Und die Künstler?

Ja, ja, ja, es ist ja alles schön, und richtig und gut: Die Musikindustrie stirbt, zurecht aus suizidalen Gründen, letztes Jahr haben 48 % aller Schamhaarlosen nicht einen einzigen physikalischen Tonträger erworben (ich übrigens auch nicht, obwohl ich Schamhaare mit Stolz und Würde trage), und selbst Chef der EMI spricht davon, dass Musik 1.0 tot ist.

Anfangs habe ich diese ganzen Nachrichten wirklich begrüßt. Nicht zuletzt weil ich ja auch schon seit mehr oder weniger 10 Jahren dieser “Industrie” zuarbeite – zwar nur im denkbar kleinsten Rahmen, als Layouter eines durchweg company-finanzierten In-Store-Magazins, aber immer noch mit genügend Background, um zu wissen, wie durchtrieben, verhurt, bigott und selbstverliebt diese ganze Branche war und ist.Doch dieses Hintergrundwissen gestaltet mein Parallel-Universum nicht unbedingt lebenswerter. Denn ich kenn ja auch – ebenfalls im denkbar kleinsten Rahmen – die andere Seite. Die des Künstlers, des Musikschaffenden, der letztlich dann doch über die Grenzen der Proberaumtür hinaus denkt, und vielleicht mehr will, als nur die Top-1 beim durchschnittlich 3 Besucher am Tag verzeichnenden Mp3-Portal und das regelmässige Airplay im Sprockhöveler Internet-Radio. Diese andere Seite, die nicht im “Business” verhaftet ist, aber dennoch irgendwie Liedgut in die Ohren unbekannter Menschen pflanzen möchte, freut sich mittlerweile überhaupt nicht mehr über die Freude am Verwesungsprozess der Industrie. Denn ich bin nicht Radiohead.

Das klingt immer so frustrierend und nervig und hodenlos, wenn diese Musikerargumente auf den Tisch kommen, nach dem Motto: “Wir sind ja völlig unbekannt, was sollen wir denn machen?”. Aber eben diese Argumente bergen einen wirklich gewichtigen Klumpen Wahrheit. Vor allem dann, wenn man 2008 mit Musik in den Startlöchern steht, die vielleicht wirklich etwas mehr Potenzial ausstrahlt, als der sonst nicht minder mühsam zusammengebastelte Kram. Wohin damit, wen anschreiben, was tun? Selbstvermarktung? Das hat auch schon damals nicht funktioniert.

Natürlich könnte man jetzt den ganzen Tag damit verbringen, Unbekannte bei myspace zu adden, Foren und Blogs zu spammen, das Internet unsicher zu machen. Unabhängig von dem nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand, der hinter der Selbstpromo steckt (alles schon erlebt), der einem quasi den Broterwerb kosten würde, stellt sich dann jedoch die Frage, was danach kommt. Fans, schön und gut, aber die Rechnung geht auch 2008 noch nicht auf. Denn obwohl ja alles so super trendy 2.0 im Umbruch ist, zählt auch 2008 immer noch die eine kleine Formel, die dem Newcomer in Deutschland (wohlgemerkt) – sofern er nicht seine Seele an einen A&R verkauft – den Strich durch die Rechnung macht: Ohne Label, kein Vertrieb. Ohne Vertrieb, keine Veröffentlichung (egal wo, ob CD oder Itunes). Ohne Veröffentlichung, kein Konzert. Ohne Konzert, keine Fans. As simple as that.

Stellt sich also die Frage: Was macht man 2008, wenn man Musik macht, die vielleicht nicht nur für den Proberaum und den kleinen Club um die Ecke bestimmt ist? Die Companys haben die Türen für Newcomer längst verschlossen, es sei denn, das Privatfernsehen oder der Apres-Ski-Veranstalter ist längst im Boot. Die Indies setzen auf sichere Pferde, melden wahlweise Insolvenz an, oder lassen es einfach ganz bleiben.

Und dazwischen gibt’s nichts. Platte verschenken? Nö. Ist zwar immer wieder ein nettes Argument, von wegen Kulturgut, und im Mittelalter hat man ja auch einfach so Musik gemacht – aber mal ernsthaft: im Mittelalter hat Musikmachen auch kein Geld gekostet, höchstens Zeit. Zeit investier ich gerne, aber die Knete für die GEMA, das Equipment, die Produktion und die Pressung eines physikalischen Tonträgers, den ich ja leider pressen lassen muss, weil es genügend Menschen mit Schamhaaren gibt, die gegebenenfalls eine CD kaufen würden, sofern denn eine veröffentlicht würde, muss ich ja auch wieder reinbekommen.

