übersättigung ein, und es werden weniger CDs gekauft. Irgendwie logisch. Und dann kommt ja noch hinzu, daß die CD als solche ein völlig veraltetes Medium ist. Siehe oben beschriebene Hörgewohnheit. Plus dann noch die Zubomberei mit Formatradiovideo-Inhalten, da ist es einfach nur klar, daß der Tonträgermarkt stagniert, und die legalen mp3-Downloads beispielsweise einen großen Zuwachs haben. Das Alu-Medium ist fast tot. Da die Herren vom Phonoverband jedoch – wie bereits erwähnt – ganz furchtbar alte Säcke sind, und mit dem physikalischen Tonträger nunmal den Weinbrand finanzieren müssen, halten die weiterhin stur an der CD fest – und deshalb steht dann auf der Seite vom Phonoverband zum Beispiel wortwörtlich “dennoch ist der Phonomarkt von Umsatzzuwächsen noch weit entfernt”. Was ja impliziert, daß man fest daran glaubt, daß CDs wieder vermehrt gekauft werden. Oder zumindest was dafür tun will. Im Zweifelsfalle mit Hilfe der Bundesregierung - man ist ja eine starke Lobby mit vierstelligen Millardenumsätzen, und am Eigenerhalt interessiert, da kann man dann auch schon mal den ein oder anderen Schwachsinn durchdrücken.
Zum Beispiel die Sache mit dem neuen Urheberecht. Von wegen Privatkopiererei, IP-Auskunftei, Kopierschutzknackerei. Denn für die alten Säcke im Verband, dessen Phono-Akademie (da sind die lustigen Typen, die den Echo verleihen!) sich unvorstellbarerweise als Kulturinstitut der Deutschen Musikwirtschaft (ganz grosses SIC!) versteht, liegt die Schuld bei den Umsatzrückgängen nicht beim schlechten Produkt, der veralteten Struktur oder dem anachronistischen Medium, sondern beim Hörer, dem bösen Downloader, der dieses Jahr schon wieder weniger CDs gekauft und viel mehr aus dem Netz gezogen hat.
Als Konsument bin ich von der deutschen Musik-Industrie schon lange kuriert, zumal sich mein Geschmack glücklicherweise eh immer leicht Abseits des Mainstreams bewegt, und ich CDs dann doch lieber direkt beim Künstler bestelle, oder auf den Konzerten kaufe. Sogesehen pflege ich per se schon den Industrie-Boykott, auch ohne Raubkopiererei.
Als Musiker, dem im Prinzip mal wieder gezeigt wurde, daß er eigentlich keinerlei Einfluss auf “Urheberrechts”-Gesetzsprechungen hat, der leider auch nicht wirklich bestimmen kann, was der “Verwerter”, also die Industrie, mit seinem geistigen Eigentum macht (Kopierschutz!), kann ich nur sagen: Wenn’s nach mir ginge, darf sich von meiner CD und meinem MP3s wirklich jeder so viele Kopien ziehen und verschenken, wie er will. Solange Kopien nicht vertickt werden, ist mir das nur lieb und recht, und so lange ich weiß, daß meine Musik in guten Ohren landet, ist es mir sogar billig – denn eine bessere und ehrlichere Promo als fangemachte Mundpropaganda kann ich doch eigentlich nicht haben – wer glaubt schon einer Industrie, die ihre eigenen Kunden verklagen will!


28. März 2006 um 21:19
Na endlich mal ein Text dazu, der es endlich auf den berühmten Kopf vom Nagel trifft. Bedankt.
28. März 2006 um 23:22
[...] FR2 >>> FREAKSHOW, TOO! » Blog Archive » Phonoverband kills Music. (tags: musik musikindustrie cd) [...]
