Monatsarchiv für März 2008

 
 

HipHopper ja doch manchmal ganz cool…

Busta Rhymes und die Briten…
“You call me ignorant because i gotta rush to take a shit!?”


Busta Rhymes Owns Stupid British Woman - Watch more free videos

(via)

Piraten mit Respekt.

Mal unabhängig davon, dass ich es völlig plemplem finde, dass Plattenfirmenmenschen immer noch der Meinung sind, man bräuchte 3 Monate Promovorlauf, bis ein Album veröffentlicht wird, und genau diese Plemplem-Plattenfirmenmenschen sich dann darüber aufregen, dass das Teil dann auf dem Weg zwischen Presswerk und Musikjournaille irgendwie vorab ins Netz gelangt, hab ich heute unglaubliches erlebt.

In einem meiner bevorzugten “Wir entdecken Musik die keiner kennt”-Runterlade-Foren tauchte am Dienstag überraschend die neue Platte einer süddeutschen Band auf. Eine Platte, auf die wahrscheinlich jeder wartet, der noch einen klitzekleinen Hauch guten Musikgeschmack besitzt. Just heute meldete sich jemand aus dem Umfeld der Band in besagtem Forum an (was nicht gerade ein einfaches Prozedere ist!), und postete, dass man die im Mai anstehende Veröffentlichung nebst Mörderverpackung doch bitte respektieren, den Link entfernen, und die zufällig ins Internetz gerutschte Promo nicht weiterverbreiten solle. Und kaum 5 Minuten später war der Link auch weg, gefolgt von Respektsbekundungen der alteingesessenen Forumbesucher!

Mal unabhängig davon, dass ich die Reaktion (von beiden Seiten) schweinecool fand, wundere ich mich allerdings immer noch, was dagegen spricht, die neue Notwist direkt bei Itunes reinzustellen, wenn sie denn sowieso schon fertig ist und an die Musikpostillen verschickt wird. Kaufen tun wir sie doch allemal, sowohl digital, als auch mit der Monsterverpackung! Ich sogar dreimal…

Mathe immer ungenügend, dann aber trotzdem rumformeln!

Angestauter Kopfstress + angestaute Abgabetermine + angestauter Wetterfrust + angestaute Nachfeierabendkreativität (Arbeitszeit - Feierabend) - Zeit * kein Wochenende (Paderborner Gothpopper + Studioaufsicht - Lust (Frau Shhhh endlich mal wieder Zeit + aber ich im Studio)) + Zeitumstellung (5 Stunden Schlaf im Durchschnitt - 1 Stunde weniger Schlaf) = AAAAAAAAARHBLBFFFFGH!

Sorry, Nachtrag, AUX RAUS!

ich weiß, ich weiß, Holländer, bäh, ist klar, aber wie gesagt, guckt Ihr erstmal auf Euer Wetter, bevor Ihr über die Jungs da drüben schimpft!

Nein, ernsthaft, AUX RAUS, ich weiß nicht, was mich da gerade kickt, aber während die Mediengruppe Telekommander nach dem Einstieg bei Mute / EMI vielleicht eher unbeabsichtigt den Biss verloren hat (die Sache dürfte sich mittlerweile auch erledigt haben, die EMI ist ja gerade dabei, ihre Zimmer vom “Restmüll” – Majorlabel-Definition für Tonträger der Bands aus dem eigenen Label-Repertoire – zu säubern), ähhh…

…wo war ich?

Ach so, AUX RAUS, besser als MTK, weil bissiger, irgendwie, find ich. Wenn jetzt noch die Sonne schiene. Und wenn’s nur Orange wär…

Migrantensohn-Tirade.