Seit Tagen schlaflose Nächte. Weil man so nebenher ein neues Ding gestartet hat, plötzlich Gott und die Welt, liebe Menschen und hochgeachtete Produktionsgurus auftauchen, das Ding draussen auf CD, im Radio und sonstwo hören wollen, und ausgerechnet jetzt das ganze System spürbar anfängt, darunter zu leiden, dass es sich Jahrzehnte lang selbst gefickt hat.

Stellt sich mir also die Frage bei dem ganzen Gelächter über die Musik-Industrie: Hat eigentlich mal irgendjemand darüber nachgedacht, was mit den Künstlern ist? Ich mein, ok, das hat die Industrie auch nicht interessiert, aber die ganzen Experten, die sich im Moment darüber freuen, dass es endlich bergab geht, von denen würd ich dann schon mal gerne wissen, wie die sich das vorgestellt haben…


 
 
 

31 Kommentare zu “Und die Künstler?”

  1. Myspace » Und die Künstler?
    28. Februar 2008 um 22:01

    [...] FR4. YOU WERE NEVER HERE. wrote an interesting post today on Und die Künstler?Here’s a quick excerpt Ja, ja, ja, es ist ja alles schön, und richtig und gut: Die Musikindustrie stirbt, zurecht aus suizidalen Gründen, letztes Jahr haben 48 % aller Schamhaarlosen nicht einen einzigen physikalischen Tonträger erworben (ich übrigens auch nicht, obwohl ich Schamhaare mit Stolz und Würde trage), und selbst Chef der EMI spricht davon, dass Musik 1.0 tot ist. Anfangs habe ich diese ganzen Nachrichten wirklich begrüßt. Nicht zuletzt weil ich ja auch schon seit mehr oder weniger 10 Jahren dieser “Indust [...]

  2. Recommended Reading « HELL™
    29. Februar 2008 um 15:56

    [...] 29, 2008 Herr Shhhh über Künstler in der Krise der Musikindustrie: Stellt sich also die Frage: Was macht man 2008, wenn man Musik macht, die vielleicht nicht nur [...]

  3. Musik 2.0 und die Künstler / Experten, Moment, Künstler, Lesenswert, Industrie, Künstlern, Frage, Gelächter / Web Adventures
    3. März 2008 um 17:48

    [...] Und die Künstler. Lesenswert. via. [...]

  4. form
    3. März 2008 um 18:44

    Ja, das frag ich mich auch. Ehrlich gesagt hab ich aber noch gar nicht so viele Leute getroffen, die das so insgesamt toll finden. Ich kenn eher echte Menschen und nicht so viele Blogs. Und die echten Menschen sind dann öfter auch unterwegs in Sachen Musik machen und sehen das wohl ähnlich wie du.

    Ich muss mir auch mal eine sinnvollere Strategie überlegen, bisher sind das extrem viele Perlen vor die Säue. Wobei ich nicht die wenigen Leute abqualifizieren will, die es mögen. Aber beinahe jede Beschwerde über ach so unkreative, unpolitische, humorlose, wasweißich, jedenfalls “neue” Künstler von Seiten der Medienschaffenden trifft nie auf mich zu. Dennoch werde ich, falls überhaupt Reaktionen kommen, nur jemals als ganz normaler, genialer und respektabler Künstler wahrgenommen werden, wenn mir irgendein Depp von Journalist dieses Label verpasst. Ohne Label wird jedoch gar niemand erst erhört.

    Du hast neben dem Zeitaufwand den psychischen Verschleiß unter den Tisch fallen lassen. Wenn ich, wie jüngst geschehen, beinahe zwei Jahre an einem Tonträger sitze, den absolut voll mache, 75 Minuten, fleißig mischen und mastern lasse, richtig pressen lasse und dafür nur lächerliche fünf Euro verlange, dann aber trotzdem irgendein Arschloch das im Netz hochlädt, packt mich echt das Kotzen.
    Mir hat schon jemand ins Gesicht gesagt, dass er sich meine CD nicht kaufen mag, weil er sie sich lieber im Netz lädt. Zum Glück bin ich ein langsam schaltender Mensch, sonst hätte ich ihm sein dummes Grinsen eingeschlagen für diese Frechheit.