28. März 2006 um 23:45
[...] Ein weiteres bewegendes Ereignis ist die am Mittwoch dem 22.03.2005 vom Kabinett beschlossene Novelle des deutschen Urheberrechts. Sie kann meines Erachtens eine Gefahr für die Freiheit unserer Kultur darstellen und muss daher von http://www.freie-kultur.de in ihren Einzelheiten behandelt werden. Der aktuelle Meinungsstand zu dieser Novelle kann derzeit sehr gut auf http://www.netzpolitik.org verfolgt werden und bereits eine kurze Lektüre der Meinungen zu dieser Novelle macht deutlich, warum die Industrie sich freut, die Seite der Verbraucher jedoch die Hände über dem Kopf zusammenschlägt: Als Eckpunkte seien hier nur der Wegfall der Bagatellklausel und der Auskunftsanspruch von Rechteinhabern gegen Provider auf Preisgabe der Identität von P2P-Netzwerk Nutzern. Hinzu treten diverse Unzulänglichkeiten der Novelle im Detail, angefangen bei der unklaren Anzahl möglicher Privatkopien eines erworbenen Tonträgers bis hin zu der Windows / Mac / Linux Kopierschutzfarce und der völligen Unmöglichkeit ihrer Umsetzung angesichts schon jetzt am Limit arbeitender Staatsanwaltschaften. Doch damit nicht genug: Nicht nur, dass der Verbraucher über Rechtsfolgen im Unklaren gelassen wird, wie obiges Beispiel der Privatkopie oder aber die im Ermessen der Gerichte und Staatsanwaltschaften stehende Rechtfolge einer Gelbbuße oder Haftstrafe (Gegenbeispiel ist da Frankreich) zeigt, die Industrie lacht sich aufgrund ausgebliebener Regelungen zu DRMs (= digitaler Kopierschutz) und damit diesbezüglicher völliger Handlungsfreiheit sicher ins Fäustchen. Apropos Frankreich: Dort wurden Regelungen über Standards hinsichtlich DRMs und deren Offenlegung seitens der Industrie normiert – mit der Folge, dass gemunkelt wird Apple wolle seinen dortigen ITMS schließen… Von der anderen Seite - nämlich der des Urhebers - sieht die ganze Problematik dann etwa so aus. Doch auch hier bald in aller Ausführlichkeit mehr zu diesem Thema. posted by admin at 00:45 [...]
29. März 2006 um 06:10
wow, bin sprachlos! … sehr gut, herr shhhh, selten etwas so wahres gelesen. sie sprechen mir voll aus der seele, ich habe mich gerade verliebt… würden sie mich heiraten? eventuell?
29. März 2006 um 11:57
[...] Einen sehr lesenswerten Beitrag zur Urheberrechts-Diskussion gibt’s übrigens auch bei Herrn Shhhh. Posted: 29/3/2006 - 12:57 in: [...]
29. März 2006 um 12:40
[...] ein sehr lesenwerter entry über die urheberrechts-diskussion in deutschland: phonoverband kills music [...]
29. März 2006 um 12:59
kleine anmerkung:
sie sprechen von “1,500 Milliarden Euro Umsatz verbucht der Phonoverband in einem Jahr” damit sind 1500 Millionen Euro gemeint.
und weiter: “eine starke Lobby mit vierstelligen Millardenumsätzen” das ist dann einstellig. denn vierstellig wäre doch etwas hoch ;)
ich muss sagen, diese komma und punkte haben mich auch irritiert, darum hab ich hier geguckt: http://www.ifpi.de/jb/2006/umsatz.pdf (Seite 2)
Gruß
Marcus
29. März 2006 um 13:21
CD als Medium ist wirklich tot. Ich habe letztes Jahr noch ein paar CDs gekauft, meistens Re-Releases von älteren Sachen. Neueres habe ich nur digital, und gebrannt wird höchstens mal etwas, wenn es im Auto mit muss. Nein, auch nicht mehr, seitdem ich den iPod per Kassettenadapter im Auto habe. Und bei der letzten Party gabs auch keine CDs mehr, da kam alles vom Notebook, iTunes drauf, Playlist erstellt, Daten auf’m Server, fertig. Anwerfen, mehrere Stunden Musik. Macht alles viel leichter.
29. März 2006 um 14:11
…der Umsatz laut Verbandsstatistik fiel um 4,6% von 1,572 auf 1,500 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz der Branche einschließlich der nicht an der Verbandsstatistik teilnehmenden Firmen immerhin noch um 0,4% von 1,753 auf 1,746 Milliarden Euro…
Das wiederum würde ja bedeuten, rechnet man aus dem Gesamtumsatz der Branche den des Verbandes raus, haben die Freien mit ihren Produkten den Umsatz von 181 Mio. auf 246 Mio. (also um 36%) gesteigert. Sollte der Industrie eigentlich zu denken geben. Aber die anderen Zahlen sind ja so viel dramatischer…
29. März 2006 um 15:30
Schöner Artikel, allerdings teile ich deine Meinung zum Thema CD nicht so ganz. Die CD mag zwar ein veraltetes Medium sein, dennoch gibt es Leute (zu denen ich mich auch zähle) die Musik nicht nur in Form von Bits und Bytes wollen sondern auch etwas in Händen halten wollen, und sowas kann einfach nur die gute alte CD leisten.
