Bob Dylan wabert immer noch.

Ich hatte vieles erwartet, nur dass es das so unendlich gut sein würde, das hatte ich nicht erwartet.

(Gut, da waren ein paar Störfaktoren, die den Gesamteindruck durchaus hätten trüben können. Zum Beispiel diese wabernde Masse vor mir, bestehend aus einem talgig-mehlsackigen Österreicher, der direkt vor mir stand, und im selbstausgedachten Rhythmus gegen den Beat der phantastischen Beatgruppe waberte – zuerst vornehmlich mit sanftem An- und Abrieb an und um meinem und meinen Körper, später glücklicherweise dann in Stoßrichtung zum Hintern der Frau, die vor ihm stand. Was mir wieder Luft verschaffte, und Platz zum Atmen gab, in dieser mit Deichmann-Schuh-Duft und Otto Kern-Deo gefüllten Dunstglocke namens Philipshalle. Aber das war dann nach 2 Stunden Dylan doch irgendwie alles richtig egal. Obwohl ich kein Dylanologe bin, weder den Scorsese-Film gesehen, noch irgendeines der 1000 Bücher über ihn gelesen habe. Ich glaube sogar gerade mal 10 Songs von ihm wirklich zu kennen, und das ist gelinde gesagt noch nicht mal ein mikrobisch kleiner Krümel des ganze Kuchens, den der Mann in seinem Leben gebacken hat. Nein, ich bin weiterhin kein Dylan-Fan, aber ich habe gestern Abend Bob Dylan und Band live erlebt, und es war das beste Konzert meines Lebens. Epochal!)


 
 
 

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