    Jaja, immer diese hochtrabenden, oft nur aus irgendwelchen Wolkenkuckucksheimen theoretisch abgeleiteten Ethikvorstellungen von freier Kunst und Copyright etc. Ich komm nicht mal auf meine Produktionskosten. Und Leute, die in der Woche 20 Euro für Zigaretten ausgeben oder gern im Club 7 Euro für einen Cocktail bezahlen, dessen Halbwertszeit höchstens auf drei Stunden geschätzt werden dürfte, haben kein Geld mehr?

    Ich biete auch gern viel zum Download an. Ich sehe auch die Vorteile usw. Aber ein Publikum, das nur fordert, ist eben kein Publikum, sondern ein Arschloch.

  5. oriba san
    3. März 2008 um 19:06

    dasselbe argument, ebenfalls von einem musiker:
    http://blog.amstertamm.de/die-bands-der-zukunft/

  6. Stefan
    3. März 2008 um 19:08

    Ein paar Freunde von mir haben genau das gemacht, nämlich eine Band gegründet und fahren bis jetzt relativ erfolgreich damit. Alles nicht musikbezogene haben sie an zwei weitere Freunde abgegeben, die sich eben um Auftritte, ÖA etc kümmern. Bald kommt die erste CD in den Handel (das nun gedeckt von einem Label, aber ohne langfristigen Plattenvertrag) und was dann kommt, wer weiß.

    So wird das denke ich in Zukunft auch ablaufen. Wenn eine Band erfolgreich sein will, mus sie sich zuerst lokal eine starke Fangemeinde schaffen und dann langsam wachsen. Eigentlich war das ja auch schon immer so.

    Der zweite Weg ist der radikale; freie Veröfentlichung über das Internet und dann abwarten. Ich halte das auch für einen idealistischen Weg, ein gutes Konzept zum Erfolgreichwerden und Geldverdienen ist das sicher nicht. Und trotzdem glaube ich, dass bald die Labels beginnen, solche Musikportale durchzuhören und sich die Perlen herauszupicken.

    Summa Summarum: Musiker als Beruf sehe ich eher auf dem absteigenden Ast, viel eher werden kleinere, un-/wenigkommerzielle Brötchen gebacken. Professionelle Musiker werden sich durch Konzerte finanzieren. Der Einstieg in das Musikgeschäft als Musiker wird vermutlich noch beschwerlicher als er jetzt schon ist.

    Ich muss allerdings auch dazusagen, dass ich nicht direkt mit dem Musikgeschäft zu tun habe.

  7. DrNI
    3. März 2008 um 19:16

    “Denn ich bin nicht Radiohead” sagt für mich eigentlich alles! Nach dem ich den Weg gegangen war, Musik unter Creative Commons zu “verschenken”, musste ich schnell erfahren: Na und? Das juckt keine Sau. Ohne Promo wird das nie was. Etwas legal für umme zu bekommen kann ja nur heißen, dass das Produkt sowieso nichts taugt! Promo kostet Geld, usw usf, und Geld hat man nicht, und Plattenfirmen, nunja, hat man in der Regel auch nicht. Also bleibt alles wie es ist. Nur mit 2.0 hinten und mit mehr Arbeit für den Schaffenden (Website machen, den Browser X-Mal neu starten beim sinnlosen Absturz auf MySpace, sich bei hundert Musikportalen anmelden um zu sehen, dass bei last.fm die sowieso Bekannten die Bekannten sind.), der sowieso ob seines normalen Jobs (Kühlschrank möchte gefüllt werden) keine Muse mehr findet.

