Monatsarchiv für April 2008

 
 

Nur gut…

…dass ich mich gestern, am Tag des geistigen Eigentums, nicht zum Thema geistiges Eigentum geäussert habe. Ich hatte den ganzen Tag schlechte Laune, und wusste nicht genau warum, aber als ich dann die Anzeige der Musikindustrie vor Augen hatte, ist es mir wieder eingefallen. Hochinteressant, dass sich genau diejenigen für das geistige Eigentum anderer stark machen, die mir letzte Woche noch mit Sätzen wie “Kannst Du bei der Titelstory bitte noch den kompletten Backkatalog unterbringen? Das Produkt verkauft sich ja nicht so gut, vielleicht können wir da noch was aus den Altlasten ziehen…” auf den Sack gegangen sind. Bäh. Einfach nur Bäh!

Nachtrag NIN, Teil 2.

Was man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen muss: Vor nicht mal 48 Stunden hat Herr Reznor einen neuen Song mit seiner neuen Liveband fertig gestellt, kurze Zeit später sitzt Produzent Alan Moulder bereits vor den Reglern, mixt und master das Teil, unterdessen bastelt Hausgrafiker Rob Sheridan in Photoshop ein digitales Cover zusammen. Gestern Nachmittag geht das Teil an die Radiostationen, mit dem Hinweis “Kostenlos, Download, spielt das”. Und sie spielen es.

Gut, der Name Nine Inch Nails hat da natürlich eine stereoid-artige Wirkung, aber dennoch: Dieses ganze Promokacke, dieses zurückhalten des “Finished Products” bis dann auch die letzte Waldpostille endlich ein Promoexemplar hat, alle bemusterten Medien quasi gleichgeschaltet ihre Stories bringen, und die Händler das Ding endlich im Regal haben, das wurde hier gerade ad Absurdum geführt.

Und nicht nur das: Im Zusammenhang einer solch komprimierten Veröffentlichungtaktik hat das Wort “Leak” keine Existenzberechtigung mehr. Der Song ist einfach da, aus dem Nichts aufgetaucht, und man kann ihn sofort haben, ohne die üblichen illegalen Kanäle nach der einen Kopie durchwühlen zu müssen, die irgendjemand zwischen Künstler und Presswerk “versehentlich” ins Netz gestellt hat.

Wenn das jetzt wenigstens alle so machen könnten! (Nicht “würden”, nein, “könnten”).

Nachtrag NIN

Neue Single “Discipline” jetzt zum kostenlosen digitalen Download auf der Website der Band. Yay!

Go here

Und schon wieder Nine Inch Nails

Meiner Meinung nach war das ja kein Wettkampf gegen Radiohead, von wegen “wer ist hier innovativer in Sachen neue Vertriebswege”. Aber wäre es einer gewesen, hätte Trent Reznor ihn genau jetzt heute hier gewonnen:

Nine Inch Nails Direct To Radio Adam Morrison, 102.1 the Edge 4/22/2008 (From FMQB.com:) Trent Reznor has done it again. Nine Inch Nails has released a new single, “Discipline,” exclusively to radio this afternoon. The song was just finished and mastered in the studio yesterday, with a 24-hour turnaround to radio. The band will also allow radio stations to link online to an exclusive download of the song, as no one else will be licensed to release it for a few months. The band also promises “more news tomorrow,” and Reznor posted yesterday on NIN.com, cryptically saying “2 weeks!” and nothing more

Info via echoingthesound, und ja, ich hab die Single schon gehört, unerhört poppig, das…

Eigenwerbung, mal wieder…

Ein Fest wird das heute.

Ich fühle mich tatsächlich gerade so, als habe ich in die Klischeefalle gegriffen. Und ich fühle mich gut dabei. Denn, ich habe heute frei. Am Freitag. Allein der hallervordesque Kalauer, der sich hinter dieser Tatsache verbirgt, bereitet mir gerade im Moment die allergrösste Freude. Und es scheint fast so, als habe sich der Gott der Freizeit quasi alle erdenklichen Sahnehäubchen nur für diesen einen Tag aufgehoben, denn ich habe heute nicht nur frei, ich bin auch noch Strohwitwer. Nicht, dass ich die Anwesenheit meiner liebsten Frau Shhhh nicht schätzen würde, aber die Option “Frei ohne Frau” erscheint mir gerade heute, an diesem Freitag, nach der wochenlangen Plackerei, als Extrabonus deluxe. Allein der Gedanke an die ganzen Angewohnheiten, die man sich als Kavalier und Gentleman normalerweise den ganzen Tag lang besser verkneift, die ich jedoch heute, in dieser unbeobachteten Atmosphäre, hemmungslos ausleben kann, erscheint mir wie ein Instant-Lottogewinn. Und ich rede jetzt nicht von “In Unterhose rumrennen und den ganzen Tach die Hand am Sack und dabei Britt oder Kalvas gucken”. Nein, ich rede von “In Unterhose rumrennen, die Boxen auf Turnhallenlautstärke hochziehen, und den Nachbarn mal zeigen, wie viel dB man aus einem selbstschwingenden Resonanzfilter rausholen kann - mit der Hand am Sack!”.

Ein Fest wird das heute. Am freien Freitag.

(Obwohl, wenn ich recht drüber nachdenke: Hausfrauenfernsehengucken hätte auch was…)

An Engineer’s Guide to Cats

Oh wow. Marathon Lounger.
Fresst das, Ihr Hundebevorzuger: Katzen sind einfach die vielseitigeren Tiere!

12 Stunden später…

So viel zum Thema Prokrastination: Wenn ich vorher gewusst hätte, dass man aus Imovie direkt Richtung Youtube exorzieren exportieren kann, hätte ich vielleicht auch mal aufgenommen, wie das hier aussieht, wenn ich nach Kabeln suche, die defekt sind…

Holy shit!

Friedkin, Exorzist, Rhabarber. Ich bin ja ein Kerl, katholisch verzogen, und wenn mich denn mal jemand darum bitten würde, einen ultimativen Filmkanon in die mediale Unendlichkeit zu ballern, dann wäre “The Exorcist” sicherlich in den Top 10. Auch wenn der mir nach dem 23 mal gucken nur noch ein Gähnen entlockt.

Aber das jemand tatsächlich auf die Idee kommt, den Spiderwalk aus dem Director’s Cut nachzustellen, und dabei seine Haustiere verschreckt, das jagt mir dann doch wieder Angst ein…

Der Lebenszeitmanagement-Typ.

Nachdem ich mich ja schon letzte Woche darüber beschwert habe, vorletzte Woche zu viel Stress gehabt zu haben, habe ich diese Woche feststellen müssen, dass die Zuständige Instanz für Lebenszeitmanagement anscheinend mitliest. Zumindest bilde ich mir ein, dass der Typ, der da irgendwie am universalen Uhrwerk dreht, wahrscheinlich letzte Woche im Rahmen seiner täglichen Porkrastination hier rumgeschmökert und sich nach meinen ganzen Jammereinträgen in einem Anflug von gelangweiltem Zynismus gedacht hat: “So, Kollege, Du meinst, Du hättest Stress? Ich zeig Dir was Stress ist!”.

Ich hatte wirklich selten Tage, an denen mein Gehirn sich wegen der schier unlösbaren Masse an Kannstemaleben- und Morgenistdeadline-Jobs so extrem verknotet hat, wie in dieser letzten Woche. Es ging sogar so weit, dass ich Züge von Borderline, Bipolarotät, ADS und Micro-Depressio an mir feststellen musste - anders kann ich mir zumindest das konsequente Trällern schlechter 90er-Jahre Dancefloorklassiker (”1-2-3-Technooo, Das Booot” währen der Arbeitszeit gröhlen!) und diverse andere Ausfälle, die streckenweise ins selbstzerstörerische lappten, nicht erklären.

Und Nachts, wenn der Lebenszeitmanagament-Typ im Zeitbett liegend von zerlegten Oregon Scientific-Weckern träumt, und Frau Shhhh bereits leise vor sich hinschnarcht, weil die Köpfungsszene aus dem neuesten B-Splatter-Film dann doch wieder nicht blutig genug war, schleiche ich mich heimlich und leicht angetrunken an meine Knopf- und Tastenapparate, und schraube an Sachen, die sowieso nie Verwendung finden werden. Stundenlang. Töne sind mein Sandsack. Aber wahrscheinlich auch nur, weil es den Lebenszeitmanagement-Typen nicht wirklich gibt. Gäbe es ihn, ich würde ihn hauen. Feste. Stattdessen: