Was denn noch alles?
Von wegen Sommerloch! Ich fühle mich im Moment, als stopfe die Zeit meinen Kopf mit viel zu vielen Dingen, die da eigentlich gar nicht rein gehören. Dabei sind die Dinge noch nicht mal negativ, sie sind eben nur mit einem Hauch zu viel Stress, Verantwortung, Ausrichtung, Neuorientierung, Zeitmangel, Vergangenheit, Hitze, Kälte, Emotion, Dezibel und Flaschendrehen verbunden. Viel Hauch gibt Wind.
Ich hätte nicht erwartet, das Leben sich noch mal so komprimiert und aufreibend anfühlen würde. Fast so, als sei man noch mal Anfang 20, und stünde seinem ersten festen Job oder seiner vierten, aber ersten richtigen großen Liebe gegenüber. Aber vielleicht muss sich das so anfühlen, wenn man innerhalb weniger Tage quasi mehrere Lebensabschnitte hinter sich lässt, gleich mehrfach neue Türen aufreisst, und dann auch noch das unverschämte Glück hat, nebenher mit anderen kreativen Menschen die Nachfeierabend-Ergebnisse endlich mal in die richtig richigen Bahnen gelenkt zu haben.
Es mag pathoslastig klingen, aber trotz des flauen Gefühls im Magen freu ich mich auf den Sturm, den dieser Sommer mit sich bringt.
(Natürlich freu ich mich auch auf kurze Röcke, kaltes Bier, Schweiß im Nacken und Tiere vom Grill, aber das darf ich nicht zu laut schreiben, weil mich meine liebste Mitbewohnerin sonst mit der flachen Hand haut! Zumindest wegen der Röcke. Andererseits: Der Text hier ist unter Einfluss einer unerträglichen, irgendwo zwischen asiatischem Splatterfilm und hysterischem Kindergartengekreische pendelnden Geräuschkulisse entstanden, da die liebste Mitbewohnerin gerade wieder japanischen Mumpitz auf der Konsole zockt, und dabei herzlich wenig Rücksicht darauf nimmt, das ich mich hier mal wieder zum Schreiben aufraffe! Sogesehen: KURZE RÖCKE, HARHAR!)