  8. Herr Shhhh.
    3. März 2008 um 19:45

    @ Stefan: Das Fanbase-Ding ist sicherlich immer gut und immer schön, und im lokalen Rahmen funktioniert das auch eine geiwsse Zeit lang. Aber schau Dir bitte mal das Konzertaufkommen der letzten 2 Jahre an. Inflationär. Weil mit Tonträgern im Handel kein Geld verdient werden kann, gehen immer mehr Bands immer öfter auf Tour, was zum einen höhere Eintrittspreise mit sich bringt, zum anderen zur regelrechten Übersättigung des Publikums führt. So gesehen: Arsch abtouren, ja klar, hab ich 2003 auch schon mitgemacht (andere Geschichte), aber schon 2003 hat das vielleicht ein paar mehr verkaufte Tonträger, aber nicht unbedingt die erwünschte Popularität im weiten Rahmen gebracht. Sicher, irgendwann haben auch wir dann mal vor 1400 verzückten Teenies gestanden (zwar nur im Vorprogramm, aber immerhin), aber glaub mal nicht, dass ich deshalb heute eine CD mehr verkaufe, weil vielleicht im Schnitt 25 Leute mehr auf die Konzerte kommen. Und Musiker als Beruf ist – unless you do the Hurenjob of being in the Party-Coverband – heutzutage wirklich eher was für Idealisten, die mit weniger als 500 Kalorien am Tag auskommen können. Ich kann das nicht, ich brauche grobe Leberwurst aufs frische Brötchen, sonst kann ich nach Feierabend keine Musik machen.

    @ form & DrNI: Wir hatten dieses Wochenende eine sehr feine Band aus Paderborn im Studio, und haben deren drittes Album aufgenommen. Am Ende der Sessions kam dann die Frage, ob ich eine Idee hätte, wie man das Ding denn jetzt, heute und überhaupt noch an den Mann bringen könnte. Dann steht man da, mit großem Fragezeichen auf der Stirn, und sprudelt los. Kostenlos ins Netz? Die Herren latzen für ihre Verhältnisse eine Menge Geld an uns, damit wir deren Platte halbwegs gut klingen lassen. Die zahlen die Pressung selbst, die zahlen das Mastering selbst, die bemustern selbst.
    Aus liebe zur Musik, denke ich mal, denn Erfolgschancen bei so nem kleinen, speziellen Ding sind eigentlich so gut wie ausgeschlossen – es sei denn, der Markt öffnet sich hier genauso für neues, wie er es beispielsweise in Amerika tut (Vampire Weekend, Animal Collective, etc. pp., eben die obskuren Indiedinger, die erst da abgehypt werden müssen, damit sie hier in der Spex auftauchen). Die Promos, die die verschicken, landen irgendwann bei Ebay, weil sich die Strategen bei den Magazinen natürlich auch keine physikalischen Staubfänger ins Regal stellen wollen.

    Reviews, von kleinen Indie-Bands, die nicht unbedingt dem Massengeschmack oder dem Hype des Tages entsprechen, und dann noch die dreistigkeit besitzen, aus Paderborn zu kommen? Kannste knicken. Sogesehen hat sich die Promo-Frage für mich (bei der Geschichte) eigentlich erledigt. Und sogesehen, als quasi-conclusio, hat sich für mich auch die Frage erledigt, ob man 2008 als Band oder Musiker (wohlgemerkt hierzulande) eine Möglichkeit hat, auf klassischem Wege ein wenig bekannter zu werden (ich red nicht von Charts und Tantiemen). Meiner Meinung nach: im Moment nicht. Die Companys haben Einstellungsstopp, es sei denn, sie wittern was, was sie ausschlachten können.

  9. Musik 4.0 / Musik, Bands, Album, Konzepte, Konzept, Nine, Inch, Nails / Web Adventures
    3. März 2008 um 21:01

    [...] habe ich, als ich auf den Artikel von Herr Shhhh hingewiesen habe, Musik 2.0 in der Überschrift verwendet. Bei längerem nachdenken musste ich [...]

  10. kid
    3. März 2008 um 22:08

    Tja, es gibt halt so einige ahnungslose Blogschreihälse die jedes Zeichen des Niedergangs der MI hämisch bejubeln. Das sind dann meistens diejenigen, die sich Musikmaterialmäßig über Jahre hinweg größtenteils aus Filebörsen und One Klick Hostern kostenlos bedient haben. Und das sind auch diejenigen, die das Radioheadding bis zum Abwinken in ihren Blogs abgefeiert haben.
    Sie wollen Musik, sie wollen nichts dafür bezahlen und sie finden sich mit dieser Meinung total vorschrittlich und visionärisch. Aber all diese Spackos haben keinerlei Einblicke in den Entstehungs- und Vermartungsprozess von Musik. Sie sehen nur ihre ewig gleichklingenden Britpop Heinis, die sowieso schon einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, von Basisarbeit und Nachwuchsbands verstehen sie nichts. Sie wollen nicht einsehen, dass Musikmachen in einem etwas größeren Rahmen außerhalb des Proberaums im Gemeindezentrum harte Arbeit ist und eine Menge Geld kostet. Geld was die Künstler gerne wieder einnehmen würden und sei es auch nur um allerkleinsten Fall um die eigenen Kosten zu decken. Aber selbst das ist heutzutage fast schon illusorisch wenn man sich die Türdeals der lokalen Konzertveranstalter so anschaut. Jeder Clubbesitzer verdient mit einem verblödeten Diskoabend wesentlich mehr Kohle als für diverse Konzertveranstaltungen junger Bands.

