Monatsarchiv für April 2006

 
 

Nachtrag…

…zum vorherigen Eintrag: Is natürlich auch keine gute Idee, die Wartezeit bis zum Blackmail-Konzert mi Prosecco und Bier zu überbrücken. Zum einen passt das nicht zum chronischen hungergefühl, daß mich seit 3 Tagen plagt, zum anderen schwurbeln mit gerade beim Dresden-Dolls-hören (schreibt man das jetzt einklich mit oder ohne Bindestrich, die scheisse) Gedankenketten durch den Kopf, die bekloppter nicht sein können. Kühe, erster Orgasmus, Nockenpilze (???), Silica Gel. Und warum liest man in Zeiten von Web 2.0 eigentlich so selten das Wort WAP? Und überhaupt, Stillstand bringt einen auch nicht weiter. Die Konfrontation der Sturköppe.

…Wär jetzt auch was für TUG gewesen, aber betrunken bei den Besoffenen posten is ja auch nix.

p.s. Ich mach jetzt was illegales, ich BRENNE EINE CD!!!

p.p.s. Das ist einer der Einträge, die einem in ca. 4 Stunden ganz furchtbar peinlich sein werden. Aber muss auch mal sein, Leben is ja Bahnhofskiosk.

Aber warum denn?

Manchmal muss man den Kollegen von der Spex ja doch dafür danken, daß sie einen in Ecken schubsen, die man eigentlich meiden wollte. Ich hab der ersten Dresden Dolls-Platte bis auf ein paar ganz kurze kurzweilige Momente nicht wirklich was abgewinnen können. Aber die neue! Die neue! Die neue! Die neue! Ganz grosser Pop-Wurf.

Rand-Notiz: Heute Abend in der Vollprovinz Blackmail. Und Werle & Stankowsky im Vorprogramm. Dem Empfinden nach ist das so, als liesse man die Pet Shop Boys vor Helmet spielen. Muss man sich dann auch mal fragen, wer sowas zusammenbucht.

Plattenfirmensprech.

Heute per Mail:

“das problem ist, dass die band auf dem kopf steht, das ist so leider vom management NICHT approved!”

Weinkunde.

Wenn man dann mal so mehr zufällig, plötzlich und ohne einen bestimmten Grund über die Verhältnismässigkeit selbstvergossener Tränen 2004/2005/2006 nachdenkt, so scheine ich dieses Jahr tatsächlich in den Genuss eines Gesichts-Sommers zu kommen. Wenn das nicht sogar eine Dürreperiode wird. Die Bäume werden’s mir danken.

11.5. in Köln, ich weise mal explizit darauf hin:

Potsdam im Kopf…

Entweder besteht Das Siegerland nur aus Türken und Rentnern, oder die hängen alle zu Hause rum

1 fürn Frühlink:

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Das wunderbare Mushaboom der wunderbaren Leslie Feist (du weisst schon, die eine von der Broken Social Scene) im noch wunderbareren Remix der wunderbaren Postal Service. Wunderbar. Hat aber nix mit dem Otter da oben zu tun. Ich fühl mich nur gerade so nach Otter, da wollt ich auch mal einen zeigen. Kanadischer Flussotter.

So weit isses dann schon:

Mit Blumfeld haben sie nicht nur die Plattenfirma SonyBMG oder die pflichtschuldigst absolvierte Gastmoderation bei der Dudelfunkstation N-Joy gemein, sondern vor allem die kleinbürgerliche Harmlosigkeit ihrer neuesten Produktionen.

Wann kommt die neue ‘Von Spar’?

Au Backe, so viele Klischees.