29. März 2006 um 15:40
Alle Texte bezgl. dieser Raubkopireaffäre sind leider nicht objektiv. Das find ich nicht gut.
Zum beispiel, das die Musikindustrie parasiten der künstler sind. Das stimmt ja so nicht ganz. Ich sag ja auch nicht, das der mediamarkt von intel nutzniesst, weil er die Produkte verkauft und dabei gewinn macht.
Es entstehen für musik noch mehr kosten, als der künstler und die herstellung der cd.
Was von den “alten säcken” gemacht wird ist so nicht in ordnung, aber die sind keine abgesandte des satans!
29. März 2006 um 16:16
Mehrfach-Antworten jetzt mal, weil is ja auch ein Thema, über das man reden sollte:
@ Marcus: Falsch gelesen. Aber selbst mit nach unten korrigierten Zahlen liest sich das immer noch wahnwitzig.
@ mr_spuck: Natürlich kaufe ich auch noch ab und an Tonträger, schliesslich will ich bei besonders tollen Exemplaren auch das haptische Erlebnis nicht missen. Deshalb zum Beispiel auch Vinyl, ist ja eine schöne Sache, so ein großes Plattencover. Aber davon nährt sihc ja die Industrie nicht. Obwohl auch die langsam Begriffen haben, dass es Konsumenten gibt, die Tonträger nach Wertigkeit kaufen. Deshalb gibt es neuerdings so viele “Deluxe”-Editions. Anfangs eine schöne Idee, weil die Sachen ja auch immer limitiert, und somit etwas besonderes Waren. Heute jedoch inflationär Veröffentlicht, eben typisch für Plattenfirmen: Wenn es sich gut verkauft, sollten wir einen Massenartikel draus machen…
@ tre: Aus welcher Position heraus soll ich mich denn über den Umstand aufregen, wenn nicht aus der Subjektiven? Ich will ja gar nicht abstreiten, daß Menschen in Plattenfirmen nicht auch was für ihr Geld tun. Das beweisen ja letztlich die ganzen Indies dieser Welt, die unermüdlich ihr Bestes für gute Musik geben. Aber das sind dann auch genau die Menschen, die mir als Künstler zum Beispiel nur einen ganz geringen Prozentsatz meiner Einkünfte aus den Plattenverkäufen abverlangen, die täglich mit neuen, guten Ideen aufwarten, und vorallem nicht jede Sau wundmelken, die ein wenig nach Erfolg stinkt.
Was die Kosten für Musik angeht: Wenn Musik dazu da sein soll, Menschen zu unterhalten, ihnen eine gute Zeit und vorallem Freude zu bereiten, frage ich mich, wieso sie überhaupt was kostet. Sicher, die Marketingeinsätze in der BamS müssen bezahlt werden, aber das kann’s ja nicht sein.
29. März 2006 um 20:09
Copy Kills Music?
Nein.
Ich schließe mich Herrn Shhhhh an und stimme ihm zu:
Phonoverband kills Music.
Wie wahr.
Ich besitze viele CDs, noch mehr Schallplatten und seit geraumer Zeit auch nicht wenige geladene AAC-Files aus dem Music-Store von Apple. Und ich gehe trot…
30. März 2006 um 00:43
>Nochmal Stirnrunzeln. “439 Millionen CD-Äquivalente” wurden mit Musik bespielt. >Sagt die GFK. Da fragt sich mein innerer Konsument: Woher wissen die das? >Vermutlich geht die GFK vom Absatz an Rohlingen aus.
Nein, die GfK geht nicht vom CD-Absatz aus. Sie befragt in ihrer Brennerstudie Leute nach ihren Gewohnheiten beim Brennen etc.
>[...]man ist ja eine starke Lobby mit vierstelligen Millardenumsätzen, und am >Eigenerhalt interessiert, da kann man dann auch schon mal den ein oder anderen >Schwachsinn durchdrücken.
1,5 Mrd. ist nur einstellig, nicht vierstellig. Sicher der gleiche Zahlenlesefehler, den auch Marcus anmerkte.
30. März 2006 um 02:47
[...] Ich bin zwar kein Musiker im engeren Sinne, aber Herr Shhhh spricht mir dennoch aus der Seele! [...]
