Monatsarchiv für August 2006
Langeweile, redux.

Spannendere Dialoge gibt’s da!
Auf pump, ne.
Und irgendwann kommt dann der Moment, wo man den durch praktizierten Hedonismus sorgsam angesparten Fettring um die Hüften irgendwie doch wieder loswerden will. Und dann denkt man sich: Fitness-Studio! Lässt es aber doch bleiben, weil die Fitness-Studios dieser sogenannten Stadt genau das sind, was man an Fitness-Studios überhaupt nicht mag. Also investiert man lieber in ein paar Kurz-Hanteln, in der stille Hoffnung, diese auch tatsächlich zu benutzen, und durch stete Benutzung den gewünschten Effekt herzuleiten. Bisschen Fett weg, bisschen Kraft im Arm, bisschen Rücken gerade halten, und nicht immer so weltschmerzgebeugt durch die Straßen dieser Stadt (albernes Tomte-Zitat an dieser Stelle muß dann auch mal sein). Und plötzlich und unvermittelt entwickelt man dann diese völlig klischeebehaftete Sucht, sich selbst aufzupumpen. Jeden Morgen. Jeden Abend. Gegen die jahrelang gepflegte Schlacksigkeit. Mit dem wirklich phänomenal dämlichen Nebeneffekt, daß die Arme zwar dicker werden, der Hüftring aber bleibt, und dadurch nicht mehr ins Gewicht fällt, weil Arme und Schultern und Brust eben dicker und dicker und dicker werden. So dick, daß sogar die Ärmel der einst lässig sitzenden Indie-Bekenntniss-T-Shirts unter der Spannung der neu hinzugewonnenen Bauchspeck-Kaschierungs-Muskulatur zu reissen drohen. Und so schön das ja ist, mit der Pump-Sucht, und der schwindenen Schlagsigkeit: wenn man dann feststellt, dass man das Gefühl von armumspannender Baumwolle ziemlich eklig findet, hätte man am Schluß doch lieber bei Sit-Ups bleiben sollen. Oder den Fettranzen weiterpflegen. Obwohl dass ja eh schon so ist.
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Die Postingfrequenz verringert sich exponential zur Summe an nichtvorhandenen Inhalten. Oder: Wer im Moment nichts zu sagen hat, schreibt auch nichts. Dabei ist eigentlich genug passiert – und damit meine ich jetzt nicht sowas wie um sich prügelnde, komatöse, komplett eingenässte Besoffene, die von vorbeischleichenden Passanten ignoriert werden, und die man nicht nur deshlab von der Straße aufsammeln will. Oder es zumindest versucht. Haue tun ja auch weh.