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Wie soll man eigentlich verständliche Dinge über eine (mal wieder viel zu spät von mir entdeckte)Band wie The Dears schreiben, ohne dabei in die ranzige Klischeetüte zu greifen, und Sachen wie “der schwarze Morrissey” oder “Danke, lieber Gott, daß Du Kanada erfunden hast!” heraus zu ziehen? Ersteres wäre mir persönlich zu rassistisch geprägt und auch platt (Vergleiche und so), letzteres zu einfach, denn “Kanada” kann ja nicht immer als Argument herhalten, wenn etwas besonders gut klingt und aus Kanada kommt. The Dears kommen aus Kanada, Montreal um genau zu sein, also aus der Stadt, aus der alle guten Sachen kommen, und The Dears klingen nicht nur besonders, sondern herzzerreissend gut. Und das liegt tatsächlich auch an der dramatischen Stimme von Frontmann Murray Lightburn, der mit seiner Intonation durchaus an einen dickhodigen Hybriden aus uns’ aller Mozza und einem gut gelaunten Damon Albarn erinnert, dabei aber wesentlich cooler aussieht. Sind wir also doch wieder bei den ekelhaften Klischees gelandet, nur anders verpackt. Warum mir The Dears bis jetzt entgangen sind, bleibt mir in Anbetracht des grossartigen Albums “No Cities Left” ein unerklärliches Rätsel – zumal die Herren und Damen sich schon 1995 formierten, und nicht nur einen Tonträger mit dieser herzmassierenden Mischung aus in Alkohol gegossenen Dramen, grossen Melodie-Blumensträussen (denen man die Blüten abgeknipst hat) und amüsanten Songtiteln wie “Expect The Worst. Cos She’s a Tourist” vollgepackt haben. Und überhaupt: Wie konnte ich nur eine Band verpassen, die gleich ZWEI hübsch anzuschauende Keyboarderinnen auffährt. Allein das ist ja schon ein Grund, diese Band irgendwie ins Herz zu schliessen.

Zum reinhören aus dem 2005 überall (nur wie immer nicht in Deutschland) erschienenen Album “No Cities Left” hab ich mal “Who Are You, Defenders Of The Universe” rausgepickt. Nicht unbedingt der stärkste Dears-Song, aber aus musikalischer Sicht allein schon deshalb ein Wunderwerk der Pop-Harmonie- und Arrangement-Lehre, weil der Pianopart nach dem Refrain (in Musikerkreisen wahrscheinlich “C-Teil” genannt, is aber auch schnuppe) sowas von unter meine Haut geschossen ist, dass ich den Song nur noch knieend hören kann. Und normalerweise verabscheue ich Pianoparts im C-Teil.

Wer noch mehr The Dears will, und ein Breitband-Internetz besitzt, sollte mal einen Blick auf Fabchannel.com werfen – da gibt es ein komplettes Konzert zum reingucken, und wer bei “Hate then Love” keine Eruption in der Blutbahn verspürt, ist wahrscheinlich kein guter Mensch.

p.s. Übrigens kann man sich auf Fabchannel auch Granaten wie We Are Scientists und die Stars angucken. Und auch Wir Sind Helden haben da wohl in dem Amsterdamer Club gespielt, und da fragt man sich zu recht, ob die Amsterdamer Jugend das ernst nehmen konnte, das ganze Rumgealbere auf Deutsch und die verstimmten Instrumente und die Holofernes mit ihrem Öko-Chic…

Liebe rumhupfende Schokohupfdohle aus der aktuellen Yoghurette-Werbung,

normalerweise zähle ich zu meinen medialen Feindbildern ja irgendwelche zusammengecasteten Mikrofonleichen, die sich Songs auf den Leib schreiben lassen. Aber seit dieser Woche kann ich sogar Tobias Regener eher lieb haben als Dich. Du erschütterst mein Weltbild. Wegen Dir fühle mich im ausklingenden 30. Lebensjahr erschreckend älter als sonst. Es kann einfach nicht sein, dass ich an einem Werktag rückenschmerzgeplagt auf der Couch rumlurche, weil man mich am Wochenende zum “lass mal eben laufen gehen” überredet hat, und mein zur Bürounbeweglichkeit verdammter Körper nun mal umgehend reagiert, wenn zu viel Bewegung ins Spiel kommt, und Du Dir mit Deinen 35 Jahren nur einen überhaupt nicht nach Erdbeeren schmeckenden Erdbeer-Schokoriegel reinziehen musst, um dann wie die Choreographin des Chinesischen Staatszirkus durch Dein und mein Wohnzimmer zu hoppeln. Nicht nur, daß das mit der mobilisierenden Wirkung von Erdbeerschokolade glatt gelogen ist – Du lässt mich bei der Nummer auch noch verdammt alt aussehen. Richtig alt. Und deshalb kann ich Dich einfach nicht ausstehen.

Ausserdem sieht das pinke Top scheisse aus.

Und Busen hast Du auch keinen!

Überhaupt nicht liebe Grüße,

ich.