30. März 2006 um 08:59
@ Herr Shhhh: Vinyl ist natürlich haptisches Erleben deluxe, geht bei mir nur leider nicht da mir dazu das passende Abspielgerät fehlt (ich hab schon mehrfach drüber nachgedacht ein solches zu kaufen, konnte mich bislang aber nicht dazu durchringen). Bezüglich Deluxe Edition kann ich dir nur zustimmen, es passiert mir immer wieder dass ich davon absehe eine solche Edition zu kaufen nachdem ich überprüft habe was die Deluxe Edition zu einer solchen macht (auf zugehörige Musikvideos kann ich meist recht gut verzichten).
30. März 2006 um 10:51
Stimme zu, die CD ist für mich ein vollkommen veraltetes Medium.
Wenn ich was haptisches haben will, dann kauf ich Vinyl (gerade die neuen Kate Bush als schweres Vinyl mit Doppelklappcover und 40seitigem Booklet für 19,99 gekauft, obwohl Saturn die CD für 8,88 vertickt – einfach weil es Mehrwert für mich ist).
Ansonsten freu ich mich wie Herr Shhh, dass meine musikalischen Präferenzen außerhalb des Industriezeugs liegt. Da kommt mir eMusic mit superfairen Tarifen und nicht DRM-geschützten MP3s sehr entgegen; die haben nicht alles, aber man findet stöbernderweise viele Juwelen und auch immer mehr nichtamerikanische Labels).
CDs von Major Labels? Komm piss die Wand an.
Christian
…der es übrigens schon auch schade findet, dass in meinem Umfeld (meist 30 Jahre plus minus) kaum Unrechtsbewusstsein für massenhaftes Kopieren existiert. Und die noch Jüngeren dürften da noch krasser drauf sein.
30. März 2006 um 16:23
Wunderbar, lesenswert und findet meine Zustimmung.
Glaubt wirklich noch jemand an einen Comeback der CD?
Hallo? Kann doch wohl nicht sein, die CD taugt doch nur noch für den Laden, privat hat sich wohl ein Teil der Hörer längst auf irgendwas Player-MP3 Rechner irgendwas umgestellt.
30. März 2006 um 19:59
trt brt
31. März 2006 um 07:30
@ Christian: bei wippit.com hat man ein noch etwas besseres Preis-/Leistungsverhältnis als bei eMusic, allerdings ist die Auswahl kleiner, aber auch dort ist die Musik nicht mittels DRM verkrüppelt …
31. März 2006 um 11:41
[...] Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Bitte kommentieren Sie oder diskutieren via Trackback weiter! Kommentare Bitte kommentierenSie! [...]
31. März 2006 um 15:01
Bis jetzt der beste Beitrag den ich zu dem Thema gelesen hab.
Ich zähl mich übrigens auch zu den Plattenkäufern, wenn es einen Tonträger nicht auf Vinyl gibt lass ichs einfach bleiben. Nur schade das es in letzter Zeit grade da von einigen Vertrieben / Labels deutliche Preiserhöhungen gab.
1. April 2006 um 11:01
danke für den guten beitrag.
wo die kohle bleibt, kann man so ein bisschen auf diesem schaubild (pdf) sehen.
(ursprünglich: http://ds.ccc.de/083/sfdmusikindustrie.fh.pdf)
2. April 2006 um 14:38
[...] phonoverband kills music [...]
2. April 2006 um 22:51
CD - was ist das?
Vor zehn Jahren waren CDs in.Zu dieser Zeit hatte auch mich die Sammelleidenschaft gepackt. Es galt mglichst viele der Silberscheiben sein Eigen zu nennen um auf Partys die grsste Auswahl anbieten zu knnen. Heute ist das anders.Als Besitzer eines …
3. April 2006 um 06:54
Ah, frisch gezapftes Jever…
3. April 2006 um 08:32
Es spricht mir wer aus der Seele. Applaus für den Author, Ohrfeigen für das dumme Volk. Es geht schon lange nicht mehr um die Musik, sondern um die Kohle die damit zu scheffeln ist!
3. April 2006 um 12:30
[...] Und hier kann man ein bisschen was zu der Thematik lesen. Lohnt sich wirklich! (via Rochus) [...]
3. April 2006 um 23:50
[...] Liebe EMI, es ist mir egal ob die Software, die ihr da unheimlich an Bord der “New Scientist”-CD auf meinen PC installiert schmuggelt nun ein oder kein Rootkit ist - ihr verärgert damit nur wieder treue Kunden, die auch wenn sie anklicken, dass sie die Software nicht haben wollen einfach mal was installiert bekommen. Diese Verdächtigung der Käufer ist das Schlachten eurer Umsätze ihr Lieben. Ich bin nicht der Einzige, der unangenehm verärgert ist. Ich kaufe seit einiger Zeit keine kopiergeschützten CDs mehr, ich hätte diese CD also sowieso liegengelassen. Und als Nicht-Apple-Kontoinhaber hätte ich sie auch nicht legal erwerben können. Sowieso wäre das nur ein DRM auf anderem Weg. Wenns dem Esel zu gut geht geht er aufs Eis. Dann rutscht mal schön drauf aus. Und ja, dank Herrn Shhhh weiß ich allmählich so langsam was die GEMA an einer CD verdient. Liebe EMI, ihr seid auf der Blacklist. Mein Mitleid ist begrenzt, mein Verständnis ebenfalls. Und tschüss… [...]
4. April 2006 um 13:25
hier mal drei ältere artikel aus der süddeutschen (sz). die fand ich damals recht lesenswert:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/482/25457/
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/823/25798/
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/279/26253/
ich wünsche mir, daß in zukunft noch mehr künstler ihre musik selbst über ihre internetseite verkaufen oder daß sie selbst ein kleines label gründen. ob nur im netz, oder auch auf tonträgern - je nach finanzlage eben. ich erinnere mich daran, dass ich damals eine promo-cd der cardigans von universal haben wollte um ein review zu schreiben. erst wurde diese anfrage komplett ignoriert, dann bin ich leicht bösartig geworden und habe denen vorgeworfen, kein interesse an den eigenen künstlern zu haben. (das wirkt übrigens fast immer) schwups kam eine antwort, die in etwa so lautete, daß sie keine promo-cds haben und ob sie noch welche bekommen, das wüssten sie selbst nicht. die person bei umusic war sehr nett, aber so eine antwort? zu diesem zeitpunkt war die cd bereits seit wochen im netz runterladbar. ich glaube die fanden es auch nicht sonderlich gut, daß ich denen damals geschrieben habe, daß ich mir in solchen ignoranz-momenten eines wünschen würde, nämlich, daß nina von der cardigans vor mir steht und ich ihr 15 euro in die hand drücke und dafür die cd bekomme und alles was an zwischenschritten und verwertungsindustrie dazwischenhängt einfach außen vorbleibt und keinen cent bekommt.
ich überlege mir mittlerweile generell 3 mal, ob ich einen tonträger noch kaufe, wenn da universal/bmg/sony oder was auch immer großkotziges draufsteht. trotzdem gebe ich so viel geld für musik aus, wie nie zuvor in meinem leben. aber das bekommen halt die kleinen label.
4. April 2006 um 20:03
[...] Eine sehr gelungene Betrachtung findet man hier. [...]
5. April 2006 um 18:25
StarForce Maleware hat Fehler
/images/starforce.jpg
Der StarForce Muell kommt nicht mit anderen CRAP DRM Treibern klar. So macht ihm der SunnComm Kopierschutz MediaMax Probleme, wenn beide zugleich installiert sind.
Wer also …
6. April 2006 um 07:35
[...] "Phonoverband kills Music."freakshow.blindcow.org (28.03.) Wir reden hier aber von Umsätzen, die aus Material generiert werden, dessen Urheber nicht der deutsche Phonoverband, und genauso wenig die daran angeschlossenen Plattenfirmen sind. [...]
8. April 2006 um 16:42
[...] Phonoverband kills Music [...]
8. April 2006 um 17:55
[...] P.S. Zum Schluß die Worte eines Musikers: http://freakshow.blindcow.org/2006/03/28/phonoverband-kills-music/ [...]
27. April 2006 um 17:42
[...] Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Bitte kommentieren Sie oder diskutieren via Trackback weiter! Kommentare Bitte kommentieren Sie! Kommentarfunktion: Automatischer Zeilen- undAbsatzumbruch, E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong> [...]
4. Mai 2006 um 12:25
[...] phonoverband kills music [...]
13. Juni 2006 um 09:55
Ich sag mal nur: WORD.
20. Dezember 2006 um 11:13
free contact lenses freshlook contacts dura soft c
great blog, keep it comming.
23. Januar 2008 um 16:17
[...] FR4. YOU WERE NEVER HERE. » Blog Archive » Phonoverband kills Music. Wäre die kopierte Musik gekauft worden, hätte sie einen Umsatzwert von rund 6,3 Als Konsument bin ich von der deutschen Musik-Industrie schon lange [...]