    Das alles ist aber nicht neu, das war auch schon vor Jahren der Fall, unabhängig vom Niedergang der MI. Jetzt ist es nur insofern schlimmer geworden, dass selbst solche Bands die mit ihren Veröffentlichungen, Gigs und einem kleinen Nebenjob wenigstens ihren Lebensunterhalt verdienen können, immer weniger werden, weil wegen der Sicherheitspolitik der Labels die Chancen auf Experimente rapide schwinden.

    Was man dagegen tun kann? Ich weiß es nicht genau. Denn wenn die MI junge Bands nicht mehr fördern kann, muss es jemand anders geben der dies tut.
    Aber eins ist klar: auch im Internetzeitalter kostet es immer noch eine MEnge Geld TOnträger produzieren zu lassen, Geld was man sich als Band vielleicht leihen muss und darauf hofft, dass es irgendwann wieder zurück kommt. Und alle diejenigen die heute mit Stolz und mit der Rechtfertigung dass die MI doch so scheiße wäre, Musik klauen, sind allergrößte Arschlöcher, die nicht das Geringste kapiert haben. Diese Arschlöcher sind nur ziemlich in Mode gekommen. Leider.

  11. What about the Artist? vs Musikblogs retten die Musikindustrie - Nerdcore
    3. März 2008 um 23:37

    [...] Shhhh hat einen interessanten Text über den Niedergang der Musik-Industrie am Start und stellt da ein paar durchaus berechtigte [...]

  12. JeriC
    3. März 2008 um 23:57

    interessante Argumentation, die mich - als jemand der sich sonst auch in die Hurraschreier einreiht, wenn es um den Niedergang der MI geht - durchaus ins Nachdenken bringt.

  13. Martin Peterdamm Photographie » Blog Archiv » Einfach mal los lassen liebe Kreativindustrie
    4. März 2008 um 03:09

    [...] Kommentar zu …und die Künstler von herrn shhhpassend auch Spreeblick “Shut up and Sing” Ich bin zwar kein Musiker, hab aber viele [...]

  14. Tim
    4. März 2008 um 09:52

    DSDS? Im Ernst: Darüber haben sich bisher zu wenige Gedanken gemacht. Immer noch hält sich die vom Rock’n'Roll-Business gepflegte und nun bald in Altershemen kolportierte Legende von “in Clubs auftreten, endeckt werden, Plattenvertrag unterzeichnen, gross rauskommen”. War nie richtig und ist spätestens seit Anfang des Jahrtausends vollkommen märchenhaft.

    Lösung? Kann es nicht geben, solange es nicht genügend Konsumenten gibt, die Lust auf Musik haben - nicht nur als Hintergrundrauschen, sondern aktiv Interesse an neuen Klängen, die ihr Gefühl herausfordern. Da kämpft die Musik-Content-Branche wie alle anderen auch um die Aufmerksamkeit und muss sich gegen die mannigfalten Ablenkungen unserer Multimedia-Gesellschaft behaupten.

  15. Helmut
    4. März 2008 um 10:15

    Wie wäre es damit, wenn an sich ein Fanbasis Live erspielt. Wenn es genügend Leute gibt, die einen gut finden und unterstützen möchen, dann macht man eine CD.

  16. itstoolong
    4. März 2008 um 10:36

    I am your personal feedreader…

    Spannende These, gute Kommentare - so macht Bloggen Sinn: Und wer denkt an die Künstler?.
    Ich bin mal so frei und empfehle heute nur diesen einen Beitrag. Lesen!
    Tags: Musikindustrie, NIN, Charlatans
    Popularity: unranked [?]……

  17. the langenfeld : Catch 22
    4. März 2008 um 11:09

    [...] letztes Jahr haben 48 % aller Schamhaarlosen nicht einen einzigen physikalischen Tonträger erwo… [...]