Ja, ja, klar, natürlich, ich bin in dieses Land rein geboren worden, ich hab mich anzupassen, ich hab mich zu fügen, ich darf nicht schimpfen, ich bin ja deutsch, wenn auch nicht auf dem Papier, dann doch zumindest dem Geburts- und Wohnort und der Sozialisation nach zu urteilen! Aber wie soll man das denn hier bitte aushalten?! Hä? Schlimm genug, dass ich, seit man mir vor über 30 Jahren irgendwo in Düsseldorf die Reste der Fruchtblase aus den Augen wischte, mit und in einem Land zurecht kommen muss, in dem man Spaghetti mit Gabel und Löffel (!!!) isst! Nein, schlimmer, Ihr könnt hier ja noch nicht mal Popkultur und Kochen ohne Kartoffeln. Aber was Ihr noch weniger könnt ist Wetter! Meine Fresse, immer diese grauen Wolken, der Regen und die Kälte, und jetzt auch noch kübelweise dieser weisse Dreck von da oben. Das wird so nix mit uns, liebes Deutschland. Wenn hier nicht bald wieder Schnee an Weihnachten und Sonne an Ostern kommt, verlerne ich freiwillig mein Deutsch. Echt jetzt!*

Zur Strafe: Holländischer Anti-BRD-Gabbapunkrock von Aux Raus. Das habta gezz davon:

*(Sorry, nix gegen die deutsche Küche, aber das musste jetzt mal raus - nachdem ich mich sehr auf das gestrige We Are Scientists-Konzert in Köln gefreut habe, und dann wegen dem klumpigen Drecksmist auf der Autobahn irgendwo bei Eckenhagen steckengeblieben bin. Zwar nur als Beifahrer, aber immerhin fast 3 Stunden auf einer Strecke, die man an guten Tagen in 20 Minuten schaffen kann. Bäh.)

Fremdgegangen! Huch…

Nur, um die miserable Posting-Frequenz der letzten Woche mir gegenüber zu rechtfertigen:  

1. Ich bin bei Fudder fremdgegangen, mehr so fachspezifischer Kack, und das war so viel Text, da hing garnix mehr.

2. Sound-Gebruzzel galore, weil das hier ja auch mal fertig werden muss…

4. Falls mich jemand sucht, ich bin Montag Abend im Gloria.

Hier, ihr urbanen Penner…

…mit Eurem elitären Musikgeschmack; ihr Grimefetischisten, Dubstepversteher, Wadada-Anbeter, Formatradiohasser, Popmusikverächter, Besserwisser, Reaktor-mit-der-Maus-Bediener; Ihr, die Ihr sowas ätzend langweiliges und totes wie Burial zur Platte des Jahrtausends erhoben habt, und das in einem Genre, dass noch nie lebendig war. Das habt Ihr nun davon, von Eurem Trendgehure. So cool ist Grime wirklich:  

p.s. Nur Spaß, ich fand die letzte Burial jetzt auch nicht sooooo tot.

Radiohead jetzt auch mit Video, aber nicht wegen Kunst.

Äh, ich hab das zuerst für einen schlechten Scherz gehalten, aber anscheinend machen Radiohead jetzt auch so ein Videodings wie NIN, nur eben nicht aus eigenen Antrieben, sondern offensichtlich eher company-finanziert. Und anders als bei NIN gibt es sogar was zu gewinnen, 10.000 Dollar, also nach Tageskurs umgerechnet ca. 97 Euro, lohnt also nicht wirklich, da mitzumachen.

TBD Records, Cartoon Network’s Adult Swim and animation Web portal Aniboom.com are sponsoring an online contest inviting Radiohead fans to produce an animated music video for any song from “In Rainbows,” the band’s popular 2007 album that was originally available for download at an optional price.

Online voters and a panel of judges will select finalists with Radiohead choosing a winner who will receive a $10,000 prize to produce a full-length animated music video. The competition began Monday and continues through April 27.

Und nein, die Meldung hab ich jetzt auch nicht ausgegraben, um ganz Fanboi-Like irgendwie “Uähhh, die äffen ja alles nach!” zu blöken – ich mag beide Bands. Interessant ist eben nur, dass das so zeitnah zusammenkommt, und die Radiohead-Nummer in den Tiefen meiner behaarten Nüstern irgendwie einen Hauch mehr nach Promo als nach Kunst riecht.

Hier die Meldung…
Da die Seite…

What the…!?

Ok, nicht nur, dass die Wecker von Oregon Scientific nicht wecken, die Pferde von Boston Dynamics können sogar nicht fallen…

Tonkorrektur für Laien/Leiern.

Spiegel online lässt sich heute früh über die Musikmesse aus, und findet das kleine, feine Ding namens “Melodyne” besonders erwähnenswert. 

