Monatsarchiv für August 2007

 
 

Sich auch mal zu eigenen Sachen räuspern…

Hüstel! Hüstel!

Mügeln, Herz der Region.

Hallo Mügeln, ich dachte die ganze Zeit, die Inder wären die Opfer gewesen. Aber die Sache mit der Kollektivschuld, von der man sich kollektiv frei spricht, ist ja auch schone eine etwas ältere, und durchaus erprobte Geschichte…

(Wie sagte Wilfried Schmickler letzte Woche so schön: Gib einem Provinzarschloch drei Schnäpse zu viel…)

Die Knoten…

…platzen gerade so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht.

Äh…

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Afterwards.

Es ist immer wieder ernüchternd, die Grütze zu lesen, die man Frühnachts im benebelten Kopp hinterlassen hat.

Prinzipien.

Die Alkoholabstinenz mit Überschluckgeschwindigkeit durchbrochen. Dabei die Feststellung gemacht, dass Bio-Weine generell eher nach abgestandener Fanta schmecken, dagegen der gute alte Onkel Bordeaux immer noch das hält, was er verspricht. Und obwohl ich mir darüber im Klaren bin, dass sich der Spontanrausch am Mittwoch böse rächen wird, war es mir ein Vergnügen, das Unwetter zwischen abgehalfterten Bluesmusikern mit Rotwein begiessen zu dürfen. Und ja, besoffen lässt sich die Domain www.hearhere.de viel besser sichern, als nüchtern. Wenn man nur lange genug daran glaubt, wird es alles auch endlich irgendwann fertig.

Profillos.

“Nein, das sind keine Hämorrhoiden. Ich geh so komisch, weil meine Sneaker kein Profil mehr haben, und ich mit den Sohlen beim normalen Gehen auf nassen Böden auf die Fresse knalle.”

Hausinterne Ketzerei…

War Elvis wirklich so wichtig? Ausser Shakin’ Stevens, ein paar bizarren Rockabilly-Jüngern, jeder Menge Doppelgängern, dieser merkwürdige selbstreferentiellen Nostalgie um seine Person und der ultimativen Feststellung, dass Burger schlecht für die Figur sind hat er der 1970er-Generation doch nicht wirklich was gebracht. Oder irre ich mich?

Wo fängt der Spaß an? Wo hört die Sucht auf?

Wo fängt eigentlich die Grenze zum Suchtverhalten an? Ist der konsequente Rausch am Wochenende Indikator für ein ganz großes Problem? Oder der tägliche Griff zum nachfeierabendlichen Glas – mal leichter Sommerwein, mal schweres Bier, aber grundsätzlich immer am Hals? Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber meine innerfamiliären Alkoholerfahrungen waren mir in der Vergangenheit zumindest das, was dem Raucher heute die großen Warnhinweise auf den Kippenschachteln sind. Alkohol kann mich kaputt machen. Meine mediterrane Bande im Hinterkopf signalisiert klipp und klar, dass Alkoholgenuss zum gesellschaftlichen Ereignis gehört. Kein tumbes saufen, mehr so das gesellige Geniessen. Unter dem Aspekt kann ich von mir wohl kaum behaupten, irgendein Problem mit Alkohol zu haben, denn ich trinke tatsächlich nur in guter Gesellschaft. Zu Krisenzeiten war das natürlich auch mal anders, aber das “alleine trinken” war und ist dennoch nie mein Glas Bier.