  18. Musik, Charts und das Internet « sebastiankeil.de
    4. März 2008 um 17:40

    [...] bin ich heute auch über einen Blogeintrag bei der Freakshow gestolpert, der verdeutlicht, dass es bei den derzeitigen Mechanismen ohne tatsächlichen Tonträger auch [...]

  19. Ligx. Einfach live sein. » Blog Archive » Musik, Charts und das Internet
    4. März 2008 um 17:43

    [...] bin ich heute auch über einen Blogeintrag bei der Freakshow gestolpert, der verdeutlicht, dass es bei den derzeitigen Mechanismen ohne tatsächlichen Tonträger auch [...]

  20. Künstler vs. Musikindustrie 2.0 - PolkaRobot
    4. März 2008 um 21:44

    [...] dieser Frage beschäftigt sich Herr Shhhh in einem aktuellen Beitrag und kommt zu dem Schluss: […] bei dem ganzen Gelächter über die Musik-Industrie: [...]

  21. Die Musikindustrie stirbt und mit ihr die Künstler? » berlincityblues.com
    5. März 2008 um 00:34

    [...] Diskussion die Seite der KünstlerInnen, die das Musikmachen auch als Broterwerb betreiben, zu kurz gekommen (via spreeblick.com). Das kann ich [...]

  22. Marc
    5. März 2008 um 08:45

    Um die Künstler muss man sich keine Sorgen machen. Künstler sind Verrückte, die würden auch Geld dafür bezahlen, dass sie kreativ sein dürfen.

    Nur das Personal der B-Arche leidet unter dem Ende der Musikindustrie.

  23. Nur mein Standpunkt » Dinge, die man Musikern mal erklären muss
    5. März 2008 um 22:49

    [...] Dahlmann erklärt was. Vorher aber beim Herrn Shh lesen. Denn Don schrieb eine Replik auf den Artikel von ihm. Und Holgi hat mich darauf aufmerksam [...]

  24. form
    6. März 2008 um 00:49

    @ Marc:

    Das ist fast schon eine Beleidigung. Natürlich mach ich das zuallererst für den Spaß an der Sache, bisher hab ich noch kein Geld verdient, aber schon weit mehr als genug investiert.
    Und “verrückt” sein, was immer du darunter verstehst, heißt nicht, jedem egoistischen Arschloch die hart erarbeitete Kunst hinterherwerfen zu müssen, bzw. mitansehen zu dürfen, dass ganz prinzipiell jemand einfach keinen Bock hat, für etwas, das ihm etwas bringt, vielleicht sogar über Jahre hinweg, zu zahlen.
    Das ist Diebstahl. Nimm mal an, du wärst ähm Schreiner. Ok, das ist auch etwas mehr Handwerk. Egal. Ich gehe mal davon aus, dass du auch irgendetwas machst, mit dem du zu Geld kommen magst. Aber plötzlich kommt jemand, nimmt dir deinen Text (wenn du Journalist wärst), stellt ihn ins Netz, alle lesen ihn, du bekommst blöderweise dein Honorar nicht, weil ihn ja jetzt schon alle umsonst haben.
    Du regst dich über diese Dreistigkeit, Scheinheiligkeit und Dummheit auf. Aber alle klopfen dir erst mal wissend auf die Schulter “Ey, ist doch voll gute Promo!. Scheiß doch auf die Recherchekosten, das hat deinem Image total genutzt. Und vielleicht liest das ja mal jemand von dieser total großen Zeitung usw.”
    Du bist frustriert, machst aber weiter. Es macht ja Spaß und eigentlich heizt man damit eine Wohnung doch auch irgendwie. Und wozu hat man Journalistenfreunde? Die helfen einem doch immer gern.
    Spätestens beim dritten Mal überlegst du es dir, ob du nicht doch lieber Gabelstaplerfahrer wirst. Die sind nämlich noch nicht digital verfügbar.

    Wenn ich denn etwas davon hätte, wärs mir auch egal. Sollen sie sichs doch runterladen. Aber ich bekomme weder Auftritte dadurch, noch sonderlich effektive Promo, noch Geld, noch überhaupt ein Feedback. ICH HABE ÜBERHAUPT NICHTS DAVON, dass jemand sich meine Musik klaut. Wenn dem nicht so wäre, fände ich es zwar immer noch ziemlich ekelhaft, dass in Deutschland sonstwelche Skandale groß aufgerollt und auch eifrig aggressiv kommentiert werden, die Bevölkerung selbst aber millionenfach Filme, Musik etc. zieht. Ganz einfach, weil es billiger ist.
    Ich könnte es aber verschmerzen.

    Ganz bestimmt nicht möchte ich deswegen die MI verteidigen. Industriell gefertigte Musik ist sicher nicht nach meinem Geschmack, hat auch weniger mit Kunst als mit BWL zu tun.

    Dennoch kotzt diese selbstgerechte Haltung von Seiten des Publikums an. Wer etwas schätzt, soll das auch unterstützen. Also entweder zahlt man auch etwas für Musik, oder es gibt irgendwann nur noch Arztsohnpunk.

  25. FR4. YOU WERE NEVER HERE. » Noch ein paar klärende Worte zum Thema hodenlose Musiker - sonst denken wieder alle, es ginge hier nur um Masturbation.
    6. März 2008 um 02:59

    [...] hatte nicht damit gerechnet, dass das bisschen Dampfablasserei eine so große Runde ziehen würde – innerhalb weniger Tage wird der Laden [...]

  26. Lieblnk.de
    6. März 2008 um 09:12

    Und die Künstler?…

    Vor lauter Schadenfreude über den Untergang der Musikindustrie denkt keiner an die jungen Künstler, die plötzlich keinen Zugang zum Markt finden.

    Selbst-Promo raubt die Zeit, die für die kreative Arbeit abgeht.

    ….

  27. Markus
    8. März 2008 um 01:24

    Mich wundert, dass an dieser Stelle noch keiner auf den Artikel von von Kevin Kelly und sein Geschäftsmodell der 1000 True Fans verwiesen hat. Oder hab ich es übersehen?

    Falls ja sorry, ansonsten hab ich mich dazu schon hier bei PolkaRobot ausgelassen.

  28. Herr Shhhh.
    8. März 2008 um 12:47

    @Markus: Das Kelly-Modell und den 3/4-Millionen-Coup von Ben Stiller Trent Reznor hab ich bewusst nicht erwähnt, weil es mir in der Essenz nicht um die finanziellen Aspekte der ganzen Geschichte ging.

  29. thomas
    8. März 2008 um 14:50

    gratulation. das sind genau die fragen, die sich auch die meisten musiker nicht zu stellen trauen, während sie sich ärgern, weil sie ihre mühsam selbst produzierten cd’s und downloads nicht verkauft kriegen und parallel dazu das regal mit illegal gebrannten scheiben vollgestellt haben.

  30. Herr Shhhh.
    8. März 2008 um 15:23

    @thomars: Ich brenn seit 2004 keine Musik mehr auf Rohlinge. Nur noch Pornos und ein regelmässiges Backup von ganz, ganz schlauen Kommentaren. Meistens auf die selbe CDR. Ich finde, das passt ganz gut zusammenpasst.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich hier irgendwann mal über illegale Downloads aufgeregt habe. Warum sollte ich das tun, ich hab selbst schon 2006 einen Tonträger meiner “anderen” Band kostenlos ins Netz gestellt, weil ich mich drüber aufgeregt habe, dass das Ding für 17.99 bei Saturn stand, obwohl wir uns im Vorfeld mit allen Verantwortlichen “Verwerten” darauf geeinigt hatten, dass das Teil nicht mehr als 10.99 kosten darf. Filesharing ist hier überhaupt nie der Punkt gewesen, im Gegenteil, ich begrüsse die Entwicklung.

    Vertrieb, Junge, Vertrieb – das ist das Thema. Eventuell auch “Denken beim Lesen” oder “Was hat der Onkel da gesagt?” - aber das nur zwischen den Zeilen.

  31. Protokoll vom 08. März 2008 at Trackback
    8. März 2008 um 19:19

    [...] Niedergang der Musikindustrie schadet den kleinen Bands, meint Shhhh. Don Dahlmann daraufhin: Die müssen einfach nur gute Musik machen. Und das Netz [...]

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