Ich hab Celemonys’ Melodyne in seiner Ursprungsfassung schon vor ein paar Jahren als Plug-In unter den Fingern gehabt, und immer mal wieder ausprobiert, wenn der eine Kollege, dessen Namen ich hier nicht nenne, seinen Einsatz um ein paar Cent nach oben oder unten versemmelt hat. Und mein kurzes, bescheidenes Fazit lautet: Melodyne taugt nix. Zumindest nicht zur Intonationskorrektur.

Dabei hat das eigentlich nix mit dem Plug-In an sich zu tun, vielmehr sind es meistens die Sänger schuld, wenn Programme wie Melodyne nicht funktionieren. Warum? Im Regelfall ist es so, dass jemand, der halbwegs Töne treffen kann, seine Intonationsfehler meistens ziemlich schnell selbst bemerkt, und den falsch angeschlagenen Ton just in dem Moment korrigiert, wo er ihn singt. Was dann das ominöse “Leiern” des gesungenen Tones nach sich zieht. Hört man bei ungeübten Gesangsversuchern ziemlich häufig.

Wenn ich so einen Intonations-Fehler in der zumindest gerade aktuellen Version von Melodyne öffne, offenbart sich mir die im Youtube-Video anschaulich demonstrierte “Audio-DNA”, oder wie man diese hässlich orangenen Gesangsfladen auch immer nennen mag. Ein Fladen enspricht einem gesungenen Ton, und natürlich kann ich den rauf und runter verschieben, also die Tonhöhe verändern, die Länge manipulieren, dem Sänger mehr Haare auf die Hoden legen, etc. pp. Das ganze nennt sich “Elastic Audio”, ist eigentlich ein alter Hut, den die Firma Antares schon vor langer, langer Zeit in ein Programm namens “Autotune” verpackt hat. Da Autotune jedoch völlig unbedienbar war, blieben die eigentlichen Tonkorrektur-Funktionen dieses Programms völlig unbenutzt, und wichen absurden Zufallsergebnissen wie dem damals häufig benutzten “Cher-Effekt”, der die Stimme so klingen ließ, als habe man Botox gelutscht.

Melodyne hat diesen ganzen Prozess wesentlich eleganter visualisiert, und vor allem dafür gesorgt, dass tatsächlich etwas passiert, wenn man die Tonfladen mit der Maus verschiebt. Und es klingt sogar ganz passabel, das kann man den Programmierern hinter der Software durchaus bestätigen. Das Problem ist nur: es klingt eben nur dann passabel, wenn das Ausgangsmaterial in sich intakt ist. Ein Klavierton, meinetwegen auch eine perfekt gesungene Note, lassen sich durchaus um eine paar Halbtöne verschieben, ohne dass der Hörer am Ende merkt, dass da was bearbeitet wurde. Hat man jedoch einen in sich schiefen Take, den man gerne begradigen möchte (besagte Leier-Intonation zum Beispiel), kommt man auch schon schnell ans Limit des machbaren. Denn ein in sich schiefer Ton lässt sich zwar mühelos transponieren, das schiefe bleibt jedoch schief. Klar, es gibt die Mikrokorrektur, man kann also tatsächlich die kleinsten Teile eines Gesangsfladen zerflügen und begradigen. Aber die Natur eines gesungenen Tones macht auch da schnell einen Strich durch die Rechnung, es “glitcht”, und man hört selbst bei genauester Arbeit immer noch, dass da was schief war – für funktionierende Mikro-Korrekturen dieser Art braucht man also ein abgeschlossenes 10-Jahres-Praktikum am MIT oder mal mindestens 3 Jahre Nasa-Berufserfahrung.

Oder man macht es so wie die meisten: Den Sänger anscheissen, ihm die Bierflasche aus der Hand reissen, noch mal in die Gesangskabine schicken, und neu aufnehmen. Bis es sitzt. Meinzwegen auch 100 mal. Das ist immer noch schneller, als Intonationskorrektur anhand von oragenen Gesangsfladen…

p.s. Auf die Akkord-Zerpflück-Funktion freu ich mich trotzdem. Vor allem, wenn ich sie dann nicht auf Akkorde, sondern ganz, ganz andere Sachen anwende. Klangmüll. Herrlich…