Zirkus.
Ich erinnere mich vage an ein Konzert mit Mia. vor etwa vier Jahren. Damals waren wir noch jung und schüchtern. Mieze und Band waren auch jung, aber fernab from being schüchtern. Was man beispielsweise daran merkte, dass Madame sich nach dem überlangen Soundcheck noch “einleuchten” lassen musste. Das macht man so, wenn man Superstar ist. Da ist generell auch nichts schlimmes dran, denn eine schöne Bühne will gut ausgeleuchtet sein, und eine schöne Frontfrau auch. Vor vier Jahren war es jedoch so, dass weder Bühne, noch Frontfrau schön waren (daran hat sich auch heute nichts geändert, die alte Kaschemme wurde nicht mal renoviert, und Mieze is ja jetzt eher die erwachsene Ausgabe von Biene Maja, und Biene Maja is zwar irgendwie süß, aber nicht schön).
Unsereins, die Vorband, stand derweil mit weit aufgeklapptem Kiefer vor besagter Bühne, und beobachtete ein in rosa Pumps und cyanfarbene Plunderklamotten gewandetes Flusi-unter-den-Achseln-Monster dabei, wie es sich von einem Tontechniker Namens “Wasserleiche” (der Name war optisch und geruchlich Programm) mit genau einem funzeligen Strahler den Hintern ausleuchten ließ. Und wir hatten noch 15 Minuten Zeit für Aufbau und Soundcheck (Einlass), da die Herren und Damen Mia. sich gerne viel Zeit liessen, um auch nach dem Soundcheck immer noch scheisse zu klingen.
Dass wir zwischenzeitlich sogar des Backstageraums verwiesen wurden, weil Mieze sich noch “einsingen” musste, obwohl sie damals noch gar nicht singen konnte, sei nur am Rande erwähnt. Dass sie sich über unser Gerauche aufregte, obwohl ihre Männer ebenfalls wie die Schlote qualmten, auch. Dass man sich nach solchen Konzerten immer fragt, ab wann jemand eigentlich platzt, der so aufgeblasen ist, bleibt auch heute nicht aus.
Schon damals zeigte sich, dass Mia. trotz aller inhaltlichen Defizite mal ganz groß würden. Schon damals zeigte sich, dass ich mir trotz der Abneigung gegen Mieze und Mia. mal alle Platten kaufen würde. So wie die neue. Was nach Fehler klingt, aber keiner ist. Denn manchmal erfreut man sich auch an Dingen, die man eigentlich nicht mag. Bei mir sind das Mia. Und Rinderleber. Aber das ist eine andere Geschichte.


25. Juli 2006 um 00:38
interessant, die sache mal von der anderen seite des zauns dargestellt zu sehen.
persoenlich mochte ich mia. immer gerne und mag sie auch heute noch, konstatierte allerdings etwas betreten, dass sie von mal zu mal nebensaechlicher wurden.
das neue klang mir dann bei itunes auch zu billich.
rinderleber mag ich nicht. raten sie dennoch zum kauf des albums?
25. Juli 2006 um 09:33
…die Kaschemme wurde seit dem sogar schon zweimal renoviert,hilft nur ganz offensichtlich nix;)
25. Juli 2006 um 10:43
achach, herr shhhh, und sie beklagen sich bei mir, weil ich ein album gekauft hab, das dummerweise der herr durst herausgebracht hat, auf seinem label? also wirklich.
ich hoffe als konsequenz fängt der herr frontsänger nicht auch bald an, sich stundelang den hintern ausleuchten zu lassen und sich filzsterne an den kopf zu kleben. brrr.
schlimm nur: dank der heavy rotation zwischen meinen liebsten mtv trash sendungen fang ich an die single zu mögen. was schlimm ist. weil diese band live einfach gar nicht geht. ausser für die masse.
den artikel in der neon über mia gelesen? interessantes über die leute hinter der band.
25. Juli 2006 um 15:26
seltsamerweise finde ich die single auch ganz hörbar. strange! ;)
1. August 2006 um 21:05
Den Neon-Artikel gibts auch online:
http://www.neon.de/kat/freie_zeit/musik/147379.html
“…wäre Mieze mit einer Gebrauchsanleitung zum Interviewtermin angeliefert worden, hätte dringestanden, dass man ihr am Ende einen Tritt in den Hintern geben soll.”
2. August 2006 um 20:25
Heißt das nicht “Flokati unter den Achseln”? ;)
5. Oktober 2006 um 16:02
[...] Wir kennen das alle: Der eine hört Mia., die andere Durstsche Joy-Division-Interpreten, und irgendwie mögen wir sie ja doch. Der nächste huldigt seinen Begegnungen mit Popstars, während wir ja eigentlich ganz cool in der ersten Reihe stehen wollen, und Numero vier huldigt glatt dem, den sogar meine Komerzfreunde gut finden. Schlimmer gehts nimmer? Eigentlich ist uns das ja alles sowas von egal, und da Schür mir gestern unfreiwillig die Vorlage gegeben hat, präsentiere ich hier die Worst of the Worst, die Giftkiste aus Plattenschrank und MP3-Sammlung, die trotzdem immer wieder angefasst wird: [...]