Heute, mit fast anfangmittedreissig, werden die Grenzen zum Genuss- und Suchtverhalten immer fliessender. Denn im Moment schleicht sich diese ominöse Midlife-Routine-Phase ein. Dank meiner Band blieb ich von Regelmässigkeiten glücklicherweise immer verschont – man soff einfach zusammen, wenn es sich gerade nach Rock anfühlte. Aber in Zeiten, wo die Bühnenpräsenz leider stagniert, der Dayjob seine Tentakel um mich schlingt und mich höchstens am Wochenende frei gibt, schleicht sich das “Oh, es ist Freitag, lass uns saufen!”-Ritual ein, das ich so nur von Menschen kannte, deren Dayjob sich dick und klebrig um jede Art von Nonkonformismus schlang, und diesen im Keim erstickte. Und jetzt bin ich so, so wie ich nie sein wollte – ein Wochenend-Vernichter, jemand, der aus Spaß Routine macht. Und Routine macht keinen Spaß, das wissen wir alle. Wenn also der Spaß schleichend in reine Routine kippt, man grundsätzlich Samstags und Sonntags den Kater als besten Freund hat, weil man eben jene Routine in sich reinkippt – immer die selben Läden, immer die selben Getränke, immer die selben Menschen – fängt dann die Sucht an, oder ist sie dann schon da?

Letzten Sonntag hatte ich das erste mal in meinem Leben wirklich zu viel. Zu viel Kater, zu viel Spaß am Vorabend, zu viel Restalkohol, zu viel von dieser Routine. Ich war regelrecht wütend, weil ich mir mit und wegen der Routine Zeit gestohlen hatte, wertvolle Zeit, die ich für besseres hätte nutzen können, als für literweise Kölsch und Sambuca, jede Menge alkoholisiertes Gezappel und gläsernes Gerede. Es war Zeit für die Notbremse, die wohl jeder, der noch halbwegs klaren Sinnes mal mit Alkohol in Berührung kommt, irgendwann mal zieht. Abstinenz. Sofort.

Und kaum vier Tage später stellen sich die Zweifel ein, tauchen die Fragen auf, die keiner wirklich beantworten kann. Der Drang zum Drink ist nicht da, ich muss nichts trinken, aber das drumherum zwängt sich geradezu auf, noch einen einzigen zu kippen – sei es nun in Form vom obligatorischen Glas Sekt auf einer Mitternachtsgeburtstagsfeier, oder weil jemand als besondere Überraschung auf einem DVD-Abend Caipirinhas mixt. Und dann sitzt man dazwischen, zwischen den Gläsern und den Stühlen, mit Saft, Wasser oder Bionade, und hat nicht unbedingt den Zwang oder Drang, jetzt was zu trinken – würde aber schon ganz gerne, und wenn es nur ein Glas, ein Schluck ist. Kann ja nicht schaden, man ist ja nicht süchtig, es geht ja nur um den Genuss…

Bis auf ein halbes Glas Sekt bin ich bis Dato hart und tapfer geblieben, und werde mein Ziel, wenigstens 7 Tage ohne Gesellschafts-Alkohol auszukommen, auch durchziehen. Aber es macht mich dennoch stutzig, dass das eigene Verlangen nach Alkohol tatsächlich nur dann akut wird, wenn die mich umgebende Gesellschaft zum Glas greift. Kommt die Sucht also doch von aussen? Wäre ich trocken, wenn ich Menschen meiden würde? Ist der eigene Wille wirklich der Motor hinter jeder Form von Abhängigkeit? Und wie verhält es sich mit den Zuhause-Trinkern? Die haben doch auch nicht alleine angefangen…

Meanwhile, in 1988…

Damals, als die Sonne noch konsequent schien, das Leben eigentlich erst mit dem Gong nach der 6. Stunde begann, und die Welt noch ein großes Abenteuer war, hörten wir einen Sommer lang nur diesen einen Song. Heute, wo das Leben eigentlich nur zu geregelten Zeiten von Donnerstag bis Sonntag Mittag läuft, die Welt eine abgelutschte Nudel ist, und die Sonne auch nur halblang macht, wache ich mit einem Song im Ohr auf, den ich völlig vergessen hatte, der mich aber eben an jenen Sommer ‘88 erinnert. Und so sehr die Jahre Spuren hinterlassen haben, so schön ist es dann doch, dank webzwonull immer wieder auf alte Erinnerungen zurückgreifen zu können. Und ja, das hier ist ein ganz, ganz mieser Versuch, Text zu einem Youtube-Video zu schreiben, damit das nicht immer so aussieht, als würde ich neuerdings nur Youtube-Videos posten, und nix dazu schreiben. Oder so.