Wenn ich vorher gewusst hätte, dass Frau Shhhh die XBox mit ihrem ollen Katamari-Gezocke dauerhaft unter Beschlag nimmt, hätte ich mir vielleicht doch lieber eine von diesen Wii-Mädchenkonsolen gekauft. Ich mein, das Teil war für virtuelle Gewalt gedacht, nicht für japanisches Kugelgeschiebe…
6 Millionen verkaufte Spiele, und selbst der Spiegel lobhudelt sich die Finger wund. da wunderts es aber dann doch, dass die Synchronsprecher von Grand Theft Auto IV anscheinend nichts vom Erfolgskuchen abkriegen. Ich würd den Typen ja mieten:
Nachdem ich dann irgendwann festgestellt hab, das sich analoge Musikinstrumente nie so verhalten, wie man es sich wünscht, und die neue Erfahrung fast auf Kosten einer Boxenmembran ging, hatte ich dann endlich Zeit, mich um das hier zu kümmern:
Und ich weiß immer noch nicht so recht, welches der beiden Teile mein neuer Lieblingsliebling ist. Die analoge Ziege hat sicherlich ihre Vorzüge, wenn es darum geht, Sachen kaputt zu machen. Dafür kann der schwedische Taschenrechner Dinge, die ich selbst dann nicht zustande bekäme, wenn ich einen Latte Macchiato über mein Laptop schütten würde. So oder so, wären beide weiblich, hätte ich bereits eine Viel-Ehe mit den beiden Stromfressern.
Und als ich dann mit dem Krach endlich fertig war, kam mir das hier in die Quere:
Dass ich mit 33 nochmal so viel Spielzeug lieben würde, hätte ich mit 18 beim besten Willen nicht gedacht.
…dass ich mich gestern, am Tag des geistigen Eigentums, nicht zum Thema geistiges Eigentum geäussert habe. Ich hatte den ganzen Tag schlechte Laune, und wusste nicht genau warum, aber als ich dann die Anzeige der Musikindustrie vor Augen hatte, ist es mir wieder eingefallen. Hochinteressant, dass sich genau diejenigen für das geistige Eigentum anderer stark machen, die mir letzte Woche noch mit Sätzen wie “Kannst Du bei der Titelstory bitte noch den kompletten Backkatalog unterbringen? Das Produkt verkauft sich ja nicht so gut, vielleicht können wir da noch was aus den Altlasten ziehen…” auf den Sack gegangen sind. Bäh. Einfach nur Bäh!
Was man sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen muss: Vor nicht mal 48 Stunden hat Herr Reznor einen neuen Song mit seiner neuen Liveband fertig gestellt, kurze Zeit später sitzt Produzent Alan Moulder bereits vor den Reglern, mixt und master das Teil, unterdessen bastelt Hausgrafiker Rob Sheridan in Photoshop ein digitales Cover zusammen. Gestern Nachmittag geht das Teil an die Radiostationen, mit dem Hinweis “Kostenlos, Download, spielt das”. Und sie spielen es.
Gut, der Name Nine Inch Nails hat da natürlich eine stereoid-artige Wirkung, aber dennoch: Dieses ganze Promokacke, dieses zurückhalten des “Finished Products” bis dann auch die letzte Waldpostille endlich ein Promoexemplar hat, alle bemusterten Medien quasi gleichgeschaltet ihre Stories bringen, und die Händler das Ding endlich im Regal haben, das wurde hier gerade ad Absurdum geführt.
Und nicht nur das: Im Zusammenhang einer solch komprimierten Veröffentlichungtaktik hat das Wort “Leak” keine Existenzberechtigung mehr. Der Song ist einfach da, aus dem Nichts aufgetaucht, und man kann ihn sofort haben, ohne die üblichen illegalen Kanäle nach der einen Kopie durchwühlen zu müssen, die irgendjemand zwischen Künstler und Presswerk “versehentlich” ins Netz gestellt hat.
Wenn das jetzt wenigstens alle so machen könnten! (Nicht “würden”, nein, “könnten”).
Meiner Meinung nach war das ja kein Wettkampf gegen Radiohead, von wegen “wer ist hier innovativer in Sachen neue Vertriebswege”. Aber wäre es einer gewesen, hätte Trent Reznor ihn genau jetzt heute hier gewonnen:
Nine Inch Nails Direct To Radio Adam Morrison, 102.1 the Edge 4/22/2008 (From FMQB.com:) Trent Reznor has done it again. Nine Inch Nails has released a new single, “Discipline,” exclusively to radio this afternoon. The song was just finished and mastered in the studio yesterday, with a 24-hour turnaround to radio. The band will also allow radio stations to link online to an exclusive download of the song, as no one else will be licensed to release it for a few months. The band also promises “more news tomorrow,” and Reznor posted yesterday on NIN.com, cryptically saying “2 weeks!” and nothing more
Info via echoingthesound, und ja, ich hab die Single schon gehört, unerhört poppig, das…
Ich fühle mich tatsächlich gerade so, als habe ich in die Klischeefalle gegriffen. Und ich fühle mich gut dabei. Denn, ich habe heute frei. Am Freitag. Allein der hallervordesque Kalauer, der sich hinter dieser Tatsache verbirgt, bereitet mir gerade im Moment die allergrösste Freude. Und es scheint fast so, als habe sich der Gott der Freizeit quasi alle erdenklichen Sahnehäubchen nur für diesen einen Tag aufgehoben, denn ich habe heute nicht nur frei, ich bin auch noch Strohwitwer. Nicht, dass ich die Anwesenheit meiner liebsten Frau Shhhh nicht schätzen würde, aber die Option “Frei ohne Frau” erscheint mir gerade heute, an diesem Freitag, nach der wochenlangen Plackerei, als Extrabonus deluxe. Allein der Gedanke an die ganzen Angewohnheiten, die man sich als Kavalier und Gentleman normalerweise den ganzen Tag lang besser verkneift, die ich jedoch heute, in dieser unbeobachteten Atmosphäre, hemmungslos ausleben kann, erscheint mir wie ein Instant-Lottogewinn. Und ich rede jetzt nicht von “In Unterhose rumrennen und den ganzen Tach die Hand am Sack und dabei Britt oder Kalvas gucken”. Nein, ich rede von “In Unterhose rumrennen, die Boxen auf Turnhallenlautstärke hochziehen, und den Nachbarn mal zeigen, wie viel dB man aus einem selbstschwingenden Resonanzfilter rausholen kann - mit der Hand am Sack!”.
Ein Fest wird das heute. Am freien Freitag.
(Obwohl, wenn ich recht drüber nachdenke: Hausfrauenfernsehengucken hätte